„Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand in manchen Dingen weit voraus”, stellt Heidi Schmidt von der PKS Software GmbH fest.
… vor allem die (noch) inhabergeführten Unternehmen, bei denen in der Geschäftsleitung (auch) Gesellschafter sitzen. Das gibt ein ganz besonders starkes Commitment zum Unternehmen und dadurch die für den Mittelstand so wertvolle Fokussierung: klare Werte und einzigartige Visionen – weit weg vom Standard-Blabla vieler Großkonzerne. Das schafft meiner Erfahrung nach die Basis für den einzigartigen Erfolg vieler Mittelständler über viele Generationen und Jahrzehnte hinweg.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
… wesentlich stärker auf den einzelnen Mitarbeiter und seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg geachtet wird. Außerdem zählt hier oft noch die Handschlagmentalität hin zu Lieferanten und Kunden.
… der Fähigkeit, die Ansprechpartner beim Kunden auf allen Ebenen – vom Anwender über die IT-Spezialisten bis hin zu den Entscheidungsträgern, der Geschäftsführung oder den Inhabern – abzuholen und sachkundig zu beraten, effizient Aufträge abzuleisten sowie auch auf Besonderheiten der Kunden einzugehen.
… in manchen Dingen weit voraus – in manchen Dingen weit hintendran. Um dies zu konkretisieren: Viele Mittelständler haben schon früh mit der Nutzung von IT angefangen. Das heißt, sie waren also ihrer Zeit voraus, z.B. die zahlreichen Logistiker oder andere logistiklastige Branchen wie der Modehandel. Im Anschluss daran wurde jedoch oft zu wenig darauf geachtet, dass man mit der Weiterentwicklung und Modernisierung der IT Schritt hält: „Solange es läuft, brauchen wir doch nichts ändern oder zu modernisieren“ höre ich dann gern einmal. Und gerade im IBM-i-Umfeld (ehemals AS/400) ist aufgrund der Aufwärtskompatibilität über Hardware- und Betriebssystemgenerationen hinweg diese Handhabung weit verbreitet. Jedoch ist das auf Dauer sehr gefährlich und hat leider viele Mittelständler in den letzten Jahren in aufwendige und riskante Migrationsprojekte hineingetrieben, die nicht immer gut ausgehen, wie man an den aktuellen Beispielen von Haribo und Liqui Moly sieht.
… gibt es nicht, denn sie sieht meiner Wahrnehmung nach bei wirklich jedem sehr individuell aus.
… pragmatisch und schnell entschieden wird. In vielen Fällen ist das gut. Im Fall von gewachsenen Kernsystemen ist dies jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn ohne tiefergehendes Wissen und die oft nicht vorhandene Transparenz in den Bestandssystemen ist es sehr gefährlich, an den laufenden Anwendungen Änderungen vorzunehmen.
… der fehlende strategische Blick auf die Wichtigkeit des Generationswechsels in den IT-Teams und der damit einhergehenden Einarbeitungszeit für neues Personal. Dies birgt oft die Gefahr, dass zu spät damit begonnen wird, junge Leute fürs Unternehmen zu gewinnen und diese schrittweise in die vorhandene Umgebung einzuarbeiten. Wenn das nicht gelingt, weil die jungen Kollegen sich von der Komplexität erschlagen fühlen und dem Arbeitgeber schnell den Rücken kehren, stehen häufig Hauruck-Ablösungsprojekte auf der Agenda, die leider kein Allheilmittel sind.
… sollten sich die Verantwortlichen zunächst einen Durchblick in die vorhandene Anwendungs- und Systemlandschaft verschaffen und gut überlegen, ob nicht eine Renovierung oder Modernisierung, zumindest aber in jedem Fall eine „Entrümpelung“ sinnvoll ist, bevor man den ganz großen Wurf plant.
… in den Chancen einer idealen Mischung aus der Nutzung von externen Partnern und Lösungen verbunden mit nah am Business orientierten internen IT-Mitarbeitern, die ihren Nutzen für das Unternehmen durch individuelle, hauseigene Lösungen verstärken und so die Grundlage für unternehmerische Differenzierung und Markterfolg darstellen.
Persönliches
- Name: Heidi Schmidt
- Alter: 47 Jahre
- Familienstand: verheiratet,
- zwei Söhne im Alter von zehn und 16 Jahren
- Hobby: Ayurveda
Karriere
- Ausbildung: Studium der Sozialpädagogik an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg; Studium der Nachrichtentechnik mit Abschluss als Diplom-Ingeneurin an der Fachhochschule für Technik in Mannheim
- Beruflicher Werdegang: Start als Trainee nach dem Studium bei Hewlett Packard im Service und Support. Später bei verschiedenen HP- und IBM-Business-Partnern als Projektleiterin und Vertrieblerin. Einstieg 2004 bei PKS als Sales Consultant.
- Derzeitige Position: Geschäftsführende Gesellschafterin, verantwortlich für Recruiting, Beratung und Vermarktung aller PKS-Produkte und -Dienstleistungsangebote bei IBM i, IBM z und Adabas-/Natural-Kunden
Bildquelle: PKS Software GmbH