Pforte zum Bavaria-Film-Gelände Geiselgasteig (Bildquelle: Bavaria Film/Manfred Lämmerer)
Der Glücksdrache Fuchur aus „Die Unendliche Geschichte“ (Bildquelle: Bavaria Filmstadt)
Außenbereich der Film-Entdeckerwelt „Bullyversum“ (Bildquelle: Bavaria Filmstadt/Bullyversum)
Die Bavaria Film GmbH zählt zu den führenden Produktions- und Dienstleistungsunternehmen der deutschen Film- und TV-Branche. Gewachsen aus der Tradition eines 1919 gegründeten Studiobetriebs, hat man sich mit seinen Tochter- und Beteiligungsfirmen an den relevanten Medienstandorten im deutschsprachigen Raum, wie Köln, Berlin, Hamburg und Leipzig, zu einem Anbieter entwickelt, der zahlreiche Segmente der Film- und TV-Industrie abdeckt.
Dabei fungiert die Bavaria Film GmbH als Holding von Produktions-, Dienstleistungs- und Lizenzhandelsunternehmen. Die Unternehmensgruppe realisiert Kino- und TV-Auftragsproduktionen für öffentlich-rechtliche und private Auftraggeber und bedient mit der vielfältigen Palette der produktionstechnischen Dienstleistungen sowie dem Rechte- und Lizenzhandel nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Film- und Fernsehproduktion.
Auch für den Filmspezialisten wird unternehmensfähiges WLAN in allen Bereichen immer wichtiger. Denn große Medienunternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter, Kunden, Besucher, Produzenten, Schauspieler usw. immer und überall zuverlässige Netzanbindung haben. Auch für Fernsehshows, die auf Interaktion mit dem Publikum ausgelegt sind, oder Social TV spielt WLAN eine immer größere Rolle. Eine Entwicklung, auf die die Verantwortlichen vorbereitet sein wollten.
Eine konkrete Herausforderung bestand bei der Projektplanung zunächst darin, das vergleichsweise stark verteilte Areal der Bavaria Film an den gewünschten Orten entsprechend mit WLAN abzudecken. Das Gelände umfasst 30 Hektar und einen Gebäudeflächenbestand von ca. 90.000 Quadratmetern einschließlich eines großen Campus, mehreren Häuser- und Bürokomplexen sowie Studiohallen und Außendrehorten. Eine gewissenhafte Planung des Wireless LANs war somit unerlässlich.
Das Anwenderunternehmen suchte eine Lösung, die auch bei sukzessiven Erweiterungen der WLAN-Installation flexibel, kostengünstig und einfach zu handhaben ist. Die zentrale Frage lautete: Wie schafft man wir es, die Übertragungsqualität und Stabilität des WLANs an den gewünschten Stellen zu steigern, ohne die Komplexität der IT weiter zu erhöhen?
Vor diesem Hintergrund entschied man sich für die Architektur von Aerohive, die sich durch Flexibilität, Simplizität und Skalierbarkeit auszeichnet. Das Herzstück des Drahtlosnetzwerks, das anders als andere Enterprise-WLAN-Modelle ohne zentralen Controller auskommt, bildet der Hive Manager, eine per Browser abrufbare Managementoberfläche. Sie dient zunächst dazu, den Switches und Access Points (Hive APs) ihre Konfigurationsdaten zu übermitteln. Während des Betriebs lassen sich darüber auch die Geräte managen.
