Der mobile Coach

6 Lauf- und Fitness-Apps im Vergleich

Viele Sportfans vertrauen auf Lauf- und Fitness-Apps. Testbirds und Mediatest Digital haben sechs Apps für iOS und Android unter die Lupe genommen und herausgefunden, welche mit ihrem Funktionsumfang überzeugen, dabei benutzerfreundlich sind und verantwortungsvoll mit Nutzerdaten umgehen.

  • Viele Sportfans vertrauen auf Lauf- und Fitness-Apps um sich beispielsweise den Gang ins Fitnessstudio zu sparen.

  • In Sachen Sicherheit und Datenschutz erweisen sich viele Apps nicht als ideale Sportfreunde. Im Test wurden bei drei von sechs Anwendungen Sicherheitslücken aufgedeckt.

Nike+ Running
Egal ob passionierter Marathonläufer oder blutiger Anfänger – wer seine Läufe im Gelände, auf der Straße oder im Fitnessstudio aufzeichnen möchte, der ist mit der „Nike+ Running“-App gut beraten. Die iOS-Anwendung liefert Trainingsdaten zu Distanz, Geschwindigkeit und benötigter Zeit. Die persönlichen Fortschritte beim Laufen lassen sich nach jedem Kilometer mittels Audio-Feedback überprüfen. In der „Nike+ Challenge“ können sich die Nutzer außerdem mit ihren Freunden messen: Dazu können sie eine Distanz eingeben, laufen und erfahren, wer als Erstes das Ziel erreicht hat. Ein weiteres App-Feature: die Anbindung an Apple-Health.

Beim Usability-Ranking sicherte sich die Anwendung den dritten Platz. Von den Testern wurde „Nike+ Running“ insbesondere für ihre Performance und Übersichtlichkeit gelobt. Die vorherige Anmeldung, um die Anwendung nutzen zu können, schlug sich hingegen negativ auf die Bewertung nieder. Aus Sicherheitssicht kann die mobile Applikation bedenkenlos genutzt werden.

Security-Wertung: 6
Gesamtwertung:
5,43
(Info zur Wertung: 1 (sehr schlecht) bis 6 (sehr gut))

Sports Tracker
Mit der Sports-Tracker-App lässt sich das Smartphone in einen Sportcomputer verwandeln. Die Android-Anwendung zeichnet die Trainingsergebnisse auf und analysiert diese in Echtzeit. Dabei liefert die App nicht nur Daten zu Durchschnittsgeschwindigkeit oder zurückgelegter Distanz, sondern auch zu Kalorienverbrauch und absolvierten Höhenmetern. Durch die Verbindung mit sozialen Netzwerken lassen sich Trainingsergebnisse oder Fotos mit Freunden teilen. Ergänzt wird die App durch einen Onlineservice mit Community-Charakter: Trainingseinheiten werden dort automatisch gespeichert – außerdem stehen detaillierte Karten und Übersichtspläne zu Verfügung.

Sehr gute Werte erhielt Sports Tracker für das App-Design und die Performance. Besonders positiv empfanden es die Tester, dass die App direkt ohne vorherige Anmeldung genutzt werden konnte. Punktabzüge gab es jedoch für das fehlende Tutorial, um den Nutzer mit den App-Funktionen vertraut zu machen. Den Security-Check bestand Sports Tracker ohne Probleme.

Security-Wertung: 6
Gesamtwertung:
5,36

Runtastic
Auf Platz drei im Ranking landete die iOS-Anwendung Runtastic, welche mithilfe von GPS-Werten Distanz, Geschwindigkeit und verbrauchte Kalorien ermittelt. Features wie ein Sprachcoach, Wetter- und Temperaturdaten oder ein integrierter Music Player mit „Powersongs“ ergänzen den Funktionsumfang der App. Absolvierte Trainingseinheiten lassen sich auf der Homepage des Anbieters speichern und mit der Community teilen. Darüber hinaus kann die App mit den gängigen sozialen Netzwerken sowie mit Apple Health verbunden werden.

In der Usability-Wertung ging die App als Sieger hervor. Das klare, ansprechende Design sowie die intuitive Bedienung fielen dabei besonders ins Gewicht. Viele Funktionen sind jedoch nur in der kostenpflichtigen Proversion nutzbar. Im Security-Bereich konnte Runtastic nicht auf ganzer Linie überzeugen: Die IDFA (Identifier for Advertisers – eine Identifikationsnummer, die es der Werbewirtschaft ermöglichen soll, das Nutzerverhalten zu beobachten und gezielt Werbung zu verteilen) wird unverschlüsselt an insgesamt fünf Werbe-, Analytics- und Tracking-Netzwerke übertragen und auch die Standortdaten werden unverschlüsselt an einen Wetterdienst übermittelt.

Security-Wertung: 4
Gesamtwertung:
4,61

Freeletics
Freeletics versteht sich als mobiles Workout-Programm. Die Anwendung funktioniert dabei nach den Grundprinzipien des Functional Trainings, bei dem der Körper ganzheitlich und in einem Bewegungsablauf trainiert wird – Kniebeugen und Sit-ups inklusive. Die Android-App bietet ein individuelles und personalisiertes Fitnessprogramm, das jedoch nur gegen Bezahlung erhältlich ist. Alle anderen Nutzer müssen sich mit den Standardübungen zufriedengeben, die Schritt für Schritt und mit Unterstützung von Videos erklärt werden.

