Bei der App-Entwicklung nicht auf den Holzweg geraten

App-Gestaltung mit A/B-Testing

Ohne App für mobile Endgeräte kommt heute kaum ein E-Commerce-Unternehmen mehr aus. Viel Geld und Nerven fließen darum in die Entwicklung dieser Programme. Wie aber findet man die Bedürfnisse der Nutzergruppe heraus?

Holzsteg

Eine bewährte Methode, um etwa die Nutzerfreundlichkeit einer App unter Einbeziehung der Kundenwünsche zu verbessern, das optimale Design eines Call-to-Actions (CTA) festzulegen oder ein Anmeldeformular smartphone-gerecht umzusetzen, sind die sogenannten A/B-Tests. Zur Feststