Logistik-Start-up Byrd

Abholservice erleichtert Paketversand

Um die „First Mile“ im Versandbereich für Privatpersonen und Unternehmen zu erleichtern, hat das Wiener Start-up Byrd eine App als persönlichen Versandassistenten entwickelt. Wie der Service funktioniert, berichtet Mitgründerin Petra Dobrocka.

  • Petra Dobrocka, Byrd

    Petra Dobrocka ist Mitgründerin des Wiener Logistik-Start-ups Byrd

  • Paket-Kurier von Byrd

    Nachdem die Abholung einer Ware per App bestellt wurde, holt ein Kurier diese zum gewünschten Zeitpunkt ab. Anschließend wird verpackt und versendet.

Frau Dobrocka, erklären Sie kurz, welche Idee hinter Byrd steckt?
Petra Dobrocka:
Wir sind ein Versand- und Logistikunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Menschen das Versenden von Paketen zu erleichtern. Mit Byrd entfällt das mühsame Verpacken und Anstellen bei der Post. Will man etwas verschicken, macht man mit der App ein Foto des Gegenstandes, der verschickt werden soll, und fordert eine Abholung an. Byrd übernimmt die Abholung, Verpackung und den Versand des Paketes.

Derzeit beschränkt sich der Abholservice auf die Wiener Innenbezirke, planen Sie das Gebiet zu erweitern?
Dobrocka:
Wir wachsen stark und sind seit Mitte November in ganz Wien verfügbar. Im Dezember haben wir außerdem unseren zweiten Standort eröffnet und holen nun auch in Berlin Sendungen ab. Im Laufe von 2017 sollen weitere deutsche Städte dazukommen.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Geschäftskunden – etwa Kleinunternehmer und Online-Shop-Betreiber. Gibt es einen speziellen Business-Service?
Dobrocka:
Betreiber von Online-Shops, aber auch Werbeagenturen oder Hotels sind ein spannender Markt für uns. Für diese Kunden haben wir eine eigene Geschäftskundenlösung entwickelt. Business-Kunden können den Service über unsere Webapplikation nutzen, welche eine direkte Schnittstelle zu Shop-Systemen wie Woo Commerce, Shopify oder Magento ermöglicht. Der Kunde verbindet einmal seinen Shop mit unserem System – dieser Prozess dauert wenige Minuten – und kann dann seine Bestellungen direkt importieren und abholen lassen. Für Unternehmen ohne Online-Shop ist unser Service aber auch verfügbar. Bestellungen können jederzeit manuell oder via CSV-Datei importiert werden. Im Geschäftskundenbereich haben wir ein eigenes Pricing. Wer regelmäßig verschickt, zahlt nicht jedes Mal die Abholgebühr und kann von besseren Versandkonditionen profitieren.

Neben der technischen Abwicklung, die kundenseitig per App erfolgt, sind sicherlich eine Menge Kuriere an der Realisierung beteiligt. Wie organisieren Sie die einzelnen Fahrten bzw. die Kommunikation untereinander?
Dobrocka:
Obwohl wir im Logistikbereich tätig sind, ist unsere Firma sehr technologiefokussiert. Um reibungslose Abläufe zu garantieren, setzen wir eigens entwickelte Applikationen ein. Beispielsweise verwenden wir im Lager eine Warehouse-App, die unsere Verpackungsprofis dabei unterstützt, Pakete so schnell und sicher wie möglich zu verpacken. Auch im Kurierbereich kommt unsere eigens entwickelte Kurier-App zum Einsatz, die Aufträge verschiedenen Kurieren zuteilt und ihnen alle wichtigen Infos zur Abholung anzeigt. Außerdem nutzt der Kurier die App, um Sendungen zu identifizieren, indem er Gegenstände bei der Abholung mit einem QR-Code markiert und diesen dann einscannt und der Sendung zuordnet.

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Byrd erhebt eine Servicepauschale von 4,90 Euro, die vermutlich die Kosten für das Verpackungsmaterial sowie die Mitarbeitergehälter deckt. An welcher Stelle generieren Sie tatsächliche Einnahmen und Gewinn?
Dobrocka:
Unser Pricing setzt sich einerseits aus der Servicepauschale und andererseits aus den Versandkosten zusammen. Die Servicepauschale deckt dabei die Kosten für die Abholung sowie das Verpackungsmaterial ab, generiert in der Regel aber keinen Gewinn. Wir erwirtschaften unsere Marge dadurch, dass wir große Mengen an Sendungen zusammenführen und dadurch gute Konditionen bei unseren Logistikpartnern bekommen. Einen Teil davon behalten wir als Marge, den Rest geben wir als Preisvorteil an unsere Kunden weiter.

Der Markt für Paketversand ist groß, aktuell sucht Byrd nach der günstigsten Versandoption. Inwieweit sind Partnerschaften mit etablierten Anbietern vorgesehen?
Dobrocka:
Wir arbeiten mit verschiedenen Logistikpartnern zusammen und sehen es als wichtig an, Kunden eine Auswahl an Alternativen zu bieten. Gerade im Geschäftskundenbereich gibt es je nach Branche und Produktart verschiedene Präferenzen, was Schnelligkeit und Preis angeht, und daher ist eine Bandbreite an unterschiedlichen Versandalternativen für uns wichtig. Gleichzeitig sind wir aber in engem Kontakt mit verschiedenen Logistikfirmen und legen Wert darauf, uns regelmäßig mit ihnen auszutauschen. Beispielsweise haben wir in der Vorweihnachtszeit eine Kooperation mit der Österreichischen Post gestartet und Kunden im Raum Wien die Möglichkeit geboten, ihre Pakete über unsere App abholen und exklusiv mit der Österreichischen Post versenden zu lassen.

Welche Pläne haben Sie für das laufende Jahr?
Dobrocka:
Ende 2016 haben wir in Berlin einen zweiten Standort eröffnet. Diesen möchten wir 2017 weiter ausbauen und unser Team sowie die Kundenbasis vergrößern. Aber auch andere deutsche Städte sind für 2017 bereits in Planung. Zusätzlich stehen weitere Shop-System-Integrationen auf dem Programm, damit wir immer mehr Online-Shops die Möglichkeit bieten können, mit unserem Service unkompliziert Pakete zu versenden. Auf der Roadmap sind aber auch viele neue Features, die unseren Service weiter verbessern.

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