Vietnam: Tigerstaat vor dem Sprung
Südkorea, Taiwan und einige andere Staaten im südost-asiatischen Raum haben ihre Vergangenheit als "Schwellenländer" längst hinter sich gelassen. Sie sind digitale Vorzeigestaaten mit einer hochmodernen Wirtschaft, vergleichsweise breitem Wohlstand und inzwischen eher als Vorbild für das innovationsfaule Deutschland geeignet. Vietnam eifert diesen Tigerstaaten schon seit einiger Zeit nach und setzt dabei auf ein klares Erfolgsrezept: Die klassische Industrie überspringen und direkt in digitale Technologien einsteigen. So häufen sich seit einiger Zeit Meldungen über Vietnam als Hightech-Zentrum.
Die Produktionszahlen im Sektor "Consumer Electronics & Computers" kennen seit Jahren nur eine Richtung - nach oben. Der Gesamtwert der Exporte übersteigt inzwischen deutlich 57 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Taiwan produziert pro Jahr IT-Produkte im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar. Bald werden sicher deutlich mehr IT-Geräte in Vietnam produziert: Apple will verstärkt in Vietnam investieren - allerdings in bisher unbekannter Höhe. Konkurrent Samsung dagegen erzählt von seinen Plänen: Der Hersteller will pro Jahr eine Millarde US-Dollar investieren.
Dazu passen Meldungen, das weitere Firmen in Vietnam Produktionsstandorte eröffnen oder erweitern: Radiant Opto-Electronics aus Taiwan will 2025 eine Fabrik für Telematik-Produkte eröffnen und Monitorhersteller Amtran Technology (Taiwan) erweitert seine Fabrik derzeit bereits zum dritten Mal in nur sechs Jahren. Damit die Kette aus Erfolgsmeldungen nicht abreisst, hat die Regierung des Landes ein Förderprogramm aufgelegt: Mit Steueranreizen und Investitionsfonds soll die Hightech-Branche gefördert werden. Zudem stärkt Vietnam fünf Hochschulstandorte, um dringend benötigte IT-Spezialisten auszubilden. Bis 2030 will Vietnam insgesamt 50.000 Experten ausbilden.
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