„Die Tech-Branche hat in Bezug auf Diversity und Inklusion zwar schon gute Fortschritte gemacht, jedoch braucht es noch mehr Partner- und Ally-Programme“, meint V Brennan. ((Bildquelle: Slack))
Vor allem, wenn sich alle Mitarbeiter eines Unternehmens an verschiedenen Orten befinden, ist es wichtig, dass sie sich verbunden und gut informiert fühlen. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus))
Eine entscheidende Rolle für gleiche Arbeitsbedingungen spielt das Thema „Flexibilität“. Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass flexibles Arbeiten in vielen Berufen ganz hervorragend funktioniert. Und die wenigsten Angestellten wollen diese Freiheit wieder aufgeben.
Laut unserer aktuellen Future-Forum-Umfrage geben 81 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie ein hybrides Arbeitsumfeld bevorzugen – nahezu alle deutschen Befragten (96 Prozent) wünschen sich zudem eine flexible Zeiteinteilung. Besonders Gruppen, die in der „alten“ Arbeitswelt eher benachteiligt wurden, profitieren von dieser Wahlfreiheit. Denn Flexibilität sorgt für fairere Wettbewerbsbedingungen bei allen Arbeitnehmern und damit für mehr Chancengleichheit.
Die Studie zeigt aber auch, dass es in der Umsetzung noch Raum für Verbesserungen gibt. So werden berufstätige Mütter in der aktuellen Situation unverhältnismäßig stark belastet, da sie häufig Arbeit und Betreuung unter einen Hut bringen müssen. Für mich als Mutter und Führungskraft im Bereich „Engineering“ ist Flexibilität der Schlüssel, um sowohl persönlich als auch beruflich erfolgreich zu sein. Dank des flexiblen Arbeitens bleibt mir ein dreistündiger Arbeitsweg erspart, ich kann meine Kinder zur Schule zu bringen und mehr Sport treiben. Das heißt, ich kann mich nun sowohl besser um sie als auch um mich selbst kümmern.
Ein wichtiger Schritt dabei ist, sich vom alten 9-to-5-Modell zu lösen und mehr asynchrone Zusammenarbeit zu ermöglichen. Hybride Arbeitsformen und Tools, die dieses Arbeiten unterstützen, bilden den Rahmen für eine digitale Firmenzentrale und somit ein faires Spielfeld für alle. Auch der Mobilitätsanbieter Free Now setzt zunehmend auf eine asynchrone Arbeitsweise. Wenn beispielsweise ein Thema in einer größeren Gruppe diskutiert werden soll, wird dafür häufig kein Meeting mehr einberufen, sondern die Diskussion in einen Slack-Channel verlagert. Sollten sich Mitarbeiter nachmittags etwa um ihre Kinder kümmern müssen oder einen Arzttermin haben, können sie die Diskussion zu einem späteren Zeitpunkt abrufen und ihren Teil dazu beitragen. Das Unternehmen ist dadurch agiler geworden und arbeitet der Meeting-Fatigue aktiv entgegen.
Insbesondere, wenn sich alle Mitarbeiter eines Unternehmens verteilt an verschiedenen Orten befinden, ist es wichtig, dass sie sich verbunden und gut informiert fühlen. Eine offene, transparente Kommunikation, die in beide Richtungen geht, ist hier unerlässlich. Und das fängt auf oberster Ebene an. Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter auf sinnvolle Weise in den Planungsprozess einbeziehen und ihr Feedback ernst nehmen. Zudem ist es unerlässlich, offen über Herausforderungen und Chancen zu sprechen, um Vertrauen in die Führung und Unternehmensausrichtung zu schaffen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Führungskräfte haben eine besondere Verantwortung, wenn es darum geht, für mehr Vielfalt und Teilhabe zu sorgen. Die Tech-Branche hat in Bezug auf Diversity und Inklusion zwar schon gute Fortschritte gemacht, jedoch braucht es noch mehr Partner- und Ally-Programme, um hier weiter voranzukommen. Nur wenn wir allen im Unternehmen die Möglichkeit geben, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, können wir wirklich etwas bewegen und in Zukunft erfolgreich sein. Führungskräfte müssen daher jetzt die Chance ergreifen, um flexible Arbeitsweisen, transparente Kommunikation und eine befähigende Führungskultur voranzutreiben.