Von der Einzellösung zum ERP-Ökosystem

Wie sich SCM für den digitalen Handel öffnen lässt

Unternehmen, die wie gerade viele ihre klassischen Vertriebskanäle um den digitalen Handel erweitern, müssen auch ihre Liefer-, Lager- und Logistikprozesse anpassen. Was verändert sich nun und wie können ERP- und Supply-Chain-Management-Systeme (SCM) schrittweise weiterentwickelt werden?

Wie sich SCM für den digitalen Handel öffnen lässt

Viele Unternehmen haben erst in den letzten Monaten ihre Geschäftsmodelle erweitert und ihre Vertriebskanäle um E-Commerce ergänzt.

ERP-Systeme bilden bei vielen Mittelständlern das Herz ihrer IT-Architektur. Manche von ihnen unterstützen dabei auch das Supply-Chain- und Lagermanagement sowie die Logistikprozesse, manche werden durch entsprechend spezialisierte Systeme ergänzt. Aber ganz unabhängig davon, wie die IT-Lösungen in den Unternehmen bisher gestaltet sind, so zeigt sich doch angesichts von Supply-Chain-Unterbrechungen in der Corona-Krise einerseits und neueren Geschäftsmodellen wie Business-to-Customer andererseits ein Trend: Es braucht IT-Architekturen, die auf beiden Seiten der klassischen Liefer- und Wertschöpfungsketten mehr Flexibilität und Offenheit für die dynamischen Bewegungen des Markts  mitbringen. Es gilt, das zentrale ERP-System in ein flexibles und offenes ERP-Ökosystem umzubauen, das die klassischen Anforderungen an gute Liefer-, Lager- und Transportprozesse ebenso erfüllt wie die modernen Herausforderungen, die beispielsweise durch die Nutzung digitaler Handelskanäle und neuer Business-Modelle entstehen. 

Anforderungen digitaler Handelskanäle

Die Unterbrechung bestehender Supply Chains während der Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, IT-Strukturen so zu gestalten, dass neue Lieferanten für Rohstoffe oder Waren auch kurzfristig an die eigenen Systeme angeschlossen werden können, um Produktionsausfälle und Lieferengpässe beim Kunden zu vermeiden. Darüber hinaus haben viele Unternehmen – manche Corona-bedingt erst in den letzten Monaten – ihre Geschäftsmodelle erweitert und ihre Vertriebskanäle um E-Commerce ergänzt. Statt als produzierendes oder Handelsunternehmen wie bisher nur an den Großhandel oder Einzelhändler zu liefern, werden zusätzlich im Direct-to-Customer-Modell eigene Webshops oder Online-Marktplätze für den Verkauf der eigenen Produkte und Waren genutzt. Das macht die Anforderungen an Supply Chain Management und die Logistik deutlich komplexer.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Statt großer Lieferungen an andere Unternehmen oder den Handel entsteht eine Vielzahl kleiner Bestellungen und Auslieferungen, die bearbeitet und gemanagt werden muss. Darüber hinaus stellen Online-Marktplätze wie Amazon eigene Anforderungen an ihre Verkäufer – z.B. mit Blick auf gewünschte Lieferzeiten. All dies verändert interne Lager-, Liefer- und Logistikprozesse und erhöht die Notwendigkeit zur automatisierten Integration mit externen Dienstleistern. Es entsteht immer mehr ein Netzwerk mit beteiligten Lieferanten, mit webbasierten Marktplätzen, mit Unternehmens- und Endkunden, die jeweils unterschiedliche und insgesamt komplexe Anforderungen an Supply-Chain-Verantwortliche stellen. 

Von der Einzellösung zum ERP-Ökosystem

Was bedeutet das nun für die IT-Systeme? Es braucht selbstverständlich IT-Komponenten, welche die funktionalen Unternehmensanforderungen an ERP, SCM, Logistik etc. dem Business-Modell entsprechend gut erfüllen. Das können altbewährte ERP-Systeme ebenso sein wie spezialisierte SCM-Lösungen oder moderne Webshops. Wichtig ist es, in diesem Ökosystem durchgängige Prozesse und einen freien Datenfluss in alle Richtungen zu ermöglichen – am besten in Echtzeit, damit im Webshop nicht noch Produkte verkauft werden, die gar nicht mehr auf Lager sind. 

Für eine solche eng verzahnte Integration aller beteiligten Systeme im Unternehmen müssen bestehende Systembrüche eliminiert bzw. neue vermieden werden. Dies lässt sich durch eine Cloud-basierte Digital Operations Platform erreichen, die über eine API-first-Strategie die problemlose Einbindung bestehender eigener Systeme im Unternehmen ebenso ermöglicht wie die Anbindung externer Dienstleister – seien das Zulieferer, Logistikdienstleister oder auch Webshop-, Marktplatz- und Payment-Anbieter. Ein zentraler Datenhub kann in einer solchen Umgebung nicht nur für konsistente Datenqualität sorgen, sondern auch sicherstellen, dass benötigte Informationen über Materialien, Produkte oder Waren in der gesamten Kette vom Zulieferer bis zum Marktplatz den beteiligten Systemen im benötigten Format zur Verfügung gestellt werden. 

Eine Digital Operations Platform wie beispielsweise Actindo Core1 lässt sich in verschiedenste ERP-Architekturen einpassen und erlaubt dann die Flexibilisierung und schrittweise Öffnung der bestehenden ERP-Architektur in Richtung digitaler Handelskanäle. So entsteht ein leistungsfähiges ERP-Ökosystem, das bewährte Altsysteme integriert und sich gleichzeitig den modernen Anforderungen digitalen Handels entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten öffnen kann. 

Bildquelle: Getty Images/iStock

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