KI-Software

Zwischen Euphorie und Angst

Im Kurzkommentar berichtet Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro, wie gefährlich ChatGPT für die IT-Security sein kann.

Richard Werner

Klar ist, ChatGPT hat nicht die Rolle der legendären „Büchse der Pandora“ inne, sondern stellt lediglich die erste Stufe einer vorhersehbaren Entwicklung dar.

Die Software von OpenAI schlägt hohe Wellen. Der Chatbot beantwortet mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) eloquent unterschiedliche Fragen, schreibt Vorträge, Gedichte und vieles mehr. Daher sollte es niemanden überraschen, dass Kriminelle bereits darüber nachdenken, wie sie diese Fähigkeiten nutzen können.

Klar ist, ChatGPT hat nicht die Rolle der legendären „Büchse der Pandora“ inne, die nun geöffnet wurde, sondern stellt lediglich die erste Stufe einer vorhersehbaren Entwicklung dar, die früher oder später dazu führen wird, dass KI in der Cyberkriminalität verwendet wird. Für die Macher von OpenAI mag die Veröffentlichung der vorläufige Höhepunkt einer langen Entwicklung sein, für die IT aber beginnt damit die Reise erst.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Phishing-Mails gehören zum Standardprogramm der meisten Angriffsvarianten. Es gibt einen eigenen Dienstleistungssektor im digitalen Untergrund, der sogenannten Access as a Service mit guter Qualität bietet – das ist nur eine Frage des Preises. Doch „bessere“ Phishing-Mails sind nicht die Sorgen, die Sicherheitsforscher beschäftigen. Eher befürchtet man, dass es gelingen könnte, eine KI so zu erstellen, dass sie in der Lage ist, eine interessante Kommunikation mit einem Opfer zu führen und damit den aktuell enormen Aufwand bei gezielten Angriffen zu reduzieren. Gelingt dies, sind künftige Phishing-Mails nicht mehr von echter Geschäftskommunikation zu unterscheiden.

Bildquelle: Trend Micro

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