Business Management Features in iOS 7

Andockpunkte für Enterprise-Mobility-Management

Im Interview spricht Christof Baumgärtner, Director Zentral- und Osteuropa von MobileIron und Leiter der deutschen Niederlassung in München, über die in Apples mobilen Betriebssystem iOS 7 integrierten Business Management Features und wie Unternehmen und Mitarbeiter von diesen mobilen Services profitieren können.

„Das Interessante an iOS 7 sind die neuen Andockpunkte für Enterprise-Mobility-Management, und hier vor allem für das sichere Management von Apps, Daten und Dokumente im Anhang solcher Apps“, so Christof Baumgärtner, Director Zentral- und Osteuropa von MobileIron.

Welche der in Apple iOS 7 integrierten Business Management Features sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten für Unternehmen?

Christof Baumgärtner: Unter den rund 200 neuen Features in iOS 7 beziehen sich etwa 40 Leistungsmerkmale auf die Anforderungen von mobilen Unternehmen. Wichtige Features in diesem Zusammenhang sind die Open-in-Management-Funktion, die Managed App Configuration, das Per App-VPN und das Enterprise Single Sign-On.

Ihr Unternehmen hat ja bereits eigene Techniken für den Schutz von Daten in Dokumenten (Stichwort DLP) und Apps (AppConnect) entwickelt und in seine Mobile IT-Plattform integriert. Inwieweit werden diese durch die von Ihnen genannten iOS-Funktionen ersetzt? Wo liegen die Überlappungen – wo die Unterschiede?

Baumgärtner: Tatsächlich sind die Enterprise-Features in iOS 7 wie die eben genannten keine ausprogrammierten Module, sondern Anwendungsprogrammierschnittstellen, also APIs, an die ein Programmierer andocken kann. Damit sind sie ideale Interfaces für Enterprise-Mobility-Management-Systeme (EMM).

Erschließt Apple mit den in iOS 7 integrierten Enterprise-Mobility-Management-Features neue Zielgruppen? Ist es nun leichter für kleine Unternehmen, eine Smartphone-Flotte ohne Mobile-Device-Management-System (MDM) zu verwalten?

Baumgärtner: Die Frage führt, mit Verlaub, ein bisschen in die Irre. Das Interessante und Bahnbrechende an iOS 7 sind, wie bereits erwähnt, die neuen Andockpunkte für Enterprise-Mobility-Management, und hier vor allem für das sichere Management von Apps, Daten und Dokumente im Anhang solcher Apps. Theoretisch könnte das ein Unternehmen natürlich selber programmieren, das wäre aber angesichts der am Markt vorhandenen ausgereiften EMM-Systeme weder technologisch noch ökonomisch sinnvoll. Am wenigsten vermutlich für kleine Unternehmen, die dazu überhaupt keine Kapazitäten hätten.

Können Sie anhand von praktischen Beispielen das perfekte Zusammenspiel der in iOS 7 integrierten Mobile-Device- und Mobile-App Management-Funktionen mit einer Enterprise-Mobility-Management-Lösung beschreiben?   

Baumgärtner: Gehen wir am besten von einem der eben beschriebenen Unternehmens-Features in iOS 7 aus. Das Open-In-Management in iOS 7 erweitert das MDM-Protokoll von Apple durch neue Parameter, auf deren Basis zusätzliche Schutzmechanismen für verwaltete Apps, also Unternehmens-Apps, aufgebaut werden können.

Ein EMM-Hersteller kann damit eine Funktion implementieren, die vorsieht, dass Dokumente und Anhänge nur von anderen Managed-Apps geöffnet werden können; dazu eine komplementäre Funktion, die verhindert, dass persönliche Daten von Unternehmens-Apps geöffnet werden können. Sie könnten nun einwenden, dass der EMM-Anbieter solche Funktionalitäten mit einem AppConnect-Modul schon umgesetzt hat. Ja, da ist so, aber mit iOS 7 bekommt der Anbieter APIs in die Hand, mit denen solche Funktionalitäten leichter und vielgestaltiger umgesetzt können. Der Helpdesk wird dadurch deutlich entlastet. Aber noch einmal: iOS 7 liefert die APIs und einige Tools, aber nicht die programmtechnische Umsetzung.

Nun haben die meisten Unternehmen nicht nur iOS, sondern meist mehrere Mobile-Betriebssysteme im Einsatz, sodass ihnen die neuen Features von iOS 7 ohnehin nur bedingt zugute kommen, oder sehe ich das falsch?

Baumgärtner: Wenn die Mobilegeräte mit verschiedenen Mobile-Betriebssystemen verwaltet werden, dann ist in der Tat ein Enterprise-Mobility-Management-System anzuraten. Nur so lassen sich dann alle Gerätetypen unter den denselben Sicherheitsrichtlinien fahren und mit denselben Funktionalitäten ausstatten, beispielsweise was die strikte Trennung von persönlichen und geschäftlichen Apps, Daten und Dokumenten betrifft.

Mit welchen Maßnahmen haben Sie ihre Kunden bei der Umstellung auf iOS  7 unterstützt?

Baumgärtner: Wir haben unsere Kunden bereits Monate vor dem Launch von iOS 7 unterstützt. Dazu gehörten einerseits Webinare und andererseits die individuelle Beratung durch unseren technischen Support, der unseren Kunden professionell in allen Fragen der Einbindung von iOS 7-Geräten und -Funktionen in das Enterprise Mobility Management zur Seite steht. Zudem haben wir eine Reihe von Videos auf unserer Homepage in Youtube hochgeladen, die anschauliche Erklärungen zu den neuen iOS 7-Konfigurationsoptionen zeigen. Darüber hinaus können sich Unternehmen unser White Paper „What iOS 7 Means for the Enterprise“ herunterladen.

Was sind Ihrer Meinung nach die treibenden Kräfte für den EMM-Markt?

Baumgärtner: Das Ermöglichen von gleichen Abläufen auf dem Mobilgerät, ganz gleich ob es sich um geschäftliche oder private Daten und Apps handelt – also das, was man gewöhnlich als Nutzererlebnis bezeichnet. Darüber hinaus eine hohe Sicherheit, Verhinderung von Datenlecks und Datenklau, Selbst-Provisionierung der Nutzer und Reduzierung der Helpdesk-Anrufe, kurz Kostenoptimierung bei hoher Sicherheit und Komfort.

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