Der virtualisierte Betrieb von IT-Umgebungen hat sich im Laufe der letzten Jahre als Standardmethode etabliert. Waren es in der Vergangenheit Kosteneinsparungen bei der Hardware durch bessere Ressourcenausnutzung, eine vereinfachte IT-Administration oder eine erhöhte Systemverfügbarkeit, sind es heute die durch den Rückgriff auf Cloud-Technologien erzielbare erhöhte Flexibilität und Produktivität, die Virtualisierungsprojekte vorantreibt. „In einer Welt, in der immer neue Endgeräte und Cloud-Services auftauchen, suchen unsere Kunden nach einer umfassenden Lösung der Enterprise-Klasse, mit der ihre Mitarbeiter arbeiten können, ohne IT-Sicherheit und -Kontrolle zu gefährden“, erklärt Jörg Hesske, Country Manager Deutschland bei VMware.
Rund fünf Prozent der IT-Ausgaben deutscher Unternehmen werden nach Prognosen der Experton Group 2013 in Cloud-Computing-Services, Cloud-Beratung und -Integration sowie in Cloud-Technologien fließen. Innerhalb der Cloud-Technologien – sprich aller Hardware- und Softwarekomponenten, die für die Nutzung und den Betrieb von Cloud-Plattformen notwendig sind – gewinnen Virtualisierungslösungen an Relevanz. „Wir sehen hier mittelfristig eine Verlagerung hin zu anteilig erhöhten Ausgaben für Virtualisierung, da sich diese zukünftig auch auf das Netzwerk (Software Defined Network) und nicht nur auf die Betriebssysteme beziehungsweise Rechenleistung bezieht. Daher steigen die Ausgaben für cloud-bezogene Virtualisierungslösungen ab 2015 deutlich an – von rund 210 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 391 Mio. Euro im Jahr 2017“, erwartet Dr. Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group.
Nach Prognosen des Marktforschungsinstituts IDC schreitet auch der Trend hin zur Speichervirtualisierung voran. Im Rahmen einer aktuellen Studie hat demnach fast die Hälfte aller befragten deutschen IT-Entscheider angedeutet, dass sie eine Erhöhung der Ausgaben im Bereich der Speichervirtualisierung planen. Storage-Virtualisierung bietet Unternehmen heute nicht nur eine größere Flexibilität, sondern dient auch als Basis für zukünftige Cloud-Implementierungen. Immer neue Produkte drängen auf den Markt, die speziell für die Optimierung von virtuellen Umgebungen entwickelt worden sind, wie etwa Lösungen zum Management von Trouble-Shooting und Performance-Optimierung.
Mehr Performance, mehr Risikomanagement
Dennoch ist es nach Einschätzung von Eduard Stupening, Director Strategic Consulting bei IDC, wichtig, sich nicht nur auf eine Effizienzsteigerung durch Storage-Virtualisierung zu fokussieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist nach seinen Worten das Risikomanagement. Durch Speichervirtualisierung kommt es zu einer konsolidierten Anzahl an Zugangspunkten mit einer größeren Menge an Usern, als dies bei traditionellen IT-Infrastrukturen der Fall ist. Nichtsdestotrotz darf das Risikomanagement auf keinen Fall vernachlässigt werden. „Storage-Virtualisierung bietet Unternehmen sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Während die Bündelung von Speicher zu einer größeren Capacity Utilisation Rate* führt, bleibt die Datensicherheit ein wichtiger, zu adressierender Aspekt, denn Angriffe auf zentralisierte Informationen bergen ein höheres Schadensrisiko als auf Daten in isolierten Umgebungen“, gibt Stupening zu bedenken.
Reale Sicherheit für virtualisierte Umgebungen
Immer mehr Anbieter von Security-Produkten tragen den Sicherheitsaspekten von virtualisierten IT-Umgebungen Rechnung und haben dafür spezielle Lösungen entwickelt. Mit der aktuellen Version 9 der Sicherheitsplattform „Deep Security“, die sich in „VMware vCloud Director“ integrieren lässt, sorgt Trend Micro nach eigenen Angaben dafür, dass die Daten in öffentlichen Cloud-Infrastrukturen genauso sicher sind wie in herkömmlichen Rechenzentren.
