Security Service Edge

Wie die Cloud endlich sicherer wird

Ist SSE (Security Service Edge) nur ein neues Schlagwort oder eine bedeutende Entwicklung in der Cloud-Sicherheit? Der Ansatz, Endpunktsicherheit sowie Benutzer- und Datenschutzfunktionen auf einer Plattform zu integrieren, ist vielversprechend.

Security Service Edge

Immer mehr Mitarbeiter, die zuvor überwiegend im Unternehmen arbeiteten, greifen heute von überall aus auf das Internet, Cloud-Dienste und private Anwendungen zu.

Da Anwendungen und Daten zunehmend in der Cloud vorgehalten werden, ist heute ein nahtloser Zugriff von jedem Ort und jedem Gerät aus möglich. Was die Telearbeit und mobile Nutzung vereinfacht, stellt aus Sicherheitsperspektive jedoch eine Herausforderung dar. Mit dem Wechsel in die Cloud ist die Sichtbarkeit der Geschäftsumgebung nicht mehr vollständig gegeben. Der Versuch, herkömmliche Sicherheitsansätze auf die Cloud zu übertragen, erwies sich als kostenintensiv und ineffizient. Der vielerorts entstandene Mix aus verschiedenen Sicherheitstechnologien lieferte alles andere als ein perfektes Zusammenspiel ab. 

Fortschritte in der Cloud-Sicherheit

In den letzten Jahren hat sich immerhin vieles getan in der Cloud-Sicherheit. Einer der jüngsten Meilensteine war der erstmals 2019 von Gartner geprägte Begriff SASE (Secure Access Service Edge). Das SASE-Modell basiert auf SD-WAN (Software-Defined Wide Area Netzwerk) und stellt Sicherheitsfunktionen über eine Cloud-basierte Lösung zur Verfügung. Unternehmen hatten damals bereits mit neuen Anforderungen an die Datensicherheit zu kämpfen. Viel Zeit blieb jedoch nicht, denn pandemiebedingt erfuhr der Trend in Richtung Cloud ab Frühjahr 2020 eine enorme Beschleunigung. Noch mehr gefragt waren nun SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Salesforce und Google Workplace sowie Unternehmensanwendungen, die auf IaaS-Plattformen wie Amazon Web Services, Azure und Google Cloud Platform laufen. Im Juli 2021 brachte Gartner schließlich den Begriff SSE (Secure Service Edge) ins Spiel. SSE setzt auf nahtlose Integration und umfassende Sichtbarkeit von Benutzern, Endgeräten, Daten und Anwendungen. Dies erfordert es, verschiedene Sicherheitstechnologien in der Cloud zu konsolidieren, um die Komplexität zu verringern und die Datensicherheit zu erhöhen.

Zu den für SSE relevanten Technologien zählen Cloud Access Security Broker (CASB), Zero Trust Network Access (ZTNA) und Secure Web Gateway (SWG). Eine SSE-Plattform soll Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten zurückgeben, indem sie Daten überall schützt, das Risiko reduziert und die Sicherheitsmaßnahmen vereinfacht. Der entscheidende Pluspunkt von SSE liegt jedoch in den Datenschutz-Services, die dafür sorgen, dass Daten beim Kopieren oder Herunterladen aus der Cloud nicht offengelegt werden. Mit diesen Funktionen können Unternehmen einen intelligenten Zero-Trust-Zugriff mit unterschiedlicher Granularität durchsetzen, entsprechend dem Risikoniveau sowohl der Benutzer und Endgeräte als auch der Sensibilität der Daten. 

Entscheidende Datenschutz-Services

Um Insider-Bedrohungen und kompromittierte Konten zu verhindern, überwacht User and Entity Behavior Analytics (UEBA) das schwankende Risikoniveau der Nutzer. Wenn Administratoren verstehen, wie sich die Nutzer typischerweise verhalten, können sie erkennen, wann von einem Konto eine Gefährdung der Daten ausgeht. Dies gilt unabhängig davon, ob das Konto kompromittiert ist oder von einem legitimen Benutzer für böswillige Aktivitäten verwendet wird. 

Für intelligente Zugriffsentscheidungen muss zudem die Sensibilitätsstufe der Daten, auf die die Benutzer zugreifen wollen, bekannt sein. Erweiterte Data Loss Prevention (DLP) ermöglicht es Sicherheitsteams, granulare Maßnahmen zu ergreifen. So können sie beispielsweise bestimmte Inhalte mit einem Wasserzeichen versehen oder unkenntlich machen, anstatt den Zugriff zu sperren, um sensible Informationen zu schützen und gleichzeitig die Arbeit zu ermöglichen. 

Die dritte Ebene der Datensicherheit ist die Fähigkeit, die Verschlüsselung zu automatisieren. Mit Enterprise Digital Rights Management (EDRM) können Unternehmen Daten verschlüsseln, während diese heruntergeladen werden, so dass nur autorisierte Benutzer darauf zugreifen können, selbst wenn sie offline freigegeben werden. 

Risiken reduzieren und Daten überall schützen

Immer mehr Mitarbeiter, die zuvor überwiegend im Unternehmen arbeiteten, greifen heute von überall aus auf das Internet, Cloud-Dienste und private Anwendungen zu. Dies alles sicherheitstechnisch unter einen Hut zu bringen, erweist sich als zunehmend schwieriger. Ziel muss es sein, Daten, die ungehindert zwischen Endgeräten und Cloud-Anwendungen fließen und die Perimeter-basierte Sicherheit umgehen, dennoch zu schützen.

Letztendlich ist auch SSE, ebenso wie SASE, nur ein Rahmenwerk. Es liegt an den Unternehmen, einen Plattformanbieter zu finden, der die individuellen Anforderungen abdeckt. Um effizient und effektiv Daten überall zu schützen und Risiken zu reduzieren, bietet sich eine Plattform an, die Endpunktsicherheit mit UEBA, erweiterter DLP und EDRM nativ integriert. So gelingt es, Sicherheitslücken, die zuvor durch unterschiedliche Endpunktprodukte entstanden sind, zu schließen, und Zero Trust konsequent umzusetzen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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