Nachgefragt bei Frank Englert, TU Darmstadt

Alarm-App für Feuerwehr, THW und Co.

Interview mit Frank Englert, Student der TU Darmstadt, der im Rahmen seiner Master-Arbeit am Fachgebiet Telekooperation eine sogenannte AlarmApp entwickelt hat und selbst bei der Freiweilligen Feuerwehr in Kleinkahl (Bayern) ist

Frank Englert, TU Darmstadt

Frank Englert, Student der TU Darmstadt

Herr Englert, welche Behörden, Rettungs- oder Sicherheitskräfte fragen mobilfunkbasierte Alarmierungssysteme wie Ihre "AlarmApp" momentan verstärkt nach?
Frank Englert:
Traditionell fragen freiwillige Feuerwehren unser mobilfunkbasiertes Alarmierungssystem verstärkt nach. In letzter Zeit erfahren wir weiterhin eine hohe Nachfrage durch das THW.

Können Sie uns ein Einsatzszenario Ihres mobilen Alarmierungssystems in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beschreiben?
Englert:
Die freiwillige Feuerwehr Waldaschaff nutzt unseren Dienst seit anderthalb Jahren, um die Einsatzkräfte im Einsatzfall zusätzlich zum Pieper über die Alarm-App benachrichtigen zu lassen. Dabei werden Informationen über die Anzahl der am Einsatz teilnehmenden Einsatzkräfte in Echtzeit den Gruppen- und Zugführern zur Verfügung gestellt und auf einem Rescue Information System (RIS) im Feuerwehrhaus dargestellt.

Inwiefern werden traditionelle Meldungsverfahren via Pager/Pieper oder klassischem Funk durch die Nutzung mobiler Lösungen obsolet?
Englert:
Pager/Pieper oder der klassische Funk können auf absehbare Zeit nicht durch die Nutzung mobiler Lösungen abgelöst werden, da neuartige Lösungen keine Dienstgütegarantien geben können. Jedoch können diese neuartigen Informations- und Kommunikationssysteme ergänzend eingesetzt werden, um die Kommunikationswege zu verkürzen und den Informationsaustausch zu verbessern.

Wie ist die Alarmierung im Notfall garantiert, wenn die Mobilfunkabdeckung einmal nicht gegeben sein sollte – Stichwort „weiße Flecken“?
Englert:
Wie bereits erwähnt, können aktuell weder wir noch andere Anbieter von neuartigen Kommunikationssystemen die Verfügbarkeit im Notfall garantieren: Wenn kein Mobilfunkempfang verfügbar ist, dann kann keine Alarmierung zugestellt werden. Jedoch wird der Alarm dann ausgeliefert, wenn das Mobilgerät wieder im Netz eingebucht ist. In den meisten Gebieten herrscht mittlerweile jedoch eine sehr hohe Netzabdeckung.

Wie teuer kommt die Nutzung Ihres mobilfunkbasierten Alarmierungssystems?
Englert:
Aktuell ist die Nutzung kostenlos. Da uns durch den Betrieb und die Weiterentwicklung Kosten entstehen, planen wir die Kommerzialisierung des Dienstes. Die dabei anfallenden Kosten werden von der Größe und der Nutzungshäufigkeit abhängen – diese betragen für die meisten freiwilligen Hilfsorganisationen 50 Euro pro Jahr.

Wie aufwendig ist die Installation des Systems? Wie aufwendig sind das Anlegen und die Pflege der Personendatenbank?
Englert:
Das Gesamtsystem ist cloud-basiert, daher kann das Anlegen und die Pflege komplett über eine Verwaltungswebsite erfolgen. Die Installation beschränkt sich auf die Einrichtung einer Lösung zur automatischen Bereitstellung der Alarmierungen.

Wie gewährleisten Sie, dass allein befugte Nutzer mit dem System arbeiten bzw. darüber benachrichtigt werden? Wie gewährleisten Sie die Datensicherheit bzw. Hochverfügbarkeit des Systems?
Englert:
Die Datensicherheit und die Hochverfügbarkeit des Gesamtsystems gewährleisten wir durch eine redundante Bereitstellung der Alarmierungsserver und die Verwendung von zeitgemäßen Verschlüsselungsverfahren. Da wir nicht sicherstellen können, dass die Nutzung nur durch befugte Nutzer erfolgt, muss jede, unseren Dienst nutzende Organisation mindestens einen Nutzer ernennen, der die Befugnisse verwaltet und neue Nutzerkonten aktiviert.

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