Bei der Usability-Wertung landete die App auf dem zweiten Platz. Pluspunkte gab es für die intuitive Bedienung sowie das ansprechende Design. Besonders gut gefiel den Testern das hilfreiche Tutorial beim ersten Start der App. Abzüge gab es hingegen für den stark begrenzten Funktionsumfang ohne Abschluss eines monatlichen Abos. Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist von Freeletics jedoch abzuraten. Die Geräte-ID wird verschlüsselt an ein Werbenetzwerk übertragen. Hier sollte stattdessen die dafür vorgesehene veränderliche Werbe-ID genutzt werden.

Security-Wertung: 2
Gesamtwertung:
3,48

Runkeeper
Eine weitere App aus der Kategorie Fitness-Tracker ist die GPS-basierte iOS-Anwendung Runkeeper. Sie ermittelt verschiedene Werte wie Distanz, Geschwindigkeit und verbrauchte Kalorien. Darüber hinaus enthält Run Keeper Features wie Trainingspläne basierend auf dem individuellen Laufziel – vom 10-Kilometer-Lauf über den Halbmarathon bis hin zum Marathon – oder Audio-Updates zum Trainingsfortschritt während eines Laufes.

Die App konnte sich in der Kategorie „Performance“ die beste Wertung im gesamten Ranking sichern. Das Design und die Übersichtlichkeit fielen jedoch weniger gut auf. Zudem stört die Spracheinstellung der Anwendung: Zwar ist Run Keeper auch auf Deutsch verfügbar, die App startet jedoch auf Englisch und die entsprechende Einstellung muss erst gesucht werden. Gravierende Mängel besitzt die mobile Applikation in Sachen Datensicherheit. Der Hash-Wert der WLAN-MAC-Adresse, die IDFA und Standortdaten werden unverschlüsselt an ein Werbenetzwerk übertragen.

Security-Wertung: 2
Gesamtwertung:
3,38

Workout Trainer
Das Schlusslicht im Gesamt-ranking belegt die Android-App Workout Trainer, die weder im Security-Check noch beim Usability-Test überzeugen konnte. Die mobile Anwendung verspricht, eine Art Personal Trainer für das Smartphone zu sein. Je nach Trainingsziel stellt die App dem Nutzer unterschiedliche Übungen inklusive Videoanleitungen und Step-by-Step-Erklärungen zur Verfügung. Derzeit ist der Workout Trainer nur auf Englisch verfügbar, dieser Umstand war jedoch nicht für die schlechte Wertung verantwortlich.

Denn insbesondere bei der Übersichtlichkeit konnte die App nicht überzeugen. Negativ fiel zudem auf, dass die Anwendungen nur nach vorheriger Anmeldung genutzt werden konnte und die meisten Übungen lediglich in der kostenpflichtigen Proversion zur Verfügung standen. Aus Security-Sicht ist von der Nutzung abzuraten, da die Anwendung erhebliche Sicherheitslücken aufweist. So wird die eindeutige Gerätekennung IMEI unverschlüsselt an ein Analytics-Netzwerk übertragen und die Werbe-ID unverschlüsselt an ein Werbenetzwerk übermittelt. Darüber hinaus werden die ungenauen Standortdaten ebenfalls an ein Werbenetzwerk übertragen.

Security-Wertung: 2
Gesamtwertung:
2,94

Funktionsumfang vs. Sicherheit
Die App-Stores halten für die sportlichen Smartphone-Nutzer eine Vielzahl praktischer Helfer parat – vom einfachen Lauf-Tracker bis hin zum individuellen Fitness- und Trainingsprogramm. Nie war es einfacher, den persönlichen Fortschritt beim Laufen oder Biken in Echtzeit nachzuverfolgen, neue Trainingsrouten zu finden oder seine Erfolge mit Gleichgesinnten zu teilen.

In Sachen Sicherheit und Datenschutz erweisen sich viele Apps jedoch nicht als ideale Sportfreunde. Im Test wurden bei drei von sechs Anwendungen Sicherheitslücken aufgedeckt. Bei der Wahl des digitalen Trainingspartners sollten sich Nutzer daher nicht vom Funktionsumfang blenden lassen, sondern immer im Blick behalten, welche persönlichen Daten sie wem überlassen.


Das Testverfahren
Die Bewertung der Kriterien Design, Bedienung, Übersichtlichkeit, Performance, Gesamteindruck und Weiterempfehlungsrate erfolgte durch den Crowdtesting-Anbieter Testbirds. Jede App wurde von zehn Personen getestet, die Feedback zu den Inhalten gaben und die einzelnen Kriterien anhand eines Fragebogens mit einer Skalierung von 1 (sehr schlecht) bis 6 (sehr gut) bewerteten. Der abschließende Wert des jeweiligen Kriteriums ist das arithmetische Mittel aus allen Bewertungen. Die Gesamtwertung Usability ist das arithmetische Mittel aus den Einzelwerten aller Bewertungskriterien. Die Security-Wertung erfolgte anhand der Ampelwertung von Mediatest Digital. Für jede Ampelwertung wurde ein entsprechender Wert (Grün = 6, Gelb = 4, Rot = 2, Black = 0) zum Gesamt-Usability-Ergebnis addiert und diese Summe durch 2 dividiert.
Es ergibt sich eine Finalnote, anhand derer die Platzierung erfolgte.


Bildquelle: Thinkstock/ Photodisc

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