ERP-Modernisierung: Dürr Dental zieht heterogener Systemlandschaft den Zahn.
Wie so viele mittelständische Unternehmen in Deutschland hat auch Dürr Dental in den letzten Jahren eine starke internationale Expansion erfahren und ist rund um den Globus aktiv. So weist Dürr Dental – einer der führenden Hersteller von Zahnmedizintechnik – mittlerweile einen Exportanteil von rund 70 Prozent auf. Neben der Unternehmenszentrale in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart und Produktionsstandorten in Deutschland verfügt das Unternehmen über ein weltweites Netz an Vertriebsniederlassungen und Vertretungen sowie ein großes Werk in den USA.
Diese Entwicklung brachte die Unternehmenssoftware des Zahnmedizinexperten aber zunehmend an ihre Grenzen. „Unser rund 20 Jahre altes ERP-System wurde im Laufe der Zeit mit immer mehr Best-of-Breed-Lösungen für einzelne Bereiche wie das Qualitäts- oder das Service-Management ergänzt“, erläutert Ralf Durst, IT-Leiter von Dürr Dental. „Diese Systeme waren aber zum Teil nur für den deutschen Markt verfügbar und konnten nicht international eingesetzt werden. Eine Anbindung unserer weltweiten Niederlassungen an die Firmenzentrale war deshalb nicht möglich.“ Das war aber nicht das einzige Problem, das sich aus der heterogenen Systemlandschaft ergab. Die zahlreichen Satelliten waren über Schnittstellen an das ERP-System angebunden – und deren Wartung und Betrieb wurden immer komplexer.
Aus diesen Gründen entschloss sich das Unternehmen, seine ERP-Landschaft zu modernisieren und IFS Applications einzuführen. „Die Lösung hat uns unter anderem mit ihrer modernen und einfach bedienbaren Benutzeroberfläche überzeugt. Auch mit der internationalen Ausrichtung und ihren Funktionen konnte sie punkten“, begründet IT-Leiter Durst. „So lässt sie sich mit ein- und demselben Template sowohl in einer großen produzierenden Einheit als auch an einem kleinen Vertriebsstandort einführen.“
Big-Bang-Einführung an vier deutschen Standorten
In einem ersten Implementierungsschritt führte Dürr Dental die neue ERP-Lösung an seinen vier deutschen Standorten ein, die im Rahmen eines Big Bang alle am selben Tag mit den kompletten Funktionen der neuen Lösung in den Echtbetrieb gingen. Um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter die ERP-Software so schnell wie möglich produktiv nutzen können, setzte Dürr Dental gemeinsam mit dem ERP-Anbieter ein umfassendes Inhouse-Schulungsprogramm um. Für die heißeste Phase der Implementierung – die ersten zwei Monate nach dem Go-Live – richtete das Unternehmen außerdem eine Art „Kommandozentrale“ ein, in der auch zahlreiche Berater vertreten waren. Gab es irgendwo Schwierigkeiten, konnten sie sofort reagieren und direkt vor Ort unterstützen.
Heute wird die Software an den vier deutschen Standorten des Unternehmens in ihrer vollen Breite genutzt – vom Finanz- und Personalwesen über Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Projektmanagement, Produktion und Qualitäts-Management, Vertrieb, Export und Zoll bis hin zum Service-Management. „Der neue zentrale Ansatz ist ein Vorteil für uns“, zieht der IT-Leiter ein erstes Fazit. „Alle arbeiten nun auf ein- und derselben Informationsbasis, egal, ob es um Artikel-, Kunden- oder Lieferantendaten geht.“ Den größten Nutzen sieht er denn auch nicht in Kostenersparnissen, die zwar wegen der wegfallenden Wartung der Subsysteme durchaus vorhanden sind, sondern in der Prozesssicherheit, die Dürr Dental mit den durchgängigen Abläufen der integrierten Komplettlösungen gewonnen hat.
Für die nächste Implementierungsphase sind die internationalen Roll-outs der neuen ERP-Lösung geplant. Dabei wird das Unternehmen zunächst kleinere Vertriebstöchter im europäischen Ausland – etwa in Frankreich, Österreich, Spanien, Italien, England und Schweden – an seine Zentrale in Bietigheim-Bissingen anbinden. Mittelfristig soll dann die gesamte Unternehmensgruppe mit dem neuen System arbeiten.
Dürr Dental AG