Fitness-Deal

Adidas und Runtastic - Nachlese und Einordnung

Adidas schluckt Runtastic: Eine kleine Nachlese und internationale Presseschau zur Übernahme der österreichischen Fitness-App durch den Sportkonzern.

Das Runtastic-Team freut sich angesichts des Deals mit Adidas.

Adidas schluckt Runtastic: Die Axel Springer SE verkauft ihren erst 2013 erworbenen Mehrheitsanteil an der Runtastic GmbH (50,1 Prozent). Auch die Gründer und Mitgesellschafter von Runtastic verkaufen ihre Anteile am österreichischen Unternehmen an die Adidas Gruppe. Der Unternehmenswert für die Gesamttransaktion: 220 Millionen Euro.

Diesen größten Exit der österreichischen Start-up-Geschichte ordnet der Kenner der österreichischen Start-up Szene Jakob Steinschaden ein. Er schreibt: "Für Adidas bedeutet Runtastic einen wichtigen Schritt ins Digitalgeschäft" Kampfansage an Nike: Adidas kauft Runtastic um satte 220 Mio. Euro – und es geht um Nutzerdaten - TRENDING TOPICS

Steinschaden sammelt auch kritische Stimmen ein: Exit an Adidas: Ein runtastischer Moment für Österreich? - NETZPILOTEN

Im Interview äußert sich Runtastic-Chef Florian Gschwandtner bescheiden und betont die Chancen sowie die vereinbarte Unabhängigkeit seiner Mannschaft. Runtastic: "Wir sind mitten in einem Marathon" - DIE PRESSE

Erfrischend die amerikanische Perspektive: Die meisten Amerikaner hätten sicher noch nicht von Runtastic gehört und das Ganze sei ein "relativ kleiner Deal":Why Adidas just bought an Austrian fitness app-maker - FORTUNE

Natürlich, auch die US-Fachpresse stellt den alten Zweikampf Nike versus Adidas in den Mittelpunkt, und lobt, dass Adidas nicht unklug den Anschluss an Nike suche. Nike sei mit seinen digitalen Produkten zur Zeit im entscheidenden Wachstumsmarkt "Digital" erfolgreicher.

Und dann gibt es da noch Under Armour, mittlerweile Nummer Drei im US-Sport-Bekleidungs-Markt. Und der erfolgreiche Emporkömmling ist gefährlich für Adidas, er hat 2013 MapMyFitness und dieses Jahr die beiden Fitness-Apps Endomondo und MyFitnessPal aufgekauft. Erst kürzlich investierte Under Amour 700 Millionen in seine Connected Fitness Plattform.

Mag sein, dass die deutsche Sprache im Unternehmenskern von Adidas und Runtastic noch eine Rolle spielt, dies kann bei der Firmenintegration durchaus hilfreich sein. Muss es aber nicht. Die Integration von Reebook und der Golf-Sparte hat Adidas auch (noch?) nicht gemeistert. 

Deutsch-Englisch-Österreichisch?

Fröhlich harmlos daherkommendes Marketing-Denglish eines erfolgreichen CEOs wie Florian Gschwandtner sollte man nicht unterschätzen: "Mit unserem neuen Partner, Adidas, haben wir den perfekten Fit gefunden, um unser Business auf das nächste Level zu bringen und letztendlich den Mitgliedern unserer Community noch mehr zu ermöglichen", schreibt er im Unternehmens-Blog.

Die "Geschichte" (Fünf Jahre ist Runtastic erst alt!) des Fitness-App-Start-ups zusammengefasst gibt es übrigens auf Gründerszene.

Bildquelle: Runtastic

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