Nicht jeder springt auf den Zug auf

Ältere Unternehmer „verweigern“ Mobile-Apps

„Traditionelle Branchen und inhabergeführte Unternehmen von älteren Unternehmern können und wollen naturgemäß mit der rasend schnellen Veränderung nicht standhalten“, kritisiert Jonas Soukup, CEO der App-Agentur Creative Workline.

Jonas Soukup, Creative Workline

Problemorientierung, Lösungskompetenz, Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit und Einfachheit stehen ganz oben auf der Wunschliste der Mobile-App-Nutzer, meint Jonas Soukup von Creative Workline.

Herr Soukup, inwieweit haben Unternehmen erkannt, dass sie das eigene Geschäft mit mobilen Applikationen unterstützen können?
Jonas Soukup:
Mobile Apps unterstützen das Geschäft vor allem im Location-Based-Bereich. Standortbezogene Informationen, die hochrelevant für Anwendungsfälle wie mobiles Shopping (Vorinformation und Kauf im physikalischen Geschäft), naheliegende Veranstaltungen inkl. Ticketing oder Touristeninformationen aufbereitet werden, können nur im mobilen Kontext sinnvoll präsentiert werden.

Welche Branchen sind hier (was den Einsatz von Mobile-Apps anbelangt) eher noch zurückhaltend – und warum?
Soukup:
Traditionelle Branchen und inhabergeführte Unternehmen von älteren Unternehmern können und wollen naturgemäß mit der rasend schnellen Veränderung nicht standhalten.

Wie gestaltet sich der derzeitige Anspruch der Business-Anwender hinsichtlich ihrer genutzten Apps? Was ist ihnen besonders wichtig?
Soukup:
Problemorientierung, Lösungskompetenz, Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit und Einfachheit stehen ganz oben auf der Liste.

Welche Ziele streben die App-Entwickler demnach anno 2016 hauptsächlich an?
Soukup:
Ein App-Entwickler sollte selbst zum Entrepreneur werden. Er muss ein relevantes Produkt entwickeln und verkaufen können, um im härter werdenden internationalen Verdrängungswettbewerb überleben zu können. App-Entwicklung selbst wird wie Web-Entwicklung nach und nach zu „Commodity“, zusätzlich sorgt die Automatisierung durch App-Generatoren und Standardlösungen für gnadenlose Konkurrenz.

Und welcher Trend ist hinsichtlich Programmiersprache oder App-Typ (native, hybrid...) erkennbar?
Soukup:
Wenn es um den Kostenfaktor geht, spricht die hybride Entwicklung für sich, um die Kosten zu senken, da mobile Web-Inhalte auch auf mehreren Plattformen wiederverwendet werden können. Native Entwicklung wird auch 2016 für qualitative App-Produkte immer noch als Mittel der Wahl bevorzugt nachgefragt.

Welche Herausforderungen bringen neue Technologien wie Wearables, Datenbrillen & Co. für die App-Entwicklung mit sich?
Soukup:
Dass neue Plattformen mit eigenen Entwicklungsspezifika hinzukommen, wirkt sich auf die Dauer der Umsetzung negativ aus und ist damit ein weiterer Kostentreiber. Die technischen Grundgegebenheiten (Server-Client-Prinzip) und mindestens zwei verschiedene Plattformen Android und iOS, die bei einem App-Produkt standardmäßig unterstützt werden sollen, sorgen bei Kunden im Vergleich zu Web-Entwicklung ohnehin schon für Unverständnis für die anfallenden Kosten. Viele Kunden sind mit Web-Entwicklung vertraut und haben ein Gefühl für die gängigen Kostenbereiche dieser Technologien. App-Entwicklung und der nötige Entwicklungsaufwand durch unterschiedliche Plattformen hingegen ist oft noch „Erklärungsarbeit der App Agenturen“.

Wie lassen sich die Kosten bei der App-Entwicklung möglichst gering halten? Inwieweit müssen dabei ggf. Abstriche gemacht werden?
Soukup:
Entwicklung von Standardkomponenten, die mehrfach wiederverwendet werden können. BaaS-Provider wie Parse, Heroku oder Google Firebase helfen, die Serverentwicklung zu vereinfachen und damit Kosten zu sparen.

Wie sollte sich die Testing-Phase einer neuen App gestalten, um deren Qualität zu sichern?
Soukup:
Das Testing ist bei uns im App-Entwicklungsprozess bereits für den Entwickler selbst vorgeschrieben.

Wie sichert sich ein Unternehmen die Code-Rechte an entsprechender App?
Soukup:
Wir sind langfristig für unsere Kunden für Änderungswünsche da, und da wir die App auch entwickelt haben, können wir Änderungen schneller als jemand anderes durchführen, was Kosten spart. Wenn ein Kunde die Source-Code-Rechte erwerben will, bieten wir diese zeitlich unbegrenzt optional gegen Aufpreis an.

Welche Faktoren werden die App-Entwicklung Ihrer Meinung nach zukünftig stark beeinflussen?
Soukup:
App-Generatoren, Standardkomponenten, AI, Bots, Standardproduktlösungen und -entwicklung (Web, App, Backend).

Bildquelle: Creative Workline

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok