07.02.2018 Mobile Sensoren und Virtual Reality

5G startet im Hamburger Hafen

Seit letzter Woche wird im Hamburger Hafen der neue Mobilfunkstandard 5G getestet. Nach einem halben Jahr Vorbereitung wurde nun ein Testfeld in Betrieb genommen, das sich über rund 8.000 Hektar Hafengebiet erstreckt. Als technische Grundlage installierte man bereits eine Sendeanlage in über 150 Meter Höhe auf dem Hamburger Fernsehturm.

  • 5G-Projekt im Hamburger Hafen

    Seit letzter Woche wird im Hamburger Hafen der neue Mobilfunkstandard 5G getestet.

  • 5G-Projektteam im Hamburger Hafen

    Die 5G-Projektteam im Hamburger Hafen (von links nach rechts): Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Stadt Hamburg, Antje Williams, 5G Executive Program Manager bei der Deutschen Telekom, Wilhelm Dresselhaus, Mitglied der Geschäftsführung bei Nokia Solutions and Networks, Jens Meier, CEO HPA (Foto: ©HPA/Fotograf: Christian Bruch)

Im Hamburger Hafen geht es den Projektpartnern Hamburg Port Authority (HPA), Deutsche Telekom und Nokia speziell darum, 5G-Anwendungen im industriellen Umfeld zu testen. Der Hintergrund: Industrielle Anwendungen erfordern ein Telekommunikationsnetz, dass besonders verlässlich und sicher ist. Gleichzeitig muss es eine große Anzahl unterschiedlicher Dienste unterstützen.

Im Hamburger Hafen, der einerseits Logistikdrehscheibe und andererseits Touristenmagnet ist, sind die Anwendungen vielfältig und die Anforderungen an ein 5G-Netz deshalb besonders hoch. So sollen zum Beispiel Ampelanlagen auf dem Hafengebiet über Mobilfunk gesteuert und Umweltmessdaten in Echtzeit erhoben und verarbeitet werden, heißt es in einer Pressemeldung. Zudem sollen Virtual-Reality-Anwendungen helfen, kritische Infrastruktur wie Schleusen und Baustellen besser zu überwachen und damit sicherer zu machen.

Virtuelle Netze steuern den Verkehr

Die Projektpartner wollen nun überprüfen, ob diese Anwendungen, die jeweils sehr unterschiedliche Anforderungen an den Datentransport stellen, in einem einzigen Mobilfunknetz zuverlässig funktionieren. Dafür würden im 5G-Testnetz spezielle virtuelle Netze, sogenannte „Network Slices“, genutzt. Diese unterstützen spezifische Anwendungen im Hafen. So entstehen zum Beispiel jeweils separate, virtuelle Netze für die Steuerung der Ampelanlagen und die Übertragung der Umweltmessdaten. Die neue Netzarchitektur von 5G erlaube es, Netzwerke dynamisch und flexibel an die Anforderungen verschiedener Anwendungen anzupassen. Im Hamburger Hafen wird ein solches Netz laut Projektpartnern mit mehreren Network Slices zum ersten Mal in Deutschland unter industriellen Live-Bedingungen getestet.

Der 5G-Test im Hamburger Hafen ist Teil des auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojektes „5G MoNArch“ (5G Mobile Network Architecture for diverse services, use cases, and applications in 5G and beyond). Das Projekt hat das Ziel, Konzepte zur 5G-Mobilfunkarchitektur in die Praxis umzusetzen. Vorrangig sollen dabei Erfahrungen aus dem Einsatz von 5G Network Slicing in realen Testumgebungen gewonnen werden, um die zugrundeliegenden Konzepte zu überprüfen und zu verbessern. Während im Testfeld in Hamburg vor allem die Integration von 5G in die Verkehrs- und Infrastruktursteuerung und -überwachung getestet wird, stehen im zweiten Testfeld des Projektes in Turin Anwendungen aus dem Multimediabereich im Mittelpunkt.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, HPA

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