Haushaltsroboter von Amazon

„Alexa, räum mal die Spülmaschine aus“

Amazon setzt viel daran, als erstes mit einem Haushaltsroboter auf den Markt zu kommen. Kein Wunder: Milliardenumsätze winken.

Universalroboter für den Haushalt könnte es schon bald geben

Wem es gelingt, den ersten wirklich funktionierenden Universalroboter für den Haushalt herauszubringen, der besitzt eine Lizenz zum Gelddrucken. Denn der Markt für Heimroboter ist potenziell ein Milliardenmarkt. Kein Wunder, dass sich auch Amazon dafür interessiert.

Es ist noch unklar, was ein Amazon-Haushaltsroboter alles können wird, doch hierzu sind plausible Überlegungen möglich. So muss ein Heimroboter mobil sein und deshalb entweder Räder oder Beine haben. Das Robotik-Unternehmen Boston Dynamics gilt aktuell als Spezialist für Roboter mit zwei oder vier Beinen. Die Fortschritte bei zweibeinigen, humanoiden Robotern sind recht beeindruckend. Trotzdem sind Roboter mit vier Beinen eher für den Haushalt geeignet: Sie sind vermutlich schneller marktreif als die Zweibeiner und wirken auch weniger unheimlich. Letzteres ist wichtig, da die Roboter im Privatleben erscheinen werden.

Doch laufende Roboter haben gegenüber ihren rollenden Kollegen einen Nachteil: Sie benötigen vergleichsweise viel Rechenkapazität für die reine Bewegung, was die Kosten erhöhen dürfte. Rollende Roboter sind hier im Vorteil, die Bewegungskoordinierung ist simpel und die Orientierung im Raum ist ebenfalls nicht übertrieben schwierig. In beidem hat Amazon mit seinen Lagerrobotern Erfahrung. Übrigens: Auch andere Unternehmen setzen auf Haushaltsroboter mit Rollen, die entfernt an die Haushaltshilfe Rosie der Jetsons erinnern. Aber Räder sind auch eingeschränkt, nur Roboter mit Beinen können Stufen und Treppen problemlos überwinden.

Software mit OTA-Updates ist entscheidend

Ein zweites wichtiges Merkmal für Haushaltsroboter ist Spracherkennung und -synthese. Denn natürlich wird ein Roboter, der umständlich über einen Touchscreen bedient werden muss, wohl nicht von Privatleuten akzeptiert werden. Hier kommt dann ebenfalls Amazon ins Spiel, denn das Unternehmen vertreibt die bewährte und stetig weiterentwickelte Sprachassistentin Alexa. Sie ist geradezu prädestiniert als Benutzerschnittstelle für einen Haushaltsroboter.

Ein weiteres Merkmal ist Gesichtserkennung, denn im Unterschied zur blinden Alexa wird ein Haushaltsroboter auch ziemlich umfassende Seefähigkeiten haben müssen. Auch hier hat Amazon bereits Erfahrung, denn die Cloud Cam besitzt bereits Routinen zur Gesichtserkennung. Hinzu kommt die Erfahrung mit agiler Entwicklung der Systemsoftware. Denn es ist nur schwer vorstellbar, dass ein Roboter wie ein traditionelles Haushaltsgerät unveränderlich ausgeliefert wird. Denn entscheidend ist die Software, die kontinuierlich weiterentwickelt und per Mobilfunk verbreitet werden kann. Dadurch erhält einen Roboter nach und nach zusätzliche Fähigkeiten.

Eine wichtige Fähigkeit ist aber die Zusammenarbeit mit den Menschen, was in der Industrie „kollaborative Robotik“ genannt wird. Die Geräte müssen in der Lage sein, auf Eingriffe durch den Menschen zu reagieren. Sie sollten Menschen ausweichen und ihre Handlungen stoppen, wenn sie Menschen verletzen könnten. Außerdem sollten sie logisch auf Situationsveränderungen reagieren. Ein Beispiel: Sie sollten beim Geschirr abräumen die Tasse loslassen, wenn ein Mensch sie ihnen aus den Roboterhänden nehmen will. Über Erfahrungen in diesem Bereich verfügt Amazon bisher noch nicht, da es bislang keine Roboter mit Greifarm gebaut hat. Kurz: Trotz aller Fortschritte steckt noch viel Arbeit in dem Thema.

Bildquelle: Thinkstock

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