Smart Speaker

Alexa beginnt die Business-Revolution

Sprachassistenten sind eine neue Schnittstelle zu den Kunden und Mitarbeitern. Kommt nach Mobile jetzt Voice?

Sprachassistenten sind eine neue Benutzerschnittstelle

Sprachassistenten sind eine neue Benutzerschnittstelle

„Anna, wie haben sich eigentlich die Verkaufszahlen in den letzten drei Monaten entwickelt?“ Diese Frage richtet sich nicht an eine Vorstandsassistentin, sondern eine KI-Anwendung. Die „Hyper Anna“ genannte App wird von einem Startup in Sydney entwickelt. Sie wertet Geschäftsdaten aus und beantwortet Fragen in Alltagssprache. Technisch gesehen handelt sich bei Anna um einen künstlich intelligenten Data Scientist, der Zugriff auf die unterschiedlichen Datenbanken in einem Unternehmen hat und anhand dieser Zugriffe Fragen über die geschäftliche Situation beantworten kann - ein Analytics-Dashboard mit Sprachschnittstelle.

Die künstliche Datenwissenschaftlerin ist eine der jüngsten Varianten der Sprachassistenten, die natürliche Sprache verstehen und ausgeben. Die größte Bekanntheit hat der Amazon Echo mit seiner Assistentin Alexa, die als Vorreiter die neue Produktkategorie „Smart Speaker“ erschaffen haben. Grundsätzlich handelt sich bei Amazon Echo oder Google Home um Produkte für Heimanwender. In der Basisausführung sind sie eine Kombination aus intelligentem DJ, Wetter- und Nachrichtensprecherin sowie Steuergeräte für Smart-Home-Anwendungen.

Die intelligenten Boxen kommen an. Das Marktforschungsunternehmen Consumer Intelligence Research Partners (CIRP) spricht von etwa 15 Millionen verkauften Amazon Echos allein in den USA. Natürlich ist das im Vergleich zur Verbreitung von Smartphones noch wenig, aber die Marktforscher gehen von einem stetigen Wachstum aus. Die Berater vermuten, dass im Jahre 2020 allein in den USA etwa 138 Millionen solcher Geräte genutzt werden. Kurz: Viele Leute schätzen die Möglichkeiten dieser Geräte. Denn es ist nicht nur in Scifi-Serien einfacher, bestimmte Dinge am Computer einfach ein paar Sprachbefehl auszulösen als umständlich auf Tastaturen zu tippen, Touchscreens zu wischen oder mit der Maus herumzufuhrwerken.

Die neue Schnittstelle zum Kunden - und zum Mitarbeiter

Natürlich lassen sich nicht alle Aufgaben per Sprachschnittstelle erledigen, doch die Unternehmen finden immer mehr Einsatzgebiete für Alexa. Bei dieser Sprachassistentin gibt es nämlich so etwas wie Apps, Alexa Skills genannt. Sie erlauben es Unternehmen, ihre Produkte - ähnlich wie bei einer Smartphone-App - um eine neue Schnittstelle zum Kunden zu ergänzen. Ein ganz einfaches Beispiel: Ein Handelsunternehmen könnte die Bestellung von Produkten via Alexa erlauben. Genau das macht Amazon und zwar maximal einfach - Produktname und „Kaufen“ reicht, anschließend landet das hoffentlich richtige Produkt im Amazon-Warenkorb.

Ein solcher Skill kann von jedem Handelsunternehmen selbst entwickelt werden, eine von zwei möglichen Alexa-Einsatzgebieten. Denn die Smart Spekaer sind recht flexibel - sie können intern und extern eingesetzt werden. Bei einer externen Anwendung von Alexa werden die Skills genutzt, um beispielsweise Kunden die Bestellung von Produkten oder Services zu erlauben, ihnen Antworten auf Fragen zu geben und vieles mehr. Wer Alexa als reine Verkaufsplattform versteht, schränkt den Anwendungsbereich künstlich ein. So kann (zumindest theoretisch) Alexa das Callcenter ersetzen und Support geben.

Doch es gibt auch interne Anwendungen für Alexa. So hat beispielsweise der Softwareanbieter TecArt seine CRM-Lösungen mit einem Alexa Skill aufgewertet. Wer die Software nutzt und den Skill installiert, kann sich seine Kundentermine nun über den Smart Speaker ansagen lassen. Diese Lösung zeigt, in welche Richtung der Business-Einsatz von Alexa gehen könnte: Das heimische Gerät wird mit speziellen Business-Skills für den Job aufgerüstet - ähnlich wie das beim Smartphone auch häufig der Fall ist.

Bildquelle: Thinkstock

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