Klare Absprache für Weiterbildung

Alles bereit fürs mobile Lernen

Tablet und Smartphone eignen sich ideal für Mobiles Lernen. Mitarbeiter bilden sich weiter, wann und wo immer sie wollen. Christoph Bergeon, Vice President bei Technomedia, sieht jedoch in Deutschland noch Stolpersteine, die den Erfolg verhindern könnten.

Christoph Bergeon, Vice President & General Manager EMEA bei Technomedia, in Sachen Mobile Learning

Herr Bergeon, wo stehen wir heute in Sachen „Mobile Learning“?
Christoph Bergeon:
Wir sehen schon heute eine starke Nachfrage nach Mobile Learning von Angestellten und Führungskräften. Zumeist geht es um Kurse und Lerninhalte. Wobei sich das Mobile Learning rasch weiterentwickelt von der reinen Inhaltsvermittlung per Tablet oder Smartphone hin zu Prüfungen, Simulationen und sogar dem Erstellen sowie Verwalten von Lern-inhalten. Unterstützt wird die Entwicklung durch Techniken wie die Tincan API. Sie bietet eine robuste, aber gleichzeitig schlanke Schnittstelle zwischen den Inhaltsplattformen und den Endgeräten der Lernenden.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da beim Mobile Learning?
Bergeon:
Große Unterschiede sehen wir nicht zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern. Allerdings fällt auf, dass gerade den Mitarbeitern in margenschwachen Industriezweigen die technische Ausrüstung fürs Mobile Learning fehlt. Sie bekommen vom Arbeitgeber weder Smartphone noch Tablet gestellt.

Welche Probleme sehen Sie rund ums Mobile Learning?
Bergeon:
Insbesondere Audio- und Video-Inhalte sind prinzipiell gut geeignet für mobile Endgeräte. Reichlich anderer Content hingegen muss erst aufbereitet werden. Außerdem könnte man Unternehmen unterstellen, dass sie mittels Mobile Learning versuchen, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter in deren Freizeit zu verlagern. Hier gilt es, klare Absprachen mit den Mitarbeitern zu treffen. Zudem ist nicht jede Umgebung geeignet, um Inhalte konzentriert aufzunehmen. Laute Bahnhofs- oder Hotelhallen beispielsweise sind gänzlich schlechte Orte.

Wie wird sich M-Learning in den kommenden Jahren weiter entwickeln?
Bergeon:
Mobile Endgeräte werden im Laufe der nächsten Jahre zum Standardweg in Sachen Lerninhalte. Damit dies umfassend möglich ist, müssen zudem Offline-Fähigkeiten in die Software integriert werden, damit die Inhalte auch ohne Netzwerkverbindung mit der zentralen Plattform zum Lernen dienen können.

Wird sich auch an der Art der Inhalte etwas ändern?
Bergeon:
Ja, die Inhalte werden noch mehr Interaktion vom Lernenden erfordern und auch Simulationen bzw. Spiele werden Einzug halten in die Wissensvermittlung. Außerdem erwarten wir unternehmenseigene Social-Media-Plattformen, über die Mitarbeiter eigene Lerninhalte mit anderen teilen können.

Welche Branchen beziehungsweise Abteilungen in Unternehmen sind am besten auf mobiles Lernen vorbereitet?
Bergeon:
Wir sehen den Einsatz von Mobile Learning in allen Branchen und Abteilungen. Wobei es natürlich Mitarbeiter gibt wie Vertriebsleute oder Kollegen im Home Office, bei denen Mobile Learning von Grundauf eine große Rolle spielt. Das gleiche gilt für Branchen wie den Einzelhandel oder die Gastronomie, in denen die Mitarbeiter keine eigenen PCs oder Notebooks besitzen und somit auf mobile Endgeräte angewiesen sind.

Welche Endgeräte sind denn am besten geeignet fürs Mobile Learning?
Bergeon:
Tablets sind aufgrund ihres größeren Displays für umfangreiche Videoinhalte besser geeignet. Für geringe Textmengen und Audiowiedergabe hingegen sind Smart-phones perfekt.

Jedes der gängigen mobilen Betriebssysteme wie Apple iOS, Blackberry 10,
Android oder Windows Phone sind gleich gut geeignet, da die integrierten Browser und Videoabspielfunktionen eine gute Basis fürs Mobile Learning sind. Außerdem bieten die Plattformen weitere nützliche Funktionen wie das Erkennen des Aufenthaltsortes oder Augmented-Reality-Optionen mittels integrierter Kamera.

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