Experten rechnen damit, dass der private Konsum deutlich abnehmen wird. Händler sollten sich auf Online-Marktplätzen klug positionieren, um Kunden anzuziehen.
Seit einem halben Jahr liegt die Inflationsrate in Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei über sieben Prozent, im August 2022 lag sie sogar bei 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das bedeutet auch, dass der private Konsum deutlich abnehmen wird, weil Verbraucher immer sorgfältiger abwägen, wofür sie ihre knapper werdenden Budgets ausgeben. Diese Entwicklung betrifft auch den Handel, wobei die Situation online und offline unterschiedlich ausfällt. Eine Kundenbefragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland ergab, dass 24,8 Prozent der Online-Kunden weniger Geld ausgeben wollen – deutlich mehr als noch Anfang des Jahres. Bis jetzt fiel der Rückgang hier allerdings wesentlich niedriger aus als im stationären Handel: Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich reine Online-Händler mit einem Wachstum von 4,21 Prozent sogar leicht steigern.
Besonders Marktplätze profitieren davon, dass die meisten Produkte hier zu niedrigeren Preisen verkauft werden als im herkömmlichen E-Commerce. Verschiedene Angebote lassen sich auf Plattformen deutlich komfortabler vergleichen als beim Besuch unterschiedlicher Retailer-Websites. Bieten mehrere Verkäufer das gleiche Produkt an, können Verbraucher schnell die Unterschiede in den Angeboten erkennen und die für sie passende Auswahl treffen. Aber auch für Anbieter ist das Marktplatzmodell attraktiv: Es ermöglicht E-Retailern, ihr Gesamtangebot auch in Gesellschaft passender Produkte anderer Hersteller zu präsentieren. Marktplätze erlauben Anbietern, ihre Ausgaben für Marketing und Technik zu senken und gleichzeitig ihre Reichweite zu erhöhen. Sie genießen zudem einen nicht zu unterschätzenden Vertrauensvorschuss, wenn es um Payment-Prozesse geht. Verbraucher vertrauen bei der Eingabe ihrer sensiblen Zahlungsdaten eher auf seriöse und etablierte Marktplätze mit stabilen, verlässlichen Payment-Prozessen, die durch professionelle Anbieter wie z.B. Mangopay unterstützt werden.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Beim Marktplatzmodell liegt der Schwerpunkt darin, die Verkäufer mit der nötigen Infrastruktur zu versorgen, um Kunden anzuziehen und zu binden: Die Plattform sorgt in einer Vermittlerrolle für die notwendigen Prozesse sowie Reichweite und erhält dafür eine Provision auf die getätigten Verkäufe. Das jeweilige Geschäftsmodell muss also darauf ausgelegt sein, mehrere Liefer- und Preisoptionen anzubieten und Partnerschaften mit den richtigen Fulfillment- und Logistikdienstleistern einzugehen. Zudem unterliegen Marktplätze besonderen Vorschriften, da sie vom Gesetz als Finanzintermediäre angesehen werden. Sie müssen Identifizierungsprozesse einhalten, bevor sie Kunden und Verkäufer aufnehmen, und sicherstellen, dass sie mit den neuesten Zahlungsauthentifizierungsprotokollen vertraut sind. Dieser Aufwand lohnt sich, denn zufriedene Kunden werden auch in Inflationszeiten die Vergleichsmöglichkeiten und das breite Angebot von Online-Warenhäusern nutzen, um ihre Einkäufe preisbewusst und zielgenau zu tätigen.
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