Steigender Stellenwert

Actioncams im professionellen Einsatz

Im Interview berichtet Filip Good, Senior Director of Marketing, EMEA bei Gopro, dass Actioncams in professionellen Produktionen wie Kinofilmen und TV sowie in der Forschung einen immer größeren Stellenwert einnehmen.

Filip Good, Gopro

„Die Nutzer schätzen, wie klein, leicht und robust die Kameras sind, und nehmen sie deshalb auf all ihre Abenteuer mit“, so Filip Good von Gopro.

Herr Good, warum sind die kleinen Actioncams so beliebt?
Filip Good:
Sie ermöglichen es den Nutzern, sich selber bei ihren Aktivitäten aufzunehmen. Egal ob für Extremsportler, professionelle Anwender oder Hobbyfotografen – die Kameras sind optimal, um Momente und Erlebnisse festzuhalten und mit anderen zu teilen. Zugleich sind sie vielseitig: Sie können überall befestigt werden, sind stabil und verfügen über eine gute Bildqualität. Ihre einfache Bedienung und die kompakte Größe machen sie zum Begleiter für unterwegs. Mit entsprechender App können Aufnahmen direkt von der Kamera auf das Smartphone übertragen und in den Social Media geteilt werden.

Wodurch zeichnet sich eine Actioncam grundsätzlich aus?
Good:
Sie ist klein, leicht und immer mit dabei. Eine Gopro steht für die vielseitige Einsatzfähigkeit der Kameras und die neuen Perspektiven, die dadurch entstehen. Die Bildqualität, kompakte Größe und leichte Bedienung machen die Kameras zum optimalen Aufnahmegerät – egal ob im Wasser, in der Luft oder zu Hause im Garten sowie in professionellen Anwendungsgebieten oder für Hobbyfotografen bzw. -filmer.

Was sind typische Einsatzgebiete für die Kameras?
Good:
Alles begann mit Nick Woodman, der sich selber beim Surfen aufnehmen und seine Erlebnisse mit seinen Freunden teilen wollte. Die Nutzer schätzen, wie klein, leicht und robust die Kameras sind, und nehmen sie deshalb auf all ihre Abenteuer mit. Wir haben uns in den letzten Jahren vom Kamerahersteller für Sportler weiterentwickelt und stellen Kameras her, die in allen Gebieten angewendet werden können. Die Hero4 Black ist das professionelle Modell mit 4K-Bildqualität, während die Hero4 Silver ein LCD-Display bietet. Mit der Hero Session haben wir ein neues Einsteigermodell entwickelt. Nicht nur Extremsportlern ermöglichen wir einzigartige Perspektiven – auch für Mainstream-Nutzer wie z.B. Familien oder professionelle Produktionen bieten wir passende Produkte.

Welches Zubehör ist für Nutzer sinnvoll? Und wie viel muss er hier investieren?
Good:
Das kommt ganz auf den Nutzer und seine Bedürfnisse an. Die Flat & Curved Adhesives gibt es bereits kostenlos zur jeweiligen Actioncam dazu. Mit diesen Klebepads kann man das Gerät überall anbringen. Beliebt sind auch der 3-Way, den man als Selfie-Stick oder Tripod verwenden kann, der Head Strap, um die Kamera auf den Kopf zu schnallen, und der Brustgurt Chesty.

Inwieweit kommen Actioncams bereits im Business-Umfeld zum Einsatz?
Good:
In professionellen Produktionen wie Kinofilmen und TV sowie in der Forschung nehmen die Kameras einen immer größeren Stellenwert ein. Unsere Kameras sind für viele professionelle Nutzer die optimale Lösung, da sie im Vergleich zu anderen Kameras erschwinglich sind und über eine gute Bildqualität verfügen. Unser „Developer Program“ unterstützt professionelle Anwender dabei, die Kameras nahtlos in ihre Produkte zu integrieren und mit den „Custom Solutions“ haben wir eine Plattform geschaffen, um benutzerdefinierte Anwendungen der Kameras zu entwickeln. Im Virtual-Reality-Bereich (VR) haben wir die zwei neuen, professionellen Geräte Odyssey und Omni vorgestellt. Diese ermöglichen stereoskope und sphärische 360-Grad-Aufnahmen. Mit einem entsprechenden Endgerät, wie einer VR Brille oder dem Smartphone, kann der Nutzer sich frei im Raum umsehen und bekommt das Gefühl, mitten im Video zu sein.

