Innovationsranking

Adidas Weltspitze bei Innovation

Sportartikelhersteller Adidas ist auf Platz 10 weltweit innovativsten Unternehmen und schließt damit zu den Digitalriesen Google, Apple, Amazon und Microsoft auf.

Speedfactory von addidas nutzt innovative Fertigungsverfahren

Speedfactory von addidas nutzt innovative Fertigungsverfahren

Zu den zehn innovativsten Unternehmen der Welt zu gehören, ist ein großer Erfolg. Dies gilt vor allem bei einem Blick auf die Spitzengruppe: Dort stehen die üblichen Verdächtigen, nämlich Alphabet (Google), Amazon, Apple, Microsoft und Samsung. Auf Platz zehn findet sich dann das erste deutsche Unternehmen: adidas. Die hohe Platzierung liegt unter anderem an den innovativen Fertigungsverfahren in der SpeedFactory, die maßgeschneiderte Sneakers herstellt und dabei auch 3D-Druck einsetzt. Hinzu kommen digitale Initiativen wie etwa die Community rund um die Fitnessapp Runtastic oder die Integration von smarten Sensoren im Sportartikel.

Deutsche Unternehmen sind in Bewegung

Einige Plätze hinter addidas folgen weitere Bekannte aus dem DAX 30, etwa BASF, Bayer, Allianz, BMW und auf Platz 28 SAP.  Die guten Plätze im jährlichen Innovationsranking der Strategieberatung Boston Consulting (BCG) zeigen deutlich, dass die als behäbig verschriebenen DAX-Tanker in Bewegung geraten sind.

„Deutsche Unternehmen haben verstanden, dass im digitalen Zeitalter echte Innovation weit über die inkrementelle Verbesserung am Produkt hinausgeht“, sagt Carsten Kratz, BCG-Chairman für Deutschland und Österreich. „Sie fördern inkrementelle und disruptive Ideen - aber sie arbeiten nicht nur an neuen Produkten, sondern auch an neuen Dienstleistungen und Kundenschnittstellen. Sie erfinden Prozesse neu und bauen Partnerökosysteme auf.“

Eine Gemeinsamkeit zahlreicher Unternehmen aus diesem Ranking: Sie setzen immer stärker auf Partnerschaften, wie BCG in seiner Studie feststellt. Gut drei Viertel der 50 Unternehmen nutzt die systematische Entwicklung von Startups als Teil seiner Innovationsprozesse. Etwa 80 Prozent setzen auf Partnerschaften mit der Wissenschaft und anderen Unternehmen. „Die Fähigkeit, funktionierende und nachhaltige Partnerschaften aufzubauen, ist eine wesentliche Voraussetzung für digitale Innova­tionen“, erklärt Kratz.

Globale Präsenz bringt Wettbewerbsvorteile

Die Anstrengungen der letzten Jahre rentieren sich also, viele deutsche Unternehmen haben sich im Innovationsranking deutlich verbessert. „Sie profitieren von ihrer starken globalen Präsenz sowie ihrer installierten Basis an Geräten, Maschinen und Anlagen. Die gigantischen Mengen an Maschinendaten aus dem laufenden Betrieb werden zunehmend konsequent genutzt und verschaffen den deutschen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil“, sagt Kratz.

Doch den Vorreitern folgt ein großes Feld an Nachzüglern. Zwar räumen 84 Prozent der befragten deutschen Führungskräfte Innovation eine hohe Bedeutung in ihren Unternehmen ein, doch setzen nur wenige Firmen bisher digitale Innovationsprojekte um. Nur jeweils etwa ein Fünftel der Unternehmen bauen auf Plattformökosysteme, Datenanalyse oder digitales Design. Das sind im Schnitt fast elf Prozentpunkte weniger als im globalen Vergleich.

Immerhin sehen Sicht ein Viertel der Befragten beim Thema Künstliche Intelligenz als Vorreiter, jedoch auch fast ein Fünftel als Nachzügler. „Die starke Präsenz deutscher Unternehmen in den Top 50 zeigt, dass es hierzulande immer mehr Unternehmen schaffen, sich zu Innovationsführern zu entwickeln“, sagt Florian Grassl, Partner bei BCG und Co-Autor der Studie. „Gleichzeitig ergibt die Selbsteinschätzung der Unternehmen, dass es in der Breite noch Aufholbedarf hinsichtlich der Innovationskraft gibt.“

Bildquelle: adidas

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