Milliardengeschäft

Amazon verrät versehentlich deutschen Händlerumsatz

Amazon hat durch eine Werbemail versehentlich den Marktplatz-Umsatz in Deutschland verraten.

Ein LKW aus der Flotte von Amazon

Ein LKW aus der Flotte von Amazon: Der Konzern nimmt die Auslieferung von Waren zunehmend selbst in die Hand.

Update 21.06.19: Amazon Deutschland hat sich inzwischen zu den Geschehnissen geäußert und dementiert die Meldungen: „Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen.“ Mark Steier, der die besagten Zahlen auf seinem Blog Wortfilter durchgerechnet hat, äußert sich an dieser Stelle zur Stellungnahme von Amazon.

Ursprünglicher Artikel:

Es gibt gute Gründe, warum sich Handelsplattformen wie Ebay oder Amazon zurückhalten, wenn es um konkrete Geschäftszahlen geht – die Konkurrenz liest schließlich mit. Nun hat ein kurioser Zufall dennoch dazu geführt, dass ein Experte den Amazon-Umsatz der deutschen Händler errechnen konnte. Die Grundlage dafür lieferte der Konzern sogar selbst: mit einer Mail wollte der Handelsriese die hiesigen Anbieter für den amerikanischen Markt begeistern. Darin wurden offenbar ohne weitere Abstimmung Zahlen genannt, die bisher nicht bekannt waren. Der E-Commerce-Experte Mark Steier errechnete auf dieser Basis schließlich den Umsatz von Drittanbietern auf dem deutschen Markt. Der lag demnach bei erstaunlichen 10,2 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr.

Die ausschlaggebende Kennzahl hat Steier einem Brief von Jeff Bezos an die Shareholder entnommen. Dort gibt der Amazon-Chef an, dass das Volumen der Drittverkäufe bei 160 Milliarden liege. In der aktuellen Mail an die Händler heißt es, dass 50 Prozent davon über den US-Ableger der Plattform generiert werden. Dass sei wiederum das Siebenfache des Umsatzes von amazon.de. So kommt man nach Umrechnung der Währung ziemlich schnell auf die besagten 10,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Otto Group hat als zweitgrößter Onlinehändler in Deutschland im vergangenen Jahr 7,7 Milliarden Euro Umsatz über das eigene E-Commerce-Geschäft erwirtschaftet.

Bildquelle: Amazon

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