Welche Rolle spielt 4k im Actioncam-Bereich?
Good:
Immer mehr professionelle Anwender nutzen Actioncams für ihre Produktionen. Die Hero4 Black nimmt 4K auf und wird immer wieder für den Dreh von Kinofilmen eingesetzt (z.B. „Der Marsianer“). Aber auch viele Privatnutzer legen Wert auf hohe Auflösungen, um die Filme auf einem entsprechenden Endgerät (z.B. 4K TV) abzuspielen. Da immer mehr Abspielgeräte 4K unterstützen, wird dies auch bei der Aufnahme des Contents wichtiger. Höhere Auflösungen bieten zudem mehr Freiheit bei der Nachbearbeitung. Auf der NAB-Show (National Association of Broadcasters) in Las Vegas, der weltweit größten Messe für elektronische Medien, haben wir im Frühjahr unser Virtual-Reality-Produkt Omni vorgestellt. Omni ist eine 360-Grad-Lösung für sechs synchronisierte Kameras, welche sich durch Bildqualität und einfache Handhabung auszeichnet. Die Steuerung der sechs Kameras läuft über eine einzige Primärkamera und die eigenentwickelte Hardware im Inneren des Gerätes erlaubt Synchronisation auf Pixel-Ebene. Die Videostitching-Software von Kolor sorgt für ein nahtloses Zusammenführen des Contents.

An welchen Stellen gibt es noch Verbesserungsbedarf bei den Kameras?
Good:
Unser Ziel ist es, das Nutzererlebnis von der Aufnahme, über die Bearbeitung bis hin zum Teilen der Fotos und Videos so einfach wie möglich zu gestalten. Dies beginnt schon bei der Bedienung der Kamera – im letzten Jahr haben wir mit der Hero Session ein Gerät mit einem völlig neuen Bedienkonzept auf den Markt gebracht. Die Steuerung geschieht intuitiv über einen einzigen Knopf. Für die Zukunft gilt es auf der Hardware-Seite einfache Bedienung, handliche Gehäuse, maximale Bildqualität und neue Features zu kombinieren. Allerdings beginnt ein weiterer wichtiger Schritt erst nach der Aufnahme, nämlich während der Bearbeitung. Komfortable Software-Lösungen sind entscheidend, um dem Nutzer so viel Arbeit wie möglich abzunehmen und so Video- bzw. Fotoinhalte einfach zu bearbeiten und zu teilen.

Worauf sollten Nutzer beim Kauf einer Actioncam letztlich achten?
Good:
Entscheidend ist der ganz persönliche Einsatzzweck des Nutzers.

Wie schätzen Sie den zukünftigen Markt für Actioncams ein?
Good:
Unser Ziel ist es, allen Nutzern das Aufnehmen von VR-Videos zu ermöglichen. Was gibt es besseres, als den letzten Skiurlaub oder den ersten Geburtstag seines Kindes in VR aufzunehmen und dieses Erlebnis 20 Jahre später nochmal hautnah miterleben zu können? Um dies zu erreichen, arbeiten wir an Lösungen, welche es leichter machen, 360-Grad-Content zu verarbeiten und zu teilen. Ein weiterer Schritt wird sein, die Kamera erstmals mit einer eigens entwickelten Drohne in die Luft zu bekommen. Der Quadcopter „Karma“ wird Ende 2016 auf den Markt kommen und das Einsatzgebiet der Actioncam um Aufnahmen aus der Luft erweitern. Eine entscheidende Rolle spielt aber auch das Thema „Software“. Sie soll den Nutzer weitestgehend entlasten und von der Aufnahme, über die Bearbeitung bis hin zum Teilen der Videos entlasten. Ziel ist es, eine Rundumlösung zu bieten, die dem Nutzer maximalen Komfort bietet. Unsere Kunden sollen sich voll und ganz auf ihre Erlebnisse konzentrieren können und gleichzeitig sicher sein, dass die Technik sie dabei unterstützt, diese festzuhalten und mit ihren Freunden zu teilen.

Bildquelle: Gopro

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