Frequenzversteigerung beendet

5G-Auktion bringt Milliardeneinnahmen

Die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen wurde fast drei Monate nach Beginn der Auktion beendet. Die Einnahmen belaufen sich auf mehr als 6,5 Milliarden Euro.

Ein Mobilfunkmast vor blauen Himmel

Die Frequenzen sollten laut Bundesnetzagentur nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden.

Bereits seit vergangenen März konkurrieren die großen Mobilfunkanbieter in einer Auktion der Bundesnetzagentur um die 5G-Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,4 GHz bis 3,7 GHz, nun ist das Wettbieten zu einem Ende gekommen. Mit Einnahmen von rund 6,5 Milliarden Euro fällt das Ergebnis deutlich höher als das ursprünglich angepeilte Ziel von 5 Milliarden Euro aus. „Das Ende der Auktion ist zugleich der Startschuss für 5G in Deutschland. Ich freue mich, dass vier Unternehmen Frequenzen ersteigert haben und beim 5G-Netzausbau in Wettbewerb treten”, teilte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, mit. Die Frequenzen sollten nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden.

Mit Ausgaben von mehr als 2,1 Milliarden Euro hat die Deutsche Telekom von allen teilnehmenden Mobilfunkanbietern die höchsten Aufwendungen für die Auktion aufgebracht. Dafür hätte man das Frequenzspektrum erhalten, dass man wollte, so Dirk Wössner, Vorstand der Telekom Deutschland. Die anhaltende Kritik an der Auktion klingt auch mit dem Ende der Auktion nicht ab. „Das Ergebnis hätte wesentlich günstiger ausfallen können. Auch diesmal ist das Spektrum in Deutschland viel teurer als in anderen Ländern”, so Wössner. Das Geld fehle den Netzbetreibern nun für den Ausbau. Mit dem Auktionserlös hätte man seiner Meinung nach ca. 50.000 neue Mobilfunk-Standorte bauen und viele weiße Flecken schließen können.

Auktionsformat laut Netzbetreibern ungeeignet

Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter bedauert die Höhe der Ausgaben ebenfalls: „Leider haben wir als Branche aber einmal mehr viel Geld für Lizenzpapiere ausgeben müssen, das wir lieber in den Netzausbau investiert hätten ”, so sein Befund. Der Konzern hat bei der Auktion 1,88 Milliarden Euro ausgegeben. Bei Telefónica, die rund 1,4 Milliarden im Zuge der Versteigerung investiert haben, sieht man vor allem das Format der Auktion kritisch: „Der Verlauf der Auktion hat gezeigt, dass das Design sowie die nicht ausreichende Menge an zur Verfügung gestellten Frequenzen die Kosten in die Höhe getrieben haben”, sagt Valentina Daiber, Chief Officer for Legal & Corporate Affairs.

Mit der Drillisch Netz AG nahm neben den etablierten Mobilfunkbetreibern auch ein Neueinsteiger an der Auktion teil. Die Tochter der 1&1 Drillisch AG investierte 1,07 Milliarden Euro bei der Versteigerung. Die Bundesnetzagentur betonte in diesem Zusammenhang, dass das mehrfach kritisierte Auktionsformat dafür geeignet sei, den Wettbewerb zu fördern. Die ersteigerten Frequenzen sind mit konkreten Versorgungsauflagen verbunden, auf dessen Basis die Netzbetreiber nun den Ausbau der hiesigen Mobilfunkinfrastruktur vorantreiben müssen. Die Einnahmen der Auktion fließen in Gänze in das Sondervermögen „Digitale Infrastruktur”, wo wiederum 70 Prozent dem Netzausbau, und 30 Prozent dem Digitalpakt Schule zugutekommen soll.

Neben der Kritik am Vergabeverfahren weisen Verbraucherschützer auch auf die potentiellen Gesundheitsrisiken der Technologie hin. So fordert etwa die Organisation Diagnose:Funk eine strenge Regulierung der Ausbaumaßnahmen: „Wir brauchen eine industrieunabhängig erstellte Aufarbeitung der weltweiten Studienlage zu den Gesundheitsfolgen durch Mobilfunkstrahlung”, sagt der Vereinsvorsitzende Jörn Gutbier. Vorher dürfe 5G-Mobilfunk in Deutschland nicht eingeführt werden – auch nicht in Form von Modellregionen oder Pilotprojekten zu Lasten der Bevölkerung.

Bildquelle: Getty Images/iStock

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