Die Lösung schützt Betriebssysteme, Anwendungen und Daten auf virtuellen Systemen und Plattformen. Damit hat Trend Micro als erster IT-Sicherheitsanbieter agentenlosen Malwareschutz für Cloud-Umgebungen eingeführt und „Intrusion-Prevention“ sowie Webanwendungsschutz als Teil einer agentenlosen Lösung auf den Markt gebracht. Weitere Schutzkomponenten der Sicherheitsplattform sind Integritätsüberwachung und Analyse von Protokolldateien sowie virtuelles Patchen, so dass Sicherheitslücken auch ohne Einspielen von Updates geschlossen werden können. Die aktuelle Version der Plattform unterstützt zudem die vor Kurzem vorgestellten Lösungen „vSphere 5.1“ und „vCloud Networking and Security 5.1“. „Die Lösungen sind speziell auf die VMware-Plattform zugeschnitten und bieten mehr Sicherheit als eine Lösung für physische Plattformen. Für Anwender bedeutet dies höhere Konsolidierungsraten und Kosteneinsparungen, mehr Leistung und eine einfachere Verwaltbarkeit“, verspricht Martin Ninnemann, Director Channel Sales bei Trend Micro.
Hype-Thema mit Nutzenpotential
Mittelständische Unternehmen in Deutschland lassen sich von den „Hypes der IT-Welt" eher wenig beeindrucken. Zu diesem Ergebnis kam eine von Dell in Auftrag gegebene aktuelle Studie, in der IT-Verantwortliche von über 300 deutschen Unternehmen mit 50 bis 2.000 Mitarbeitern befragt wurden. Je kleiner Unternehmen sind, desto abwartender betrachten sie die Relevanz von Trendthemen der IT. Während die Relevanz von Konzepten wie Big Data, Bring your own Device (BYOD) und selbst Cloud Computing noch sehr zurückhaltend beurteilt wurden, stehen die Unternehmen der Desktopvirtualisierung aufgeschlossen gegenüber. Je nach Unternehmensgröße setzen rund 50 bis 70 Prozent der Unternehmen diese Technologie bereits ein beziehungsweise planen deren Einsatz in unmittelbarer Zukunft. Die größten Vorteile sehen die befragten IT-Verantwortlichen bei dieser Technologie in der höheren Flexibilität (39 Prozent), der Kostenersparnis (28 Prozent) und der Produktivitätssteigerung (19 Prozent). „Je einfacher eine neue Technologie einzusetzen und je höher ihr Nutzen ist, desto früher wird sie tatsächlich implementiert. Das zeigt die im Vergleich hohe Verbreitung der Desktopvirtualisierung auch in den kleinsten befragten Unternehmen“, stellt Barbara Wittmann, Executive Director Mittelstand und Geschäftsführerin Dell GmbH, fest.
Gut informiert, clever investiert
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine im Januar 2013 unter 250 deutschen Unternehmen durchgeführte IDC-Umfrage zum Thema „Virtualized Desktop and Client Computing (VCC)“. Unter Client-Virtualisierung versteht IDC alle Technologien, die zur Virtualisierung auf Seiten der Endanwender zum Einsatz kommen: Desktopvirtualisierung, Applikationsvirtualisierung, Virtual User Session und User-Virtualisierung. Insgesamt sind demnach virtuelle Arbeitsplätze in drei Viertel der befragten Unternehmen entweder im Einsatz (27 Prozent), werden gerade implementiert (20 Prozent) oder die Einführung wird geplant (27 Prozent). Das häufigste Bereitstellungsmodell ist hierbei die Desktopvirtualisierung (58 Prozent). Ebenfalls beliebt ist die Applikationsvirtualisierung (55 Prozent), bei der dem User Anwendungen losgelöst vom darunter liegenden Betriebssystem bereitgestellt werden.
