Ante Spittler ist leidenschaftlicher B2B-SaaS-Fintech-Unternehmer mit Berufserfahrung im Venture-Capital-Bereich und in der Beratung. ((Bildquelle: Moss))
„Jedes ungenutzte Potenzial ist verschwendetes wirtschaftliches Erfolgswachstum“, betont Ante Spittler. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))
In Deutschland machen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) über 99 Prozent aller Unternehmen aus. Laut der Bundesnetzagentur schöpfen gerade diese Firmen ihr Digitalisierungspotenzial noch nicht vollständig aus. Doch woran scheitern sie? Ein genauerer Blick auf die Buchhaltung als Teil des unternehmenseigenen Finanzapparats zeigt, dass sich dort etwa 80 Prozent aller Prozesse theoretisch digitalisieren lassen – davon sind in der Praxis bislang jedoch nur Bruchteile tatsächlich digitalisiert.
In KMU haben sich bestehende Prozesse über Jahrzehnte so weit etabliert, dass ihre Digitalisierung auf den ersten Blick diverse Compliance-Maßnahmen zum Zwecke der Risikominimierung beeinträchtigt. In vielen Fällen ist das genaue Gegenteil Realität. Compliance sollte aber nicht als statisches Konstrukt, sondern vielmehr als ein dynamischer Prozess aufgebaut werden.
Hier kommen neue, digitale Tools mit ins Spiel. Start-up-Unternehmen, die sich auf ein Software-Angebot im Bereich „Finanzdigitalisierung“ spezialisiert haben, sind von Grund auf darauf ausgerichtet, sich in die Compliance bestehender Systeme ihrer Kundschaft einzufügen. In der Praxis können so z.B. Genehmigungs- und Buchungsvorgänge vollständig digitalisiert und revisionssicher gemacht werden – ohne dass durch den Digitalisierungsprozess die gesamte, bestehende Compliance zunichtegemacht wird.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Finanzabteilungen passen sich damit dem Zeitgeist an und haben infolgedessen die Chance, eine Vorreiterrolle im Unternehmen beim Thema „Digitalisierung“ einzunehmen – und altbewährte manuelle Prozesse aus diesem neuen Blickwinkel zu überprüfen. Die Motivation ist klar: Jedes ungenutzte Potenzial ist verschwendetes wirtschaftliches Erfolgswachstum. Je früher Mittelständler neue, digitale und Compliance-gerechte Lösungsansätze in ihre Geschäftspraxis integrieren, desto besser können sie den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil nutzen. Für viele Mittelständler stellt sich nur die Frage nach dem „Wie“. Doch in dem Prozess, eingestaubte Vorgänge digital und compliant zu überarbeiten, sind sie nicht allein: KMU, die sich der Herausforderung einer Verbesserung ihrer Prozesse stellen, sollten aktiv in den Dialog mit jungen Lösungsanbietern treten. Die daraus entstehenden neuen Ansätze bieten Mittelständlern die Möglichkeit, eine maßgeschneiderte Lösung für ihr Unternehmen einzusetzen. Denn: Digitalisierung ist kein Ein-Mann-Projekt, sondern kann nur gemeinsam zum Erfolg führen.