Verändertes Kaufverhalten

Wie Online-Händler punkten können

Die E-Commerce-Branche steht unter dem Druck einer andauernden Krise und einer gedämpften Kauflaune: Die Sparneigung der Deutschen, bedingt durch Inflation und Krisenstimmung, hat nachhaltige Auswirkungen auf die Umsätze.

Verändertes Kaufverhalten

Mithilfe einer kreativen Social-Media-Strategie können Online-Händler bei ihren Nutzern punkten.

Dies zeigt auch der kürzlich veröffentlichte Europäische E-Commerce-Report von Mollie. Die Mehrheit der deutschen Konsumenten hat in den letzten zwölf Monaten ihr Kaufverhalten angepasst: Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) bevorzugt die Suche nach dem günstigsten Preis, bevor sie den Kauf durchführt. Gleichzeitig wartet jeder dritte Konsument derzeit auf Sparangebote. Überraschenderweise schauen viele Befragte trotzdem optimistisch in die Zukunft: Knapp die Hälfte (47 Prozent) erwartet einen wirtschaftlichen Aufschwung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Außerdem bemerkenswert: Fast jeder (97 Prozent) nutzt Social Media für die Produktrecherche. Und genau an diesem Punkt sollten Online-Händler ansetzen, um die sich verändernden Kaufgewohnheiten bestmöglich aufzufangen.

Eigene Customer Experience durchleben

Online-Händler sollten sich regelmäßig mit den Shopping-Erfahrungen ihrer Kunden auseinandersetzen, denn nur dann können sie ihr Angebot zielgerichtet – im Sinne der Kunden – optimieren. Beispielsweise können Online-Händler sowohl langjährige als auch neue Kunden einladen, die Customer Journey gemeinsam mit dem Team kritisch zu durchlaufen und die Social-Media-Aktivitäten zu bewerten. Diese Perspektivenverschiebung ermöglicht ein tiefgehendes Verständnis für Kundenbedürfnisse und -erwartungen. Die Ergebnisse sollten sich in konkreten Verbesserungsmaßnahmen niederschlagen.

Social-Media-Aktivität ausbauen

Angesichts der anfangs erwähnten zentralen Rolle von Social Media führt kein Weg daran vorbei, hier deutlich aktiver zu werden. Entscheidend dabei: Wie sieht die Zielgruppe aus und welche Plattformen nutzt sie aktiv? Durch verstärkten Einsatz eigener Social-Media-Profile können Online-Händler nicht nur direkt mit ihrer Zielgruppe interagieren, sondern ihrem anonymen Online-Shop im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht geben. Neben dem regelmäßigen Teilen ansprechender eigener Inhalte sollten Händler ihre Kunden animieren, Unpacking-Videos oder Produkttests zu erstellen, um authentische Einblicke zu ermöglichen. Außerdem sind umfangreichere Aktionen denkbar, bei denen Kunden ihre eigenen Entwürfe einreichen und das Gewinnerdesign in Produktion geht. Exklusive Vorschauen, Sneak Peeks, limitierte Aktionen und Flash Sales sind weitere Mittel, um die Interaktion auf Social Media zu steigern. Plattformen wie Instagram bieten Raum für Storytelling, z.B. mittels Einblicke hinter die Kulissen oder Live-Events.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Visual Storytelling nutzen

Online-Händler können mit Visual Storytelling ihre Markenbotschaften verstärken, eine emotionale Bindung zu ihrer Zielgruppe aufbauen und letztendlich Vertrauen schaffen. Nutzer neigen dazu, visuelle Inhalte besser zu konsumieren und häufiger zu teilen, was zur Reichweitensteigerung beiträgt. Online-Händler sollten daher Bilder und Videos, die die Werte, Mission und Persönlichkeit ihrer Marke auf authentische Weise repräsentieren, in ihre Social-Media-Strategie einbinden.

Selbst zum Influencer werden

Menschen vermitteln Emotionen – weshalb also nicht als Geschäftsführer oder Social-Media-Verantwortlicher zum„Gesicht“ des Unternehmens werden? Sprich: Der Online-Händler schlüpft in die Rolle des Influencers. Hierbei steht im Fokus, nicht nur das Angebot des Shops, sondern auch die persönliche Leidenschaft und Expertise der Menschen dahinter herauszustellen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es ist glaubhaft, unterhaltsam und bietet einen Mehrwert.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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