Im Grunde genommen sind Lichtimpulse nicht anders als Brieftauben oder Pferde – sie können nur eine bestimmte Strecke zurücklegen, bevor sie erschöpfen und sich erholen müssen.
Seit Hunderten von Jahren hat der Mensch Mittel zur Kommunikation über große Entfernungen hinweg entwickelt. Während man anfangs noch selbst reisen musste, um Nachrichten zu überbringen, wurden schon bald Technologien entdeckt, die die Kommunikation schneller, einfacher und effizienter machten. Von Reitern und Brieftauben bis hin zu modernen Glasfasernetzen rund um den Globus: Wo es früher Tage dauerte, eine Nachricht zu übermitteln, können wir heute hochauflösende Videos innerhalb von Sekunden um die Welt schicken.
Entfernung ist dennoch auch heute maßgebend. Sogar „Lichtgeschwindigkeit” bedeutet, dass der Lichtimpuls, der die Informationen überträgt, Zeit braucht, um eine Strecke zurückzulegen. Dies wird als Netzwerklatenz bezeichnet und ist zwar in vielen Fällen kein Hindernis, doch je mehr Kommunikation hin- und her stattfindet, desto größeren Einfluss hat die Latenz. Im Grunde genommen sind Lichtimpulse nicht anders als Brieftauben oder Pferde – sie können nur eine bestimmte Strecke zurücklegen, bevor sie erschöpfen und sich erholen müssen. Die Raststätten moderner Glasfasernetze sind sogenannte Repeater, durch die Impulse verstärkt und Informationen weitergegeben werden können.
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Eine Herausforderung bei Repeatern ist jedoch der große Platz- und Strombedarf. Um diese zu bewältigen, entstand eine Technologie in der Standardnetzkommunikation, die weniger leistungsfähige Laser in einem kleinen steckbaren Gerät, den so genannten "SFPs (small form factor pluggable)", verwendet. Diese kleinen Module wandeln elektrische Signale von Netzwerkgeräten wie Switches und Routern, aber auch von Standardcomputern, in Lichtsignale um. Obwohl SFPs heutzutage zwar bis zu 400 Gigabit pro Sekunde übertragen können, können die fortschrittlichsten und teuersten dieser Geräte nur eine Entfernung von bis zu 40 km abdecken, standardmäßig sind es nur 10 km.
Das führt uns zurück zu den Brieftauben der Vergangenheit, die anders als Schiffe oder Reiter nur etwa 100 km auf einem einzigen Flug zurücklegen konnten. Als Kaufmann oder Gutsherr, der mit zahlreichen Parteien kommunizieren musste, war es also von Vorteil, in „Flugdistanz“ zum nächsten Taubenschlag der Kommunikationspartner zu leben.
Jahrzehnte später und trotz kontinuierlich verbesserter Fähigkeiten moderner Glasfaserkommunikationssysteme, bevorzugen heute die meisten IT-Systemnutzer und -Anbieter ihre Kommunikationspartner immer noch in einer Entfernung von höchstens 10 km Glasfaserlänge. Dabei setzen sie allerdings nicht mehr auf Taubenschläge, sondern auf leistungsstarke Rechenzentren. Rechenzentren – wie solche von Equinix – ermöglichen einen schnellen, effizienten und sicheren Austausch großer Datenmengen, die in der digitalisierten Welt zunehmend benötigt werden. Dieser direkte und private Datenaustausch zwischen Unternehmen, Cloud- und Service-Providern bildet das Rückgrat des heutigen Internets und wird als Interconnection bezeichnet – eine Verbindung quasi in Echtzeit abseits des öffentlichen Internets.
Kurze Wege sind für den Datenverkehr also unerlässlich. Dies zeigt sich auch am Beispiel von Frankfurt am Main, dem bedeutendsten Kommunikationsstandort Deutschlands. Historisch gesehen ist die Stadt schon seit Jahrzenten Kommunikationshauptstadt und wird dies auch in Zukunft bleiben. Hier lag der erste Hauptsitz der Postzentrale und alle Glasfasernetze, die in Deutschland gebaut wurden, wählten Frankfurt als ihr Verbindungszentrum. Zahlreiche Rechenzentren wurden in und um die Stadt herum gebaut und diese physische Nähe der Partner trug auch dazu bei, dass der heute größte Internetknoten, der DE-CIX, florierte, und weitere Partner an den globalen Kommunikationssystemen teilhaben konnten. Dies ist also der Grund, warum Frankfurt die Heimat so vieler erfolgreicher Unternehmen wurde und sich hier zahlreiche große Cloud- und Netzwerkanbieter weiterhin ansiedeln: Es liegt an den Glasfaserkommunikationsgeräten mit einer durchschnittlichen Reichweite von 10 km, den SFPs – den Brieftauben der modernen Welt.
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