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„Wie eine Schachtel Pralinen“

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. Diesmal: Jürgen Lechner, Leiter Small- und Medium-sized Business bei Atos Deutschland.

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„Man muss immer wieder aufs Neue die beste Lösung für den Kunden finden und bauen“, betont Jürgen Lechner.

Unter Mittelstand verstehe ich ...
… eine deutsche Erfolgsgeschichte und das Rückgrat unserer Wirtschaft, regional organisiert und geprägt von Pragmatismus, Nachhaltigkeit, Unternehmertum sowie kurzen Entscheidungswegen.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… Entscheidungen schneller getroffen werden (müssen) und die IT-Budgets kleiner sind. Auch setzen sich die Entscheidergremien anders zusammen als bei Großkonzernen. Im Mittelstand entscheiden oftmals noch das Familienoberhaupt oder der/die Gesellschafter. Auch die Meinung der Fachabteilungen haben ein größeres Gewicht als bei Großkonzernen, bei denen der Einkauf bzw. eine globale Einkaufspolitik ausschlaggebend ist. Die Lösungskompetenz steht mehr im Vordergrund.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… den Kunden individuell und ganzheitlich zu sehen und zu verstehen – sowohl die technischen Anforderungen als auch die kulturellen und emotionalen Bedürfnisse. Man muss immer wieder aufs Neue die beste Lösung für den Kunden finden und bauen. Es bedarf Rightsizing und Customizing auf Basis globaler Standards, Large-Enterprise-Technologie zu mittelstandsgerechten Kosten und lokaler Präsenz, um auf die bereits erwähnten Bedürfnisse des Kunden eingehen zu können und persönliche Beziehungen aufzubauen.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt bzw. vorfindet. Häufig existieren heterogene und gewachsene Strukturen und Landschaften, die nicht immer dem aktuellen Stand entsprechen. Demzufolge ist der Mittelstand facettenreich, spannend und herausfordernd. Und ein Markt voller Chancen, dessen Potenzial noch lange nicht erschlossen ist.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… Windows-Clients mit MS-Office-Paket, SAP-, ERP- sowie Finanzsystem, einigen industriespezifischen Applikationen bzw. Plattformen und einer heterogenen File-, Storage- und Serverlandschaft inklusive Datenbanken.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
… der IT auf Entscheiderebene bisweilen immer noch die falsche Bedeutung zugemessen wird. „IT hat zu funktionieren und sollte nicht zu viel kosten.“ Hier erleben wir erfreulicherweise eine Art Sinneswandel. IT wird nicht mehr nur als Werkzeug verstanden, sondern die Kritikalität der IT und die Zufriedenheit der Anwender und deren Kunden gewinnen immer mehr Gewicht bei der Entscheidungsfindung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… Schritt zu halten mit der enormen Geschwindigkeit, mit der sich die IT-Welt und die sich daraus entstehenden Anforderungen hinsichtlich Digitalisierung, Cloud-Transformation oder Cyber-Security verändern. Gleichzeitig benötigt der Mittelstand spezifische IT-Lösungen, die sein besonderes Portfolio bestmöglich unterstützen. Diese Komplexität – gepaart mit teilweise veralteten IT-Landschaften – lässt sich ohne einen zuverlässigen Partner nicht mehr managen.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich, dass ...
… man sich auf die Beratungskompetenz von IT-Dienstleistern mit Schwerpunkt „Mittelstand“ einlässt und in den Dialog mit Experten geht, damit Probleme zu Herausforderungen werden, Herausforderungen zu Anforderungen und Anforderungen zu Lösungskonzepten. Am Ende sollte eine individuelle und auf die Bedarfe und Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene IT-Roadmap stehen, die Orientierung gibt auf der „Digital Journey“ und für zukunftssichernde Investitionen.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… insbesondere darin, dass die IT-Strategie integraler Bestandteil des Kerngeschäfts und ein solides Fundament der Unternehmensausrichtung werden sollte. Bei Digitalisierungsvorhaben hinkt der Mittelstand den großen Unternehmen noch zu deutlich hinterher. Darüber hinaus gilt es, verlässliche IT-Partner zu finden, um von deren Erfahrungen und der Expertise zu profitieren. So wird der Mittelstand auch weiterhin eine deutsche Erfolgsgeschichte bleiben.

Jürgen Lechner
Alter: 42 Jahre
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Größte Hobbys: Familie, Freunde, Countrymusik und ein gutes Buch

Karriere
Ausbildung: Diplom-Kaufmann
Beruflicher Werdegang: 2003 bis 2011 diverse kaufmännische(Leitungs-)Funktionen bei der Siemens AG/Siemens IT Solutions and Services GmbH; seit 2011 diverse kaufmännische und operative Leitungsfunktionen bei Atos Deutschland
Derzeitige Position: Leiter Small- und Medium-sized Business

Bildquelle: Atos Deutschland

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