Städte bervorzugt

App-Entwickler als Szenegänger

Interview mit Markus Tautz, Country Manager bei IT Job Board Deutschland

Markus Tautz, IT Job Board Deutschland

Markus Tautz, Country Manager bei IT Job Board Deutschland

Herr Tautz, wie hat sich das Stellenangebot für Mobile App-Entwickler in der letzten Zeit verändert? Und umgekehrt: Wie sieht die Personalsituation für Unternehmen aus, die gerne App-Programmierer einstellen würden?
Markus Tautz:
Wir beobachten, dass das Stellenangebot für App-Entwickler steigt. Während Unternehmen bis vor zwei oder drei Jahren ihre Apps oft von Externen entwickeln ließen, wollen sie das Know-how jetzt lieber intern aufbauen. Das gilt für alle Branchen, vom Maschinenbau bis zum Handel. Außerdem gibt es jetzt immer mehr Web-2.0-Unternehmen, für die Apps eine wichtige Grundlage ihres Geschäftsmodells sind und die qualifizierte Fachleute suchen.

In welchen Bundesländer oder Regionen finden Unternehmen am ehesten neue Mitarbeiter zur Umsetzung ihrer Mobility-Strategie?
Tautz:
Bei Bewerbern sind München, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Stuttgart am beliebtesten. Da viele App-Entwickler noch jung sind, bevorzugen sie Städte mit einer interessanten Szene wie zum Beispiel Berlin. In weiteren Regionen wie Dresden/Leipzig werden auch Entwickler gesucht, diese Stellen sind aber schwieriger zu besetzen.

Mit welchem Einstiegsgehalt können App-Entwickler heute durchschnittlich rechnen? Wie viel können Spezialisten mit langjähriger Berufserfahrung verdienen?
Tautz:
Der Verdienst hängt immer von Qualifikation und Erfahrung ab. Junge Entwickler mit ein bis fünf Jahren Erfahrung erhalten 3.250 bis 4.000 Euro pro Monat, erfahrene Mitarbeiter mit Projektleitungsfähigkeiten durchaus 60.000 bis 70.000 Euro pro Jahr.

Was halten Sie von der vergangenen Sommer eingeführten „Blue Card“ – eher heiße Luft oder ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel?
Tautz:
Bislang ist die Blue Card ja noch nicht gut angenommen worden, demnach sind die Betroffenen offenbar nicht so begeistert − leider. Zum einen scheinen die Hürden für den Zuzug nach Deutschland immer noch zu hoch und zum anderen sind viele Unternehmen verunsichert, ob und wie gut sie ausländische Kollegen integrieren können. Deshalb kümmern sie sich zu wenig um die Blue Card und versuchen, dem Fachkräftemangel auf andere Art zu begegnen.

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