„Man sollte nicht in Hardware denken, sondern betrieblich notwendige Prozesse in der IT umsetzen und dadurch optimieren“, sagt Felix Stiegeler.
Unter Mittelstand verstehe ich ...
... den Motor unserer Volkswirtschaft. Der Mittelstand hat Deutschland und die deutsche Wirtschaft groß gemacht. Flexible und dynamisch handelnde Unternehmen waren und sind in der Regel dazu in der Lage, mit der Zeit zu gehen, Herausforderungen zu meistern und Wachstum zu stemmen. Es kommt nicht von ungefähr, dass zahlreiche Hidden Champions, die in unserer Region zu finden sind, mittelständische Unternehmen sind.
Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
... die Strukturen im Mittelstand eine deutlich größere Handlungsfähigkeit erlauben. So kann ein mittelständisches Unternehmen auf etwaige Unwägbarkeiten oder Potenziale deutlich schneller reagieren. Die größere Flexibilität begünstigt generell Dynamik und Geschwindigkeit auf allen Ebenen. Ja, im Großkonzern kann auf größere Ressourcen zurückgegriffen werden. Im Zweifel braucht es aber in erster Linie Entscheidungen – und die werden im Mittelstand deutlich schneller getroffen. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.
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Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
... der Umsichtigkeit, IT nicht als Kostentreiber zu sehen. Man sollte nicht in Hardware denken, sondern betrieblich notwendige Prozesse in der IT umsetzen und dadurch optimieren. Hardware ist nur ein notwendiges Bauteil. Diesen Umstand missverstehen leider noch immer viele Firmen. Wir fokussieren uns seit zwei Jahren ausschließlich auf die Internetversorgung über Glasfaser in der Region. Groß geworden ist das Unternehmen aber als IT-Systemhaus – und genau darauf basiert unser Erfolg. Unsere Prozesse werden in der IT gelöst und umgesetzt. Wir denken in Prozessen. Bei 400 bis 500 Kunden, die wir jeden Monat schalten, darf nur der kleinste Teil manuell gemacht sein – erst recht, da wir es in der Telekommunikation mit sehr komplexen Zusammenhängen zu tun haben.
Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
... häufig nicht sehr gut aufgestellt. Je nachdem, wer die IT in einem Unternehmen betreut, wird sie oft ganz unterschiedlich und meiner Erfahrung nach meist zu wenig im Sinne des Unternehmens angegangen. Auch die Unterstützung durch ein IT-Systemhaus ist nicht die Lösung aller Probleme und Aufgaben. Dieses kennt in der Regel die internen Abläufe nicht, weshalb nur Support-Aufgaben ausgelagert werden sollten, Hardware-Installation und dergleichen. In 30 Jahren Selbstständigkeit habe ich auch oft ein Konkurrenzdenken zwischen interner IT und Dienstleister erlebt. Das ist natürlich sehr hinderlich.
Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
... guter Hardware und Software. Die sind in der Regel auch in ordentlicher Qualität vorhanden. Es mangelt jedoch an der Umsetzung auf Basis einer durchdachten IT-Strategie. Bildlich gesprochen ist es häufig so, dass ein Lkw samt Mechaniker gekauft wird, es fehlt aber an Fahrern und Disponenten.
Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist ...
... das Denken, dass es mit der Investition alleine getan ist. Auch erlebe ich im Mittelstand immer noch eine recht große Angst vor der Cloud beispielsweise. Das resultiert meines Erachtens aus der oft gleichen Neigung der Entscheider – ich möchte es mal als „Hardware-Verliebtheit“ bezeichnen.
Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind, dass ...
... das Potenzial der Enterprise-Resource-Planning- (ERP) und Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM) nur bedingt genutzt wird.
Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
... ein Umdenken. IT-Verantwortliche müssen die Unternehmensprozesse kennen und in den Optimierungsprozess dieser stetig mit einbezogen werden. Die Beschaffung und Installation von Hardware und Software, die nur einmalig alle paar Jahre anfällt, sollte extern vergeben werden. Nur wiederkehrende, tägliche Arbeiten müssen intern abgedeckt werden.
Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
... in der Entwicklung einer Strategie und Vision.
Alter: 45 Jahre
Familienstand: verheiratet
Größte Hobbys: IT, Golf
Ausbildung: Abitur, mehrere Semester Informatik/BWL
Beruflicher Werdegang: 30 Jahre selbstständig
Derzeitige Position: Inhaber und Geschäftsführer von Stiegeler
Bildquelle: Stiegeler Internet Service GmbH