Nicklas Spelmeyer, Inhaber von fünf GmbHs, macht in seinen Coachings angehende Online-Händler fit für Amazon und Co.
Während junge Unternehmen mit dem E-Commerce groß werden und ihr Business von Anfang an darauf aufbauen, müssen mittelständische Unternehmen teils völlig andere Ansätze finden und bislang gewohnte Geschäftswege neu denken. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise ist der E-Commerce einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftszweige. Und die weiteren Wachstumsprognosen stehen extrem gut, denn immer mehr Menschen verlagern ihr Konsumleben online.
Das stellt besonders mittelständische Betriebe vor eine ganz neue Herausforderung. Vielen von ihnen fehlen Know-how und personelle Flexibilität, um sich im Online-Handel effizient aufzustellen. Nicht selten sieht man es den Online-Auftritten der Unternehmen an, dass sie weder von zeitgemäßer Präsentation im Netz noch von der Auswahl der richtigen Kanäle und Artikel Ahnung haben. Shop-Auftritte wirken wie 1980, Produkte werden zu wenig strahlkräftig angeboten. In Zeiten, in denen alles in unendlicher Variation im Netz erhältlich ist, genügt es längst nicht mehr, Artikel einfach online anzubieten.
Die Produkte, die dort angeboten werden, verkaufen sich nur dann erfolgreich, wenn sich das anbietende Unternehmen damit auch 100-prozentig identifizieren kann. Es kann sich lohnen, sich dabei zunächst auf wenige, dafür hochspezialisierte Produkte zu beschränken und die ersten Gehversuche mit einigen Kernartikeln zu machen, für die man selbst die Zielgruppe ist. Die ersten Schritte im Online-Handel sind zudem bei Amazon empfehlenswert, da man hier am einfachsten Kunden erreicht und am schnellsten profitabel wird. Mittelständische Unternehmen sollten trotzdem möglichst schnell den weiteren Schritt in den Multi-Channel- bzw. Omni-Channel-Verkauf wagen, also den Verkauf über mehrere Plattformen. Dafür gilt es, eigens Mitarbeiter abzubestellen und speziell zu schulen.
Denn wir müssen eines bedenken: Ohne ein zeitgemäßes Verständnis für den E-Commerce wird kein mittelständisches Unternehmen lange erfolgreich im Mittelstand bleiben. Wurden 2010 noch 15 Mrd. Euro Umsatz im Online-Handel generiert, knackte der Wirtschaftszweig 2021 bereits die 90 Mrd. Euro. Bis 2030 sollen sich diese Umsätze noch einmal verdoppeln.
Corona hat diesen Trend weiter verstärkt. Dazu kommt der Generationenwandel. Immer mehr junge Leute rücken nach, die bereits digital aufgewachsen sind und für die der Kauf im Netz vollkommen selbstverständlich ist. In einigen Jahren werden das auch die älteren, 70 Jahre und aufwärts, sein. Verstehen die heute noch wenig vom digitalen Shoppen, so wird sich das mit dem Generationenwandel verändern. Wer diese Kunden künftig noch erreichen will, muss jetzt anfangen umzudenken.
Bildquelle: Spelmeyer