Bernd Groß, CTO der Software AG und CEO der IoT-Tochter Cumulocity GmbH: Das Internet of Things kann in vielerlei Hinsicht eine Hilfe für Unternehmen sein, die das eigene Wirtschaften nachhaltig verbessern wollen.
Effizienter wirtschaften und mehr Nachhaltigkeit erreichen: Die Krisen der vergangenen Monate haben gezeigt, wie eng diese beiden Themen verbunden sein können. Denn so schwer vielen Unternehmen der Umgang mit dem komplexen Thema „Nachhaltigkeit“ noch immer fällt – der Bedarf, effizienter zu arbeiten und den Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken, ist bei vielen Unternehmen ein aktuelles Thema.
Die hohen Energiekosten und andere Verwerfungen im Weltmarkt haben den Druck auf Unternehmen deutlich verstärkt. Supply Chains sind zahlreichen Krisenfaktoren ausgesetzt, auch die Logistik spürt den Kostendruck. Gerade hier können Unternehmen mit innovativen IoT-Lösungen sowohl die Effizienz erhöhen als auch Emissionen senken. Diese Herausforderungen können somit sogar als Treiber für nachhaltiges Wirtschaften angesehen werden.
In der Logistik sind noch immer viele Prozesse zeitbasiert – etwa, wenn es um regelmäßige Abtransporte von Recyclingcontainern in der Abfallwirtschaft geht. Wenn Unternehmen diese Prozesse umstellen und anhand von Sensoren den tatsächlichen Füllstand erfassen, lassen sich zahlreiche nicht notwendige Fahrten vermeiden. Ein Fill-Level-Management sorgt dann dafür, dass Container nur abgeholt werden, wenn es notwendig ist – und dabei zusätzlich die Streckenplanung optimiert wird. Das kann Effizienzgewinne von bis zu 30 Prozent bedeuten und damit Kosten und Energieaufwände erheblich senken.
Die gleiche Logik greift für viele Wartungsvorgänge, für die Ersatzteile angefordert werden: Wenn Sensoren den tatsächlichen Zustand an eine IoT-Plattform melden, kann diese analysieren, wann ein Austausch samt Technikereinsatz wirklich erforderlich ist. Davon profitieren die Logistik, das Field-Service-Management und das Asset-Performance-Management. So entfallen überflüssige Fahrten, und Teile werden wirklich erst dann ersetzt, wenn ihr Lebenszyklus endet.
Unternehmen können die gleiche Logik auf ihren gesamten Warenstrom anwenden und ihn Ende zu Ende digital erfassen. Auch dafür stellt eine IoT-Plattform die richtige Antwort zur Verfügung. Denn es geht nicht mehr nur darum, die Vorgänge in der eigenen Produktion zu überblicken – sondern die gesamte Kette, begonnen bei der Produktion über die Lieferwege und die eigenen Produktionsstätten bis hin zum Kunden und dessen aktueller Nachfrage.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Eine Warenwirtschaft, die über Echtzeitdaten zu Verbräuchen, Lagerbeständen und Transportkapazitäten verfügt, kann optimale Routen entwickeln, Leerfahrten vermeiden und obendrein die Umwelt- und Klimabilanz über Cloud-gestützte Dashboards transparent mit allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette teilen. Das Ergebnis sind hochdynamische Versorgungs- und Lieferketten. Sie verbessern die Effizienz und Resilienz der Unternehmen – und ihre Klimabilanz. Denn weniger Ressourcenverbrauch bedeutet auch weniger Emissionen.
Ein Überblick über die Warenströme hilft Unternehmen, Einsparungen zu realisieren – von Kosten, aber auch von Emissionen. Gerade die Reduktion von Verbräuchen und Emissionen wird eine immer größere Rolle im Kontext der Nachhaltigkeit spielen. IoT kann hier eine wichtige Hilfe sein, um das eigene Wirtschaften nachhaltig zu verbessern.
Bildquelle: Software AG