Wenn die App nicht abheben will

App-Betreuung nach dem Launch

Wichtig ist nach dem Release: Viele Entwickler – oder besser gesagt ihre Kunden – gehen davon aus, dass die Arbeit mit der Veröffentlichung der App getan ist. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Was tun, wenn die App nicht abheben will?

„Eine App kann im kompetitiven Umfeld nur dann bestehen, wenn sie regelmäßig sowohl inhaltlich als auch technisch auf den neuesten Stand gebracht wird“, so Tim Hufermann, Gründer und Geschäftsführer von Jungmut Communication. Dazu verpflichtet allein schon die technologische Entwicklung der mobilen Betriebssysteme und Geräte.

„Mittlerweile muss man eigentlich einmal im Quartal die App überarbeiten, so schnell sind mittlerweile die Produkt- und Releasezyklen der großen digitalen Ökosysteme geworden“, bestätigt Christian Paul Stobbe, Kontrast Communication Services. „Technische Fehler werden heute kaum verziehen und in der Konsequenz die App höchstwahrscheinlich nicht mehr genutzt. Nicht an die aktuellen Auflösungen angepasste und unterstützte Frontends vermiesen das Nutzererlebnis ebenso.“

Die häufigsten Probleme nach dem Release einer App haben mit Bugs und Fehlern zu tun. „Aber das ist, trotz intensivem Testing, völlig normal“, so João Santos von Rabbit Mobile. Es sei unmöglich, eine fehlerfreie Software zu launchen, ist sich der Entwickler sicher. Man könne nur daran arbeiten, die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten. „Glücklicherweise sind Apps ja digital, sodass Updates und Fixes relativ schnell und einfach veröffentlicht werden können“, beruhigt er.

App fertig, Budget aufgebraucht


Doch nicht immer wird von den Verantwortlichen der Zeitraum nach der Veröffentlichung richtig gewichtet. „Ohne einen durchdachten Release-Plan und das benötigte Budget fehlen oftmals die Ressourcen, um die App auch nach der Fertigstellung wirklich pflegen zu können“, berichtet Jörg Rensmann, Infomantis.

„Wer 100 Prozent des Budgets bereits für die reine App-Erstellung aufwendet, der vergisst, dass Nutzer- und Umsatzzahlen nach dem Start der App im Store nicht von allein durch die Decke gehen. Auch das ist harte Arbeit und erfordert Marketing, Kommunikation und eine kontinuierliche Begleitung der App.“ Er empfiehlt, eine App in der ersten Version eher mit etwas weniger Funktionen zu veröffentlichen und parallel schon das nächste Update (V1.1/V1.2) im Releaseplan zu haben.

Das muss dann keine bahnbrechenden Neuerungen mit sich bringen – kleine Änderungen reichen aus, um dem Nutzer zu zeigen, dass die App gepflegt wird. Schritt für Schritt kann so auf Feedback reagiert werden, indem die im Releaseplan vorgesehenen Funktionen durch die von Usern gewünschten ersetzt oder ergänzt werden. „Intensiv auf die Nutzer einzugehen ist meist wertvoller als sich krampfhaft daran festzuklammern, was die App nach den eigenen Vorstellungen können muss“, so Rensmann. 

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