Kommentar

Wettbewerbsvorteil dank technischer Kompetenz

Die Digitalisierung eines Unternehmens ist kein Selbstläufer, weiß Klaus Mahle, Geschäftsführer der Kobaltblau Management Consultants. Er empfiehlt deshalb, zunächst den digitalen Reifegrad des Unternehmens zu ermitteln, um dann von einem definierten Startpunkt aus in vier Schritten zum Digitalisierungsziel zu gelangen.

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Klaus Mahle: „Die Digitalisierung beginnt mit einem IT-Fitness-Check, um herauszufinden, wie gut die IT aufgestellt ist und ob es aktuelle Probleme gibt.“

Wirtschaft und Gesellschaft leiden immer stärker unter den Folgen der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine. Lieferkettenprobleme und steigende Energie- und Beschaffungspreise sind große Herausforderungen und erschweren eine vorausschauende Planung. Für die Planung ist eine aussagekräftige Datenbasis hilfreich. Schon heute werten deshalb immer mehr Unternehmen auf allen Ebenen Daten aus, um einerseits ihre Produkte und Services zu verbessern, sich andererseits aber auch effizienter zu organisieren und aufzustellen. Ein kompetenter und ökonomischer Umgang mit Daten wird daher in Zukunft zu den zentralen Fähigkeiten aller Mitarbeiter gehören. Das liegt auf der Hand, denn aus den Daten Wissen zu generieren, ist im Wesentlichen die Aufgabe der fachlichen Experten.

„Citizen Development“ gefragt

Deshalb werden technisch versierte Mitarbeiter aus den Fachbereichen zu „Light-Entwicklern“. Das heißt: Nach dem Baukastenprinzip erstellen entsprechend geschulte Mitarbeiter mit No-Code- oder Low-Code-Plattformen schnell und einfach kleine Apps für ihre konkreten Anforderungen. Das sind dann Apps, die sie später selbst kontinuierlich optimieren können. Wichtig ist es allerdings, die Governance, sprich die Business-Kritikalität und Verantwortung, für diese Anwendungen zu klären und zu organisieren.

Services, Daten und Anwendungen werden heute vermehrt in die Cloud verlagert. Deshalb werden Provider- und Multiservice-Management – also die Kompetenzen, externe Dienstleister auf Augenhöhe zu steuern – immer wichtiger. Mit diesen Kompetenzen können Firmen die eigene Fertigungstiefe anpassen, indem sie den Fokus auf das Kerngeschäft legen. Dazu werden Routine- und Commodity-Skills ausgelagert und ein besserer Einsatz der eigenen Belegschaft sichergestellt.

Doch wie gelingt einem Unternehmen diese Weiterentwicklung? Womit soll man starten? Die Basis könnte es sein, den digitalen Reifegrad eines Unternehmens zu ermitteln und zu bewerten, wie wir es mit unserem Reifegradmodell vorschlagen. Alles beginnt hier mit einem IT-Fitness-Check, um herauszufinden, wie gut die IT aufgestellt ist und ob es aktuelle Probleme gibt. Im Anschluss wird per IT-Security-Check geprüft, wie sicher Daten und Prozesse verarbeitet werden. Im dritten Schritt (Stichwort „Greenfield IT“) geht es darum, Prozesse und Systeme kritisch zu beleuchten und mit einem erweiterten Blick zu vereinfachen. Welche Altlasten („technische Schulden“) die vorhandene IT hat, wird im vierten Schritt detaillierter betrachtet. Mithilfe des IT-Future-Fitness-Checks wird evaluiert, ob die IT für das Zukunftsszenario richtig aufgestellt ist und wo die wesentlichen Handlungsbedarfe liegen.

Praktische Umsetzung

Geht es dann im Anschluss an die praktische Umsetzung, sollte diese unter Einbeziehung der gesamten Belegschaft geschehen. Ausschlaggebend ist dabei, die Motivation und Ziele der Veränderung transparent zu machen und sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter diese akzeptieren. Dieser Schritt ist extrem wichtig, da darauf die Akzeptanz und damit der Erfolg des Veränderungsvorhabens basieren. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Im Ergebnis sind weitreichende Veränderungen zu erwarten, die gut in vielen kleinen Schritten und realistischerweise über mehrere Jahre umgesetzt werden. Unterstützt durch ein datengetriebenes Change Management wird regelmäßig der Fortschritt ermittelt, um eventuell neue Maßnahmen abzuleiten. Bei all diesen Maßnahmen sollte man nicht vergessen, dass möglichst alle Mitarbeiter abgeholt und beteiligt werden müssen, denn deren Engagement und Begeisterung tragen maßgeblich zu einem nachhaltigen Erfolg bei.

Bildquelle: Kobaltblau Management Consultants

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