Entwicklung des IoT

50 Milliarden vernetzte Geräte im Jahr 2022

Kernmarkt für Consumer und Industrial IoT sind wie bisher Nordamerika, Westeuropa und China. Der große Schub kommt durch die 5G-Technologie.

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Bald 50 Milliarden vernetzte Geräte

Das Internet der Dinge ist noch in einem frühen Stadium, obwohl bereits seit Jahren vom kurz bevorstehenden Durchbruch geredet wird. Doch bald soll es wirklich losgehen, verschiedene Analysten sehen das IoT in den Startlöchern. Der Grund für die langsame Entwicklung: Die Unternehmen müssen zunächst einmal verstehen, welche Geschäftsmodelle mit dem Internet der Dinge notwendig sind und dann in kleineren Pilotprojekten durch Experimente ein funktionsfähiges Modell für das eigene Unternehmen entwickeln.

Das Wachstum des IoT beschleunigt sich

Nach Ansicht der Analysten von Juniper Research soll jetzt die Skalierungsphase kommen. Sie vermuten in einer aktuellen Studie, dass die Gesamtzahl der an das IoT angeschlossenen Sensoren und Geräte bis 2022 auf mehr als 50 Milliarden ansteigen wird, gegenüber geschätzten 21 Milliarden im Jahr 2018. Treiber dieser Entwicklung ist in erster Linie Edge Computing, also die Verarbeitung von Daten außerhalb der Cloud. Dadurch werden der Bedarf an Bandbreite reduziert und die Antwortzeiten verringert. IT-Anwendungen können damit leichter skaliert werden, was allein beim Einsatz von Cloud Computing nicht möglich wäre.

Die Analysten gehen davon aus, dass das Wachstum des Internets der Dinge in den nächsten vier Jahren stark beschleunigen wird, unter anderem auch durch den Ausbau von Partnernetzwerken und den zunehmend besseren Verständnis der Möglichkeiten des IoT. Trotzdem werden die Nutzer eine Reihe von Herausforderungen bewältigen müssen, meint Juniper Research. Vor allem gehe es um Fragen der Standardisierung, Interoperabilität und Bereitstellung.

Vorreiter und damit Kernmärkte bei der Ausbreitung des Consumer IoT sind nach Ansicht der Analysten wie bisher Nordamerika, Westeuropa, sowie die Region Asien-Pazifik inklusive China. Doch der auch in weniger stark entwickelten Ländern wachsende Wohlstand und die weiter im Preis sinkenden Geräte werden dazu führen, dass in allen Regionen auf der Welt bis 2022 jeweils mindestens eine Milliarde Geräte installiert sein werden. Anders sieht es im Industrial IoT aus. Die Region Asien-Pazifik ohne China sowie Afrika und Naher Osten werden die Milliardengrenze bei der Installationsbasis vorerst nicht erreichen.

5G bringt dem IoT noch mehr Schub

Zweiter Beschleuniger des Internets der Dinge ist die 5G-Technologie. Der aktuelle „Ericsson Mobility Report 2018“ geht davon aus, dass es im Jahr 2023 weltweit etwa 3,5 Milliarden IoT-Mobilfunkverbindungen geben wird, beinahe eine Verdoppelung gegenüber 2017. Laut Prognose werden 2023 weltweit etwa 20 Prozent des mobilen Datenverkehrs über 5G-Netze laufen. Ihre kommerzielle Einführung wird noch für dieses Jahr erwartet.

Laut Ericsson Mobility Report wird bis 2023 Nordamerika voraussichtlich führend sein (fast 50 Prozent 5G-Anteil), gefolgt von Nordost-Asien (34 Prozent 5G-Anteil) und Westeuropa (21 Prozent 5G-Anteil). In Westeuropa wird insgesamt eine schnellere Entwicklung an 5G-Marktanteilen als erwartet prognostiziert (2023: 21 Prozent; gegenüber erwarteter 16 Prozent vorheriger Prognosen).

Die 5G-Technologie bietet genau die niedrigen Reaktionszeiten und hohen Bandbreiten, die für zahlreiche Anwendungen notwendig sind. Dazu gehören beispielsweise mobile Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen (AR/VR) sowie Industrie-4.0-Anwendungen wie beispielsweise fahrerlose Transportfahrzeuge für den Materialtransport in Fabriken.

Trotz Edge Computing bleibt Connectivity der Flaschenhals für viele IoT-Anwendungen. Für Anwender ist das ein Problem, wie Stefan Ried von Crisp Research in einem Blogbeitrag betont: Sie werden von Anbietern vieler IoT-Plattformen mit der Frage allein gelassen, auf welchem Wege die Daten nun in die Cloud kommen sollen. Lediglich Plattformbetreiber, die gleichzeitig auch Telekommunikationsanbieter sind, können hier ein Komplettangebot liefern.

Bildquelle: Thinkstock

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