Neue Mobilitätsstudie

70 Prozent würden auf eigenes Auto verzichten

Über 70 Prozent der Menschen weltweit können sich vorstellen, auf ihr Auto zu verzichten – zugunsten autonomer Fahrzeugkonzepte wie Peoplemover. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der WeTalkData-Studie „The Autonomous Gap: Ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig? Anspruch und Realität autonomer Mobilitätskonzepte in Europa, China und den USA“.

Autonome Mobilität

Vorläufig sind autonome Mobilitäts- und Transportlösungen in Europa noch nicht sonderlich weit verbreitet – das wird sich in Zukunft jedoch mutmaßlich ändern.

Das Unternehmen MHP hat die Studie zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart und der Motor Presse Stuttgart als Recherchepartner veröffentlicht. Für die Studie wurden 5.000 repräsentativ ausgewählte Erwachsene in Deutschland, Schweden, Polen, Italien und Großbritannien, China und den USA zu ihrer Erwartungshaltung an geteilte autonome Mobilitätskonzepte oder auch Autonomous-Driving-Mobilität befragt.

45 Prozent der Befragten sind eventuell und 27 Prozent auf jeden Fall bereit, auf den Privat-Pkw für äquivalente AD-Mobilität zu verzichten. Bei den Nutzern, die heute schon auf Sharing-Angebote zurückgreifen, würden sogar 87 Prozent sofort AD-Mobilität nutzen. In Deutschland kann sich den kompletten Umstieg auf AD-Mobilität zumindest ein Viertel der Autobesitzer wegen Parkplatznot und Staus vorstellen. Weitere Motive sind mehr Flexibilität (48 Prozent), die Verfügbarkeit rund um die Uhr (43 Prozent) sowie Klimafreundlichkeit (40 Prozent). Fast die Hälfte (43 Prozent) sehen in autonomen Mobilitätskonzepten eine Alternative zum ÖPNV.

Große Sicherheitsbedenken

Die grundsätzliche Bereitschaft, geteilte autonome Fahrzeuge zu nutzen, ist zwar vorhanden, wenn auch regional unterschiedlich ausgeprägt. Mit 91 Prozent liegt China weit vorne, während erst knapp die Hälfte der Menschen in den USA und Deutschland dazu bereit sind. Diese Zurückhaltung hat verschiedene Gründe – nicht zuletzt gibt es nach wie vor große Sicherheitsbedenken. Deutschland liegt mit 50 Prozent im Mittelfeld.

Anders sieht es bei der geteilten Mobilität aus, insbesondere dort, wo es um die Anbindung von (urbanen) Verkehrsknoten geht. Am meisten trauen die Befragten hier den Kommunen und dem ÖPNV zu, autonome Mobilitätsangebote zu realisieren. So vertrauen 44 Prozent der Befragten den Kommunen als AD-Anbieter im Gegensatz zu den privaten Mobility-Anbietern (27 Prozent). 

Vorläufig werden autonome Mobilitäts- und Transportlösungen in Europa, China und den USA nur unter bestimmten Bedingungen, in ausgewählten geografischen Regionen im Einsatz sein. Der früher vorausgesagte umfassende Einsatz bis 2025 verzögert sich um mehrere Jahre, eventuell sogar um Jahrzehnte. Zu begründen ist das mit verschiedenen technischen Herausforderungen, beispielsweise der Robustheit autonomer Fahrzeuge gegenüber schlechten Wetterbedingungen sowie der Sicherheit und Kontrolle im Fahrbetrieb. In Europa erschweren vor allem die Streckenbeschaffenheit sowie unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Ländern das Vorankommen autonomer Mobilitätskonzepte.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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