Nicht nur Digitalisierung und Dings

13 Trends, die wie SciFi klingen, aber nicht sind

Digitalisierung ist das große Ding? Wer jetzt gähnen muss, sollte einmal einen Blick in diese Trendliste werfen.

Der Jahresanfang ist immer die Zeit der großen Trend-Auguren. Der eine hält Digitalisierung noch für wichtig, der andere sagt schon, dass sie überschätzt wird. Da ist es richtig erholsam, wenn Analysten einmal ein paar andere Trends vorstellen.

Die Technologiebeobachter von CB-Insights haben eine Reihe von eher kurzfristigen Trends ausgemacht, die zum Teil recht stark nach Science-Fiction klingen. Doch es ist tatsächlich durchaus möglich, dass ein großer Teil der hier aufgezeichneten Entwicklungen wahr wird. Viele Trends sind bereits jetzt technologisch machbar oder kurz vor der Marktreife.

Dass sie noch nicht verwirklicht sind, ist zum Teil eine Kostenfrage. So ist zum Beispiel der 3D-Druck im Hausbau oder der Einsatz von Exoskeletten in der Industrie im Moment noch nicht wirtschaftlich. Einige andere Technologien dagegen müssen erst noch den Alltagstest bestehen, etwa die Solarstraßen. Es gibt zwar Solarradwege in den Niederlanden, doch sie müssen erst beweisen, dass sie unter Dauerbelastung funktionieren.

Bei einigen der genannten Trends gibt es auch ethische Probleme. Designer-Babys, Roboter-Altenpfleger und digitale Klone von Verstorbenen gelten zumindest in Europa als „unheimliche“ Technologien, die im Moment noch keine gesellschaftliche Akzeptanz haben. Außerdem ist es fraglich, ob die entsprechenden Technologien tatsächlich schon so praxistauglich sind, dass sie fehlerfrei funktionieren.

Scifi-Technologien, die bald Wirklichkeit werden

  • Das maßgeschneiderte Baby: Vorgeburtliche Gentests sowie die wachsenden Fähigkeiten in der Bearbeitung von Genen (Crispr) führen dazu, dass Eltern das Genom ihrer Kinder an eine vermeintliche Normalität anpassen wollen.
  • Roboter als Gefährten: Roboter werden für bestimmte Personen zu ständigen Lebensbegleitern, etwa als Tutoren und Betreuer für Kinder oder als Helfer für alte Leute.
  • Das persönliche Essen: Genanalysen erlauben es, dass Einzelpersonen ihr Essen an ihre individuellen Genprofile anpassen, etwa um bestimmte Stoffwechselkrankheiten oder auch nur -besonderheiten zu behandeln oder zu lindern.
  • 3D-Druck im Hausbau: Die wachsenden Fähigkeiten im Betondruck und anderen 3D-Druckverfahren erlauben es in naher Zukunft, Häuser anhand einer digitalen Datei automatisch aufzubauen.
  • Solarstraßen: Das ist weniger ein Trend, als vielmehr eine schon im ersten Anwendungsstadium befindliche Möglichkeit: Solarzellen als Straßenbelag.
  • Der flüchtige POS: Traditionelle Ladengeschäfte werden zunehmend durch andere Kanäle ersetzt. Eine neue Möglichkeit sind dabei temporäre, mobile Geschäfte, die voll automatisiert arbeiten und beispielsweise mit Beacons, Sensoren und Gesichtserkennung einen schnellen Checkout erlauben. Ihr Standort folgt dabei den Kundenströmen.
  • Arbeiter mit Exoskelett: Menschliche Arbeiter sind häufig zu schwach für bestimmte Arbeitssituationen, Industrieroboter aber zu dumm. Die Kombination aus beidem ist dagegen deutlich flexibler einsetzbar.
  • Luxus aus dem Labor: Synthetische Diamanten, gentechnisch veränderte Weine und gentechnisch erzeugtes Leder können auch die Luxusindustrie verändern.
  • Bots überall: Schon sehr kurzfristig werden Bots den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen, aber auch das Image von Marken und Produkten.
  • Mikroben-Chemie: Zurzeit kommen neue Materialien vorwiegend aus der Petrochemie, doch die Gentechnik wird schon bald Mikroben bauen, die Chemikalien herstellen.
  • Neuroprothesen: Geräte, die sich in das menschliche Nervensystem integrieren, sind nur einen kleinen Schritt entfernt. Sie erlauben völlig neue Anwendungsbereiche für Prothetik und die Heilung von zahlreichen Krankheiten, bei schrittweise Blindheit oder Lähmungen. Hinzu kommt: Durch 3D Druck sind Prothesen bereits heute zum Teil deutlich kostengünstiger herzustellen als früher.
  • Instant-Wissen: In naher Zukunft werden Verfahren zur Unterstützung von Wissensarbeitern zu einer jederzeit abrufbaren Instant-Expertise zusammenwachsen, etwa die Analyse von Maschinen mit Kameras, AR-Overlays mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und prozessbasierte Audio-Coachings.
  • Digitale Zwillinge: Mit dem von vielen Leuten hinterlassenen digitalen Fußabdruck und KI-Technologien lassen sich relativ leicht digitale Zwillinge oder „Geister“ einer Person erzeugen, was in letzter Konsequenz zu robotischen Klons von Verstorbenen führen könnte.

Bildquelle: Thinkstock

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