Longreads für das Wochenende

A Solar System Far Far Away

Außerirdische Megastrukturen, schwarze Löcher und schnelle Radioblitze - das Universum hält Überraschungen bereit.

Tabby's Star, auch bekannt als KIC 8462852 (nach seiner fortlaufenden Nummer aus dem Kepler Input Catalog), ist eigentlich nichts Besonderes: Ein Stern der Hauptreihe, Spektralklasse F, im Sternbild Schwan und etwa 1480 Lichtjahre von der Erde entfernt. Doch er hatte vor ein paar Jahren für Aufsehen gesorgt: Eine Reihe von starken, aber kurzen und ungleichmäßigen Helligkeitsschwankungen Martin zu einer Ausnahme im bekannten Universum. Die Helligkeitsschwankungen konnten bisher nicht zufriedenstellend erklärt werden, sodass einige Leute von "Alien Megastructures" sprachen. Die Idee dahinter: Künstliche Objekte verdunkeln den Stern, beispielsweise Teile einer im Aufbau befindlichen Dyson-Sphäre. Die Helligkeitsveränderungen konnten auch in alten Daten rekonstruiert werden und sind jetzt erstmals wieder aufgetreten - die Wissenschaftler sind nun live dabei.

Doch der Alien-Stern ist nicht die einzige Seltsamkeit, die Astronomen während der Planetensuche entdeckt haben. Der nur 40 Lichtjahre entfernte Stern Trappist-1 ist ein seltsamer Geselle: Sieben Planeten umkreisen ihn auf sehr engen Bahnen, die meisten davon in der habitablen Zone. Trotz des Gedränges ist das System stabil.

Ein weiteres ungewöhnliches Phänomen sind die FRBs (Fast Radio Bursts), die nur wenige Millisekunden dauern und vermutlich aus anderen Galaxien stammen. Ihre Ursache ist allerdings noch weitgehend unbekannt.

Ebenfalls ganz schön weit weg ist NGC 6946, eine 22 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie. In ihr ist jetzt ein Stern kollabiert und hat ein schwarzes Loch gebildet statt einer Supernova - das erste Mal, dass ein solcher Prozess beobachtet werden konnte.

Doch der Blick muss nicht so weit hinausgehen, um ungewöhnliche Dinge zu entdecken. So hat zum Beispiel die Jupitersonde Juno unser Wissen über den größten Planeten des Sonnensystems ganz schön über den Haufen geworfen.

Eine weitere neue Erkenntnis: Eiskristalle in den oberen Atmosphärenschichten sind die Ursache für die seltsamen Lichtblitze, die manchmal auf Satellitenfotos zu sehen sind.

Und eine wahre Planetenschönheit kennt unser Sonnensystem auch: Den Saturn, fotografiert von der Raumsonde Cassini.

Raketenstarts werden übrigens immer billiger. In Neuseeland hat jetzt ein Unternehmen eine Ultraleicht-Rakete aus Karbonfaser getestet. Sie kann zwar nur lächerliche 225 Kilogramm Last in den Orbit tragen, hat aber einen großen Vorteil gegenüber ihren Schwestern: Ein Start kostet nur 5 Millionen Dollar.

In der Raumfahrt haben winzige Fehler gigantische Folgen, zum Beispiel den Totalverlust eines Satelliten wie der Marssonde Schipparelli.

Und zum Schluss noch einen kurzer Blick auf die Frühphase der US-Raumflüge:  Die Reise von Scott Carpenter mit Mercury 7.

Bildquelle: Thinkstock

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