Nach Einschätzung von Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC, haben sich IT-Entscheider aus deutschen Unternehmen mit Virtualized Desktop und Client Computing befasst und den Nutzen erkannt. „Das wichtigste Motiv pro VCC ist dabei die Gewährleistung von Sicherheit, an zweiter Stelle steht die Reduzierung des Administrationsaufwands. Das Business hingegen schätzt im Hinblick auf Client-Virtualisierung das flexible und mobile Arbeiten als außerordentlich wichtig ein, ermöglicht durch die geräte- und betriebssystemunabhängigen Nutzung von Firmenapplikationen. Auf der Kontraseite stehen die nicht unerheblichen Aufwendungen bei der Implementierung und für die Gewährleistung der Sicherheit, die dafür sorgen, dass sich die Investitionen in eine Client-Virtualisierung nach Ansicht der meisten Befragten eher mittel- als kurzfristig amortisiert. Doch offensichtlich überwiegen die bereits realisierten oder in Aussicht gestellten Vorteile“, resümiert Kraus. So gab ein Großteil der Unternehmen zu Protokoll, die Budgets für Client-Virtualisierung in den nächsten zwölf Monaten entweder zu erhöhen oder erstmalig zu investieren.
Ein attraktives Wachstumspotential birgt das Konzept virtualisierter Infrastrukturen beispielsweise für die Anbieter von Thin-Client-Systemen. Die schlanken Endgeräte führen längst kein Nischendasein mehr und gehören für IT-Verantwortliche zu den bevorzugten Zugriffsmöglichkeiten auf virtuelle Desktopumgebungen. Nicht verwunderlich also, dass fast ein Drittel der im Rahmen der IDC-Studie befragten Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre die Anschaffung von Thin Clients planen.
Auf den Mittelstand zugeschnitten
Derweil sind die Anbieter von Virtualisierungslösungen damit beschäftigt, ihr Produktspektrum weiter auszubauen und mit neuen Funktionalitäten auszustatten. Einen pragmatischen Ansatz, der sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen wendet, verfolgt Citrix mit seiner Virtual-Desktop-Infrastructure-in-a-Box (VDI). Die Lösung zur Bereitstellung virtueller Desktops in einer VDI lässt sich als virtuelle Appliance auf jedem Standardserver ausführen, ohne dass eine teure Rechenzentrumsinfrastruktur erforderlich ist. Bei Bedarf können zusätzliche Server jederzeit ohne wesentliche Änderungen an Architektur oder Konfiguration hinzugefügt werden. Dank einer virtuellen Festplatte, der sogenannten „vDisk“, können Nutzer ihre persönlichen Anwendungen und Daten speichern, während die IT-Abteilung nur eine einzige Instanz des Master-Images verwalten muss.
„Unsere Vision ist es, IT für Personen und Unternehmen durch Virtualisierungssoftware zu vereinfachen. Wir werden weiterhin Angebote auf den Markt bringen, die die IT zu einem Service-Broker machen, der Geschäftsprozesse beschleunigt und Wettbewerbsvorteile generiert“, erklärt VMware-CEO Pat Gelsinger. Einen weiteren Schritt in diese Richtung soll das Konzept des Software-Defined Datacenters darstellen. Damit erweitert der Anbieter die Vorteile von Virtualisierung auf alle Bereiche des Rechenzentrums – Netzwerk, Sicherheit, Storage und Verwaltung. Der Anbieter kündigte in diesem Zusammenhang an,
die Produktlinie „vCloud Networking and Security“ und die Nicira Network Virtualisation Platform (NVP) in eine Produktfamilie namens „NSX“ zusammenzuführen, die die vollen Funktionalitäten für Netzwerkvirtualisierung enthalten sollen. Es soll eigene sowie nicht eigene Hypervisoren verbinden und Cloud-Management-Systeme unterstützen. Dabei kann es auf jeder zugrundeliegenden Netzwerkhardware betrieben werden. Zudem bietet NSX ein offenes Framework für die Integration von Netzwerk- und Security-Services von Partnern aus dem VMware-Ökosystem.
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