Android-Gratis-Apps

Achtung, Abzocke!

Millionenfach heruntergeladene Apps sorgen nach verpasster Abmeldung im Anschluss an die Testphase für eine böse Überraschung. Schlupflöcher in den- Google-Play-Richtlinien machen es skrupellosen Entwicklern leicht, dreistellige Euro-Beträge als Gebühr für Standardprogramme zu verlangen.

Hütchenspieler

Bei allzu verlockenden Gratis-Apps aus dem Play Store ist besondere Vorsicht geboten, denn oftmals kommt nach dem Probeabo eine saftige Rechnung.

Im Rahmen der Suche nach kriminellen Machenschaften im Netz sind die Sophoslabs auf eine weitere Masche unseriöser App-Entwickler gestoßen, die eindeutige Betrugsabsichten hegt: Die Forscher haben auf Google Play eine ganze Reihe von Alltagsanwendungen gefunden, die scheinbar nur zu dem einzigen Zweck angeboten werden, die Nutzer nach einer kurzen Gratistestphase zur Kasse zu bitten und monatliche Gebühren von teilweise über 200 Euro zu erheben. Mit dabei sind auch extrem erfolgreiche Apps wie „Compass Pro: GPS Coordinates - GPS Navigation“ oder „Capture Recorder–Schirm Recorder, Video-Editor” mit jeweils über fünf Millionen Downloads.

Die Entwickler profitieren dabei von einem gängigen Prozedere in der App-Welt, das auch aus dem traditionellen Zeitschriftengeschäft bekannt ist und es den Nutzern ermöglicht, ein Programm für eine Testphase kostenlos zu nutzen. Wenn die App allerdings danach nicht deinstalliert und schriftlich beim Entwickler gekündigt werden, fallen Kosten an. Diese bewegen sich bei „normalen“ Apps im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich, im Fall der Abzockerprogramme rufen die dubiosen App-Entwickler allerdings standardmäßig Beträge in Höhe von mehreren hundert Euro auf. 

Die Apps selbst scheinen dabei nicht bösartig zu sein, bieten sogar einen gewissen Mehrwert und sind zumeist Kopien erfolgreicher Apps von seriösen Entwicklern bei Google Play. Aufgrund dieser Grauzone, können die Anwendungen oftmals unbehelligt ihr Unwesen treiben, denn die Apps sind weder Schadsoftware noch ein „potentiell unerwünschtes Programm“. Google Play Market unterbindet diese Geschäfte momentan nicht, da sie, abgesehen von unethischem und verbraucherunfreundlichem Verhalten, keine explizit böswilligen Absichten haben und die beworbene Funktion tatsächlich erbringen.

Bildquelle: Gettyimages/iStock

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