Die zweite Besonderheit ist die „Cooperative Control“-Technologie: Die Kontrollebene wird dabei in Form von Protokollen in die Access Points und Switches verlagert. Und die Intelligenz des Netzwerks liegt in den Access Points selbst, da sie Netzwerkeinstellungen sowie Steuerungsinformationen teilen und untereinander kommunizieren. Bei Bavaria Film sind im Moment rund 90 dieser Access Points im Einsatz, eine Zahl, bei der es laut Thomas Singbartl, IT Leiter bei dem Anwenderunternehmen, nicht bleiben wird: „Die Implementierung und Ausweitung des Systems erfolgt schrittweise. Wir haben vor rund zweieinhalb Jahren mit einer vergleichsweise kleinen Installation und Investition für ein einzelnes Studio begonnen und binden jetzt nach und nach weitere Access Points ein.“
Dabei spart das Anwenderunternehmen nicht nur die bei einem zentralen Controller ungleich höheren Lizenzkosten, auch Ausfallzeiten halten sich in Grenzen, denn ohne zentralen Knoten (Controller) entfällt auch die Single-Point-of-Failure-Problematik. Für IT-Abteilungen ist dadurch wiederum der Schulungs- und Administrationsaufwand überschaubar und auch das Troubleshooting einfach: Sollte ein Access Point ausfallen, lässt er sich leicht austauschen und wieder in den bestehenden „Schwarm" einbeziehen, während der Rest des Systems von dem Ausfall nicht beeinträchtigt wird.
„Wir haben ein unkompliziertes System benötigt, das auch von einem kleinen Team bewältigt werden kann“, erklärt Singbartl. Bei Bavaria Film kümmert sich ein dreiköpfiges Team von Administratoren um das Netzwerkmanagement. Zu Beginn arbeiteten die Administratoren mit einer Version des Hive Managers, die von einem Aerohive-Reseller gehostet wurde, inzwischen wurde aber auf die On-Premise-Lösung umgestellt.
Ein Hauptziel der neuen Lösung – gesteigerte Unternehmensmobilität – hat das Team bereits erreicht. Allein durch die Bereitstellung eines stabilen leistungsfähigen WLANs für alle Endgeräte und in allen Abteilungen trägt die neue Architektur zu einer Produktivitätssteigerung im gesamten Betrieb bei: Die Angestellte, freie Mitarbeiter und Geschäftskunden können immer und überall, auch auf eigenen Geräten mobil und flexibel arbeiten. „Zuverlässiges WLAN ist heute ein absolutes Muss, denn unsere Mitarbeiter wollen mobil sein und für ihre Arbeit nicht mehr von einem Kabel oder einer Netzwerkdose abhängig sein – zumal Laptops heute zum Teil gar nicht mehr über eine Ethernet-Schnittstelle verfügen. Deshalb wäre jede Minute Ausfallzeit des Drahtlosnetzwerks in jedem Fall problematisch für uns. Zeitgemäßes Arbeiten ist nur mit funktionierendem Internet möglich", meint Singbartl.
Von der neuen Infrastruktur profitieren neben den Mitarbeitern auch die Touristen, die jedes Jahr zu Hunderttausenden in die Filmstudios strömen. Während der Filmtour können sie sich per Social-Login in das Netz einwählen, verfügen anschließend über ein WLAN-Erlebnis und können sich über das Tourangebot hinaus über Film- und Fernsehproduktionen, Exponate, Bavaria-Film-Historie oder andere Hintergründe informieren.
Aber auch über den Eigengebrauch eines Besuchers hinaus bildet das neue System die Grundlage für die Einbindung des Publikums in eine bestimmte Show über den sogenannten Second Screen. Bei großen Shows ist WLAN wesentlicher Bestandteil des Konzepts, denn nur so können Abstimmungen, Kommentare und andere Inhalte eingebunden werden und Zuschauer aktiv an einer Show teilnehmen.
Ein künftiges Projekt, das in der Planung bereits weit fortgeschritten ist, beinhaltet die Erweiterung des WLAN-Netzwerks um sogenannte iBeacons. Auf der Basis von Bluetooth Low Energy (BTLE) und WLAN sollen sie den stetigen Dialog zwischen der Bavaria Film und ihren Besuchern vereinfachen und etwa maßgeschneiderte multimediale Push-Nachrichten mit Trailern, Videos, Bildern sowie Zusatzinformationen zu Exponaten standortabhängig ermöglichen. Ziel ist es, die ohnehin schon beliebte Filmtour für Touristen interessanter zu gestalten und die Interaktivität zu steigern.