Inspiration für mittelständische Unternehmen

Vorteile von Hyperscale Computing nutzen

Hyperscale ist nur was für Großunternehmen, so dachte lange Zeit die IT-Welt. Aber auch mittelständische Unternehmen können sich diese Hyperscale-Computing-Technologie zum Vorbild nehmen und von verschiedenen Vorteilen profitieren.

Serverstrukturen im Hyperscale-Bereich

Die Serverstrukturen im Hyperscale-Bereich sollen so einfach wie möglich sein, um sie bei Bedarf schnell skalieren zu können.

Die großen Internetunternehmen wie Google oder Amazon benötigten vor fast einem Jahrzehnt eine neue Art von Servern, um ihre gigantischen Rechenzentren aufzubauen. Für deren besondere Anforderungen hat sich mittlerweile mit Hyperscale-Computing ein eigenes Segment im Servermarkt entwickelt.

Gestaltungsprinzipien von Rechenzentren

Das entscheidende Paradigma in diesem Segment war und ist eine einfache, von allen IT-Vorgängen genutzte gemeinsame Infrastruktur. Die Internetunternehmen stellten vor allem hohe Anforderungen an die Effizienz ihrer Rechenzentren mit ihren Tausenden von Servern, die schwerpunktmäßig einem Zweck – etwa Datenvorhaltung oder Präsentation von Angeboten – dienten und daher einfacher aufgebaut werden konnten.

Die Serverstrukturen im Hyperscale-Bereich sollen so einfach wie möglich sein, um sie bei Bedarf schnell skalieren zu können. Wichtig ist eine software-basierte, einfache Verwaltung mit schnellen Updates, eine hohe Serverdichte bei geringem Stromverbrauch, geringer Platzbedarf und eine gute Kühlung. Vernachlässigbar sind kostspielige Management-Tools, Enterprise-Speichertechnologien, redundante Hardwarestrukturen oder auch die Verwaltung älterer Vorgängersysteme. Server, Storage und Networking sollten in dieser Umgebung für besondere Anforderung wie Datenanalyse oder Web-Serving optimiert werden. Separate Architekturen für einzelne Aufgaben aufzubauen, lohnt sich nicht – weder bei der Bewertung der Investitionskosten (CapEx) oder der Betriebskosten (OpEx) noch unter Berücksichtigung anderer Effizienz-Gesichtspunkte.

Doch ist das Thema Hyperscale Computing wirklich nur etwas für die Großen? Definitiv nein! Das Prinzip einer hocheffizienten, einfachen und skalierbaren Infrastruktur ist im Grunde für jedes Unternehmen von Relevanz. CIOs von Unternehmen etwa, die Hyperscale zwar heute noch nicht benötigen, aber doch in großem Umfang Web-Anwendungen bedienen oder High Performance Computing betreiben, sehen sich ganz ähnlichen Anforderungen gegenüber wie die typischen Internet­unternehmen. Aber selbst Administratoren klassischer IT-Infrastrukturen im Enterprise-Umfeld oder sogar ihre Kollegen in mittleren Unternehmen orientieren sich nach diesen Prinzipien und registrieren aufmerksam die Flexibilität und Effizienz, die Hyperscaling verspricht.

Wie Mittelständler profitieren können

Mittelständische Unternehmen werden in absehbarer Zeit von Hyperscale-Computing profitieren – über Serviceprovider, aber auch über Systemintegratoren, die ihnen Infrastruktur bereitstellen. Für größere Mittelständler mit bis zu 1.000 Mitarbeitern und einer eigenen Infrastruktur ist eine Hyperscale-Architektur aber nicht eins zu eins umsetzbar. Das gilt auch für viele Technologie-affine kleinere Mittelständler – also für Betriebe, deren Geschäftsmodell etwa vor allem auf einem Geschäftsprozess wie Onlinebestellungen basiert.

IT-Administratoren erhalten durch Hyperscale wertvolle Denkanstöße. Der Respekt vor den IT-Infrastrukturen der Internet­unternehmen braucht dabei auch nicht zu groß zu sein. Sicher geht es bei den großen Rechenzentren um ganz andere Dimensionen. Ihre Datenbestände haben auch einen prozentual höheren Anteil sehr homogener Datensätze – etwa zu Bestellungen von Kunden. Die Geschäftsprozesse und damit auch die in diesem Umfeld generierten und vorzuhaltenden digitalen Informationen unterscheiden sich aber nicht prinzipiell von denen eines Mittelständlers.

Der quantitative Unterschied behindert also nicht das Ausstrahlen von Technologieprinzipien aus den Rechenzentren der Internetriesen. Gerade die Einfachheit der Hyperscale-Architekturen – etwa ein Serverdesign mit vielen angehängten Direct-Attached-Storage-(DAS)-Festplatten – kann IT-Abteilungen dazu veranlassen, die Komplexität der eigenen IT-Lösungen zu überdenken. Hyperscale-Architekturen zeigen zudem, wie in einfachen Architekturen mit standard-basierter Software der Verwaltungsaufwand sinkt. Solche Architekturen zeigen auch die Vorzüge der Software-definierten Verwaltung.

Was im Großen möglich ist, ist also durchaus auch im Kleinen denkbar. Aber nur dann, wenn die besonderen Bedürfnisse des Mittelstandes berücksichtigt werden: Dazu zählen vor allem der Bedarf an persönlichem Service und Support, wie ihn beispielsweise Dell bietet, sowie ein hohes Maß an Datensicherheit oder auch branchenspezifischer Compliance.

Bildquelle: © Thinkstock/iStockphoto

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