Sowohl für den stationären als auch den Online-Handel übernimmt die Logistik eine Vielzahl an Dienstleistungen.
Die Erinnerungen an leere Nudel-, Mehl- oder Toilettenpapierregale verblassen langsam. Dennoch hat die Gesellschaft noch vor Augen, welche Einschränkungen der erste Lockdown nach sich zog und wie sich diese in einer ersten Reaktion im Kaufverhalten niederschlugen. Der Online-Handel erfuhr einen enormen Zuwachs an Bestellungen. Wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) im Juli 2020 bekanntgab, wurden im gesamten Geschäftsjahr 2020 Rekordeinnahmen von 83 Mrd. Euro erreicht.
Zahlreiche Handelsketten, Drogeriemärkte und Textilmarken setzen auf einen Omnichannel-Ansatz und bilden ihr Produktsortiment längst nicht nur über den stationären Handel ab. Der Corona-Effekt ist gekommen, um zu bleiben: Wie der Bevh im April 2021 bekanntgab, hielt das Wachstum auch im ersten Quartal 2021 an. Das hat Auswirkungen auf den Wirtschaftsbereich „Logistik“. Sowohl für den stationären als auch den Online-Handel übernimmt die Logistik eine Vielzahl an Dienstleistungen und sorgt dafür, dass die Warenströme und Lieferketten aufrechterhalten bleiben.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von der Expertise der Logistikdienstleister, die als Partner für die Auslagerung von Logistikprozessen fungieren. Der Geschäftsbereich des Fulfillments, der durch den Online-Handel weiteres Wachstum erfährt, umfasst das ganze Leistungsspektrum, das Logistikdienstleister für ihre Kunden übernehmen. Darin inkludiert sind die physischen Prozesse im Lager wie Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, das Umfüllen, die Verpackung und der Versand, aber auch die digitalen Prozesse im Hintergrund. Die enorme Zunahme an B2C-Bestellungen erfordert laut der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ neue, leistungsstarke und innovative Lösungen von Logistikern. Die Prozesse in der Disposition werden längst nicht mehr mit Tinte auf Papier, sondern mithilfe digitaler Tools geplant. Das spart Zeit, ist ressourcenschonender und liefert eine Menge von Daten.
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Auch bei den Lagerprozessen fordert das Wachstum im E-Commerce neue Ansätze und Lösungen. Dynamisches Mengenwachstum und unvorhersehbare Auftragsspitzen erschweren die Planungen im Lager. Logistikunternehmen reagieren darauf mit der Entwicklung digitaler Lösungen, die Ansätze aus dem Machine Learning und Big Data Management mit Automatisierung verknüpfen. Damit kann eine exponentiell wachsende Datenmenge verarbeitet werden.
Auch die Mitarbeiter im Lager profitieren von einer Vielzahl an Lösungen wie z.B. Wearables mit digitaler Verknüpfung in Form von Handscannern oder Datenbrillen, die anzeigen, welche Waren zu bearbeiten sind und ob sie etwas vergessen haben. Digital gesteuerte Drohnen können eingesetzt werden, um die Inventur zu übernehmen, und autonome Stapler und Sortierroboter nehmen den Menschen körperlich anstrengende Arbeit ab.
Aufgrund eines zunehmenden Professionalisierungsgrads in der logistischen Bewältigung des Online-Handels spezialisieren sich Logistikdienstleister immer mehr auf die Begleitung eines Online-Shops. Zu den Aufgaben solcher Full-Service-Leistungen zählen etwa das Shop Management oder die Sortimentsüberwachung. So kann sich das Handelsunternehmen auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Voraussetzung dafür ist ein intaktes IT-Ökosystem mit den relevanten Schnittstellen zum ERP-System des Kunden, damit alle Prozesse lückenlos digital gesteuert werden können.
Was im Lager funktioniert, lässt sich auch auf globale Lieferketten anwenden. Mithilfe von Supply-Chain-Management-Systemen werden Daten entlang der Lieferkette gesammelt und in Dashboards, Grafiken und interaktiven Karten dargestellt. So können Ereignisse wie die Havarie des Containerschiffs „Ever Given“ im Suez-Kanal zwar nicht verhindert, aber besser aufgefangen werden.
Die Digitalisierung der Logistikprozesse, das Entstehen neuer Geschäftsmodelle und eine wachsende digitale Unterstützung der nach wie vor physischen Prozesse tragen zu einer immer größeren Ressourceneffizienz und Transparenz bei, die für Wirtschaft und Gesellschaft Mehrwerte erzeugen.
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