Nachgefragt bei Dr. Gunther Guzielski, BKA

Abstimmung zwischen Polizei und Datenschützern

Interview mit Dr. Gunther Guzielski, IT-Direktor des Bundeskriminalamts (BKA)

Dr. Gunther Guzielski, BKA

Dr. Gunther Guzielski, IT-Direktor des Bundeskriminalamts (BKA)

Herr Dr. Guzielski, Stichwort Mobile Computing: Ein Großteil der polizeilichen Kommunikation wird über BOS-Digitalfunk abgewickelt – inwiefern ist vor diesem Hintergrund überhaupt die Nutzung von Mobilfunklösungen z.B. per Smartphones und Tablet-PCs sinnvoll?
Gunther Guzielski:
Der BOS-Digitalfunk deckt einen Großteil der polizeilichen Datenkommunikation ab. Es besteht aber trotzdem noch ein zusätzlicher Bedarf für Datenkommunikation über GPRS und UMTS. Bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) können Smartphones oder Tablets den Dienstbetrieb durch den direkten Zugriff auf benötigte Informationen erleichtern. Beim Zugriff auf vertrauliche Daten müssen entsprechend sichere Produkte (VPN-Notebooks, Smartphones) eingesetzt werden.

Wer treibt die Projekte zur Einführung mobiler Devices innerhalb der Polizeibehörden vor allem an?
Gunther Guzielski:
Als Hauptnutzer mobiler Devices wird dieses Thema von Bundes- und Länderpolizei vorangetrieben.

Welche konkreten Einsatzszenarien für Smartphones und Tablets gibt es im polizeilichen Umfeld bereits? Welche sind in naher Zukunft denkbar?
Gunther Guzielski:
Allgemein bekannt ist die Nutzung mobiler Datenlösungen durch Polizei und Ordnungsämter insbesondere bei der Kontrolle von Verstößen und Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr. Aber auch bei der mobilen Fahndung, z.B. in Streifenwagen, nutzen die Länderpolizeien bereits Tablets-PCs für Fahndungsabfragen, unter anderem zu KFZ-Kennzeichen oder Personendaten.

Inwieweit können Polizeibeamte im Außendienst via Smartphones und Tablets Zugriff auf Datenbanksysteme (z.B. POLAS/INPOL) oder andere Backendsysteme nehmen?
Inwieweit könnten dadurch die Leitstellen entlastet werden?
Gunther Guzielski:
Der Zugriff auf Datenbanksysteme via Tablet ist im Rahmen der mobilen polizeilichen Fahndung bereits möglich und entlastet so auch die Leitstellen.

Stichwort Sicherheit: Wie können bei der Nutzung von Mobile Computing zum einen die Sicherheit sensibler Ermittlungsdaten, zum anderen der Datenschutz betroffener Bürger gewährleistet werden?
Gunther Guzielski:
Die Nutzung von Mobile Computing erfordert eine zwischen der Polizei und den Datenschützern abgestimmte Sicherheitspolicy, die den rechtlichen, fachlichen und technischen Rahmen festlegt.

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