Laut Andreas Richstätter ermöglicht ein DaaS-Modell die Fokussierung auf die Mitarbeiter selbst. ((Bildquelle: Adlon Intelligent Solutions))
In Sachen ,Nachhaltigkeit‘ wird durch DaaS weniger CO2 verbraucht. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus ))
ITM: Herr Richstätter, was hat es mit Device as a Service auf sich und welche Unternehmen profitieren davon? Für welche Unternehmen kommt ein „Device as a Service“-Modell besonders infrage?
Richstätter: Bei unseren Kunden ist DaaS deshalb so gefragt, weil es den Gesamtprozess abbildet – alles aus einer Hand: von der Gerätebeschaffung bis hin zum Austausch. Für wen es sich lohnt? Wirklich für alle Branchen und Unternehmensgrößen. Besonders für Unternehmen, die keine Ressourcen oder Kompetenzen für die Arbeitsplatzbereitstellung aufbauen können oder möchten – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und einem steigenden Kostendruck.
ITM: Welche Vorteile kann ein solcher Service für Unternehmen bringen?
Richstätter: Wie schon erwähnt sind die wesentlichen Vorteile eine erhöhte Resilienz gegenüber fehlenden Fachkräften. Zudem eine Reduktion des Kostendrucks, insbesondere hoher interner, teils auch versteckter Kosten rund um die Arbeitsplatzbereitstellung. Unternehmen können sich so ganz auf die Wertschöpfung konzentrieren, also auf das eigene Business und die Innovationskraft. Außerdem kann Komplexität reduziert werden. Das Unternehmen hat einen Ansprechpartner und einen klaren Verantwortlichen. Ein weiterer Vorteil: die gute Planbarkeit. Das Modell bietet einen festen Preis pro Mitarbeiter bzw. Arbeitsplatz und erlaubt somit eine einfache Skalierbarkeit und Planbarkeit der Kosten.
ITM: Worin liegt der Unterschied zur traditionellen IT?
Richstätter: Bisher haben viele Abteilungen an der Arbeitsplatzbereitstellung mitgewirkt: Finanzen beim Leasing, Einkauf bei der Beschaffung, IT bei der Bereitstellung und Verwaltung sowie beim Austausch von Geräten. Bei dieser einfachen Darstellung werden viele Tätigkeiten und Aufwände im manuellen Support und in der Sicherheit gar nicht erst sichtbar. Kommen nun verteilte Standorte oder Telearbeit fern des Unternehmens hinzu, greifen traditionelle Bereitstellungsprozesse erst gar nicht mehr. Ein DaaS-Modell ermöglicht die Fokussierung auf die Mitarbeiter selbst. „Workplace Experience“ ist das Stichwort. Mitarbeiter können ihre Arbeitsplatzausstattung selbst konfigurieren oder eigene Geräte nutzen. Die Installation der Arbeitsumgebung erfolgt remote und automatisch. Sollte das Gerät defekt sein oder das Leasing-Ende anstehen, kann das Gerät einfach getauscht werden. Ersatzgeräte werden schnellstmöglich bereitgestellt. Wie hier deutlich wird, kann nur durch Modern Management den steigenden Anforderungen an die Arbeitsplatzbereitstellung wirtschaftlich Rechnung getragen werden.
ITM: Wie viel Flexibilität bringt DaaS mit Blick auf die Finanzierung?
Richstätter: DaaS an sich bringt Flexibilität, nicht die Finanzierung. Die Finanzierung bringt gerade in Zeiten von Lieferengpässen keine Flexibilität. Es macht Sinn umzudenken und Leasinglaufzeiten zu verlängern, refurbished Geräte einzusetzen, Altgeräte zu erhalten oder neue Konzepte wie BYOD zuzulassen. Gute Anbieter haben dafür hybride Verwaltungskonzepte in der Tasche. Aber um doch noch auf die ursprüngliche Frage zu antworten: Es wird pro Device abgerechnet – d.h. keine sprungfixen Kosten. Eine Skalierung kann in beide Richtungen erfolgen.
ITM: Inwieweit wird die eigene IT-Abteilung durch DaaS entlastet?
Richstätter: Maximal. Die interne IT kann sich auf die eigene Wertschöpfung konzentrieren. Die Entlastung findet in jeder Teildisziplin von DaaS statt: in der Beschaffung bzw. im Swap samt Mobilfunkvertrag und Lizenzbeschaffung, in der Bereitstellung und Erstinstallation sowie in der Verwaltung samt Sicherheit und im Support.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
ITM: Was bringt DaaS in puncto „Nachhaltigkeit“?
Richstätter: In Sachen „Nachhaltigkeit“ wird durch DaaS weniger CO2 verbraucht. Das kommt daher, dass viele Prozessschritte automatisiert werden, z.B. der Durchlauf des Geräts, bis es installiert und auf dem Arbeitsplatz des Mitarbeiters steht. Es ist darauf zu achten, dass sich der Dienstleister mit dem Thema selbst beschäftigt und auch bei der Weiterentwicklung des Service den Fokus auf Nachhaltigkeit legt.