Kooperation mit zahlreichen Partnern

5G in der Industrie

„Solange die Frequenzauktion weiterläuft, können wir noch keine konkreten Angaben zum Ausbau machen“, erklärt Guido Weissbrich, Bereichsleiter Netzplanung und Netzausbau bei Vodafone. Zu Beginn will der Anbieter 5G aber vor allem dorthin bringen, wo die ersten Anwendungen schon bereitstehen: in der Industrie.

Guido Weissbrich, Bereichsleiter Netzplanung und Netzausbau bei Vodafone

„5G ist eine wichtige Technologie für das Internet der Dinge“, weiß Guido Weissbrich, Bereichsleiter Netzplanung und Netzausbau bei Vodafone.

Herr Weissbrich, der Markt wird von zahlreichen IT-Trends beherrscht: Welchen Stellenwert besitzt hier 5G?
Guido Weissbrich:
Mit 5G erreichen wir die nächste Entwicklungsstufe im Mobilfunk. Die fünfte Mobilfunkgeneration erhöht die verfügbaren Bandbreiten um ein Vielfaches. Das hilft, die wachsenden Datenmassen schnell und verlässlich zu übertragen. Zeitgleich verringert 5G die sogenannten Latenzzeiten, also die Verzögerungszeiten beim Datenaustausch. Mit 5G wird der Informationsaustausch in Echtzeit möglich. Das ist dann etwa so schnell wie das menschliche Nervensystem. Die eigentliche technische Revolution, die 5G bringen wird, heißt aber Network Slicing. Mit 5G können wir unseren Kunden und spezifischen Anwendungen, z.B. in der Industrie, ein Netz nach Maß schneidern. Diese technologischen Neuheiten werden vor allem für die Industrie von großer Bedeutung sein. Ganze Roboterstraßen können dann in Echtzeit und optimal aufeinander abgestimmt interagieren. Fahrzeuge oder Kräne können aus der Ferne gesteuert werden. Daten müssen Produktionshallen gar nicht mehr verlassen, um verarbeitet zu werden.

Inwieweit ist die 5G-Kommerzialisierung in Deutschland anno 2019 tatsächlich vorangeschritten – in Hinblick auf Netzwerkausbau und Bereitstellung 5G-fähiger mobiler Endgeräte?
Weissbrich:
Solange die Frequenzauktion weiterläuft, können wir noch keine konkreten Angaben zum Ausbau machen. Zu Beginn werden wir 5G aber vor allem dorthin bringen, wo die ersten 5G-Anwendungen schon bereitstehen: in der Industrie. Wir arbeiten hierfür bereits eng mit zahlreichen Partnern zusammen.

Wer oder was sind die Haupttreiber des 5G-Themas?
Weissbrich:
Wir haben Interesse daran, Deutschland schnell eine hervorragende Infrastruktur zu bauen. Denn nur so kann die deutsche Wirtschaft auch langfristig einen internationalen Spitzenplatz belegen. Natürlich hat vor allem die Industrie ein hohes Interesse an 5G.

Worin sehen Sie die Vorteile und Möglichkeiten von 5G? Wie sehen konkrete Anwendungsszenarien aus?
Weissbrich:
Die technischen Vorteile sind die noch höheren Bandbreiten, die noch geringeren Latenzzeiten und die Möglichkeit, das Netz für Kunden und spezielle Anwendungen nach Maß zu schneidern. In Industriehallen werden Roboter perfekt aufeinander abgestimmt interagieren und uns Menschen unterstützen. Im Straßenverkehr werden Autos per Mobilfunk in Echtzeit Daten austauschen, um sich gegenseitig vor Gefahren zu warnen, die für den Menschen noch gar nicht sichtbar sind. Privatkunden werden von noch höherer Qualität in den Bereichen Virtual Reality und Augmented Reality profitieren. Und schließlich wird 5G den Boom im Internet der Dinge weiter stärken.

Stellt 5G wirklich ein „Wundermittel“ für IoT-Konnektivität dar oder ist dies nur eine Utopie?
Weissbrich:
5G ist eine wichtige Technologie für das Internet der Dinge und wird immer dann wichtig, wenn Daten in Echtzeit ausgetauscht werden. Mit unserem Maschinennetz Narrowband IoT aktivieren wir schon heute eine erste 5G-Technologie großflächig in unserem bestehendem LTE-Netz. Bis September versorgen wir damit 95 Prozent der Fläche in Deutschland. Das Maschinennetz ist speziell optimiert für die kostengünstige und energiesparende Vernetzung von Maschinen und Sensoren, die Daten in regelmäßigen Abständen übertragen. Wasserzähler, E-Bikes oder Sensoren auf dem Feld in der Landwirtschaft übertragen damit regelmäßig und sicher Daten per Mobilfunk.

Bildquelle: Vodafone

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