Die Projektverantwortung für eine ERP-Modernisierung sollte nicht nur an die IT-Abteilung abgegeben werden. Das gesamte Unternehmen muss involviert werden
Veraltete ERP-Systeme können den digitalen Fortschritt im Unternehmen ausbremsen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen das eingesetzte ERP-System auf dem neuesten Stand halten. Wie aber können sie erkennen, ob das ERP den Anforderungen eines modernen Geschäftsbetriebs gerecht wird?
Es gibt bestimmte Indikatoren, auf die Entscheider achten müssen – dazu gehören nicht vorhandene Integrationen, umständliche Datenübertragungsprozesse, veraltete Kommunikationskanäle und fehlende Prozessagilität. Zudem sollten die Alarmglocken klingeln, wenn das ERP-System sich aufgrund mangelnder Funktionalität nicht mehr anpassen lässt oder die Kosten dafür einer Neuanschaffung gleichkommen.
Fällt die Entscheidung, das ERP zu modernisieren, müssen grundlegende Aspekte berücksichtigt werden. Vor allem gilt: Sich nicht in umfangreiche Anforderungslisten von Features zu verzetteln, sondern die effiziente und durchgängige Prozessabbildung in den Vordergrund zu stellen.
Die Projektverantwortung für eine ERP-Modernisierung sollte nicht nur an die IT-Abteilung abgegeben werden. Das gesamte Unternehmen muss involviert werden. Das Management sollte dem Projektteam klare Leitlinien zur Zukunft und Strategie des Unternehmens vorgeben, es mit fähigen Mitarbeitern besetzen und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen.
Falls das Unternehmen keine eigenen Mitarbeiter bereitstellen kann, ist es sinnvoll, auf externe Projektmanager zurückzugreifen, die bei der Beratung und Programmierung unterstützen.
Wichtig ist auch, die Branchen- und Projekterfahrung des mit der Umsetzung betrauten Implementierungspartners eingehend zu prüfen. Er sollte nach einer bewährten und wenn möglich prototypischen Einführungsmethode vorgehen. Um die Projektqualität sicherzustellen, liefern erfahrene ERP-Anbieter deshalb Software und Implementierung aus einer Hand.
Die Sorge vor langen Projektlaufzeiten mit vielen Beratertagen hält meist Verantwortliche von der ERP-Modernisierung ab. Doch lassen sich kleinere Projektschritte, Anpassungen oder Hilfestellungen auch über ein Remote Consulting erledigen. Das spart Reisekosten und auch Zeit. Während der Corona-Pandemie stellten Anbieter und Anwender fest, dass komplette Neueinführungen völlig ohne Vor-Ort-Einsätze von Beratern erfolgen können. Allerdings ist ein gutes Mittelmaß empfehlenswert.
Digitalisierung lebt von durchgängigen, effizienten Prozessen und der Qualität der Informationen, die im ERP-System zusammenlaufen. Optionen zur Integration von Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), etwa zur Optimierung des Qualitätsmanagements oder die Unterstützung des Anwenders in Prozessen durch Decision-Tree-Technologie sollten deshalb vorhanden sein.
Digitalisierung und Datenqualität sind untrennbar miteinander verbunden. Nachhaltig hochwertige Daten erhalten Unternehmen jedoch nur, wenn sie KI oder Advanced Analytics zur Prüfung und Pflege von Stamm- und Bewegungsdaten in ihr ERP-System implementieren.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Wer es verschläft, innerhalb seines ERP-Systems die technischen Voraussetzungen für die Implementierung innovativer Technologien wie KI, Smart Speaker, Business Intelligence oder innovatives Dokumenten-Management zu schaffen, wird auf Dauer hinter dem Wettbewerb zurückbleiben. Mit der richtigen Vorarbeit, den passenden Software- und Implementierungspartnern und einem motivierten, kompetenten Team stellen Unternehmen wichtige Weichen für die Modernisierung ihres ERP-Systems.
Bildquelle: Proalpha