Neue Version mit Business-Sicherheit

Android kommt - auf TV-Sets, Wearables und Autos

Android wird zum Universalbetriebssystem im Internet der Dinge und bringt zusätzlich Verschlüsselung für Business-Anwender.

Die Google I/O war dieses Jahr ein Feuerwerk der Neuheiten: Android wird aufgerüstet und erobert das Internet der Dinge. Die Start-Keynote für die alljährliche Entwicklerkonferenz war ein Schauplatz von Software-Neuvorstellungen, die Hardware spielte nur eine Nebenrolle.

Android: Universalbetriebssystem im Internet der Dinge

Android L ist der Deckname der nächsten Android-Version, die ein neues Design mit dem Namen „Material“ bekommen wird. Mit dieser Version möchte Google das Internet der Dinge erobern, das Betriebssystem soll auch in TV-Geräten, Smartwatches sowie anderen Wearables und im Auto eingesetzt werden. 40 Hersteller wollen das „Android Auto“ genannte System unterstützen.

Damit entwickelt Google sein OS konsequent weiter in Richtung Universalbetriebssystem, vergisst aber auch die herkömmlichen Mobilgeräte nicht. Die neue 64-Bit-Unterstützung sowie eine spezielle Grafikbibliothek für Highend-Tablets werden den Spielemarkt für Android weiter stärken.

Und auch das untere Ende der Gerätewelt wird bedacht. Eine schlanke Systemvariante namens „Android One“ soll den Bau besonders kostengünstiger Smartphones erlauben. Das Ziel ist hier die Eroberung des Milliardenmarkts der bevölkerungsreichen „Schwellenländer“ wie Indien oder China, in denen die Überzahl der potentiellen Anwender wenig Geld hat.

Eher am Rande wurden verschiedene Android-Smartwatches (Samsung Gear Live, LG G Watch, Motorola Moto 360) vorgestellt. Sie dienen aber lediglich als Erweiterung eines Smartphones und bieten keine besonders aufregenden Standalone-Funktionen. Das war es auch schon mit Hardware, ein Google-TV blieb ebenso aus wie eine originale Google Watch – nett, dass die Gerüchteküche da in den nächsten Monaten noch etwas zum weiterschmoren hart.

Datensicherheit, nicht nur für das Business

Android L besitzt einige neue Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen ausgerüstet. Die Benutzer können jetzt alle Sicherheitseinstellungen zentral treffen. Eine Funktion namens „Kill Switch“ kann ein gestohlenes Android-Gerät unbrauchbar für den Dieb machen. Diese Möglichkeit richtet sich eher an die Privatanwender, für die Business-User hat Google eine Überraschung parat.

Der Knüller der Google I/O ist die Übernahme der Sicherheitstechnologie „Knox“ von Samsung. Das System basiert auf einer strikten Trennung von privaten und geschäftlichen Daten, die in zwei getrennten Containern verwaltet werden. Der geschäftliche Container ist kennwortgeschützt, verschlüsselt, kann eigene Apps besitzen und integriert sich problemlos in eine der bekannten MDM-Lösungen – die Verwaltung des Knox-Containers geschieht also ebenso wie bei jedem anderen Mobilgerät .

Die bisher nur auf einigen Smartphones verwirklichte Sicherheitslösung soll den Namen „Android für Work“ tragen und in Android L integriert werden. Die Frage ist aber, ob diese Technologie wirklich allen zur Verfügung steht. Da es sich um eine Samsung-Lizenz handelt, wird sie vielleicht nicht in der Open-Source-Version auftauchen. Dadurch gäbe es diese Business-Funktionen nicht für freie Android-Derivate wie Replicant oder Cyanogen sowie Portierungen auf andere Plattformen wie Android-x86 oder AndroVM.

Google Drive: Redesign, Office-Funktionen und Verschlüsselung

Auch Google Drive bekommt in den nächsten Wochen ein neues, deutlich vereinfachtes Design. Dies gilt ebenso für die mobilen Apps. Die Office-Apps (Web, Android, iOS) werden ebenfalls angepasst. Hier hat Google die vor zwei Jahren aufgekaufte QuickOffice-Technologie endlich in die Webapps und ihren mobilen Vettern eingebaut.

Nun ist es möglich, Office-Dokumente aus Word, Excel und Powerpoint direkt zu bearbeiten. Die recht lästige und für die Synchronisation mit dem eigenen Windows-PC unpraktische Konvertierungseinbahnstraße entfällt. Google Drive speichert nun Office-Dateiformate direkt und kann so parallel zu einer lokalen Office-Installation eingesetzt werden.

Der offensichtlich immer notwendige, ordentliche Schuss Wasser im Google-Wein: Das funktioniert vorläufig nur auf dem Chrome-Browser. Andere Browser unterstützen den „Quickoffice-Mode“ nicht, so dass die entsprechenden Webapps bei Firefox, IE & Co. keine Office-Kompatibilität bieten.

Eine weitere Neuerung bei Drive betrifft die seit einem Jahr diskutierte Datensicherheit.  Bisher lagen die Dateien unverschlüsselt auf den Google-Servern, in Kürze will Google eine Verschlüsselung einsetzen. Anhand der eher diffusen Beschreibungen des Features lässt sich vermuten, dass es sich um keine „echte“ Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung handelt.

Google wird wohl eine Kombination aus Storage- und Transport-Verschlüsselung einsetzen. Das würde bedeuten, dass die Dateien bei jedem Zwischenschritt entschlüsselt und wieder verschlüsselt werden. Ob das ausreichend ist, muss jeder Nutzer selbst und in Abhängigkeit von der Wichtigkeit seiner Daten entscheiden.

Bildquelle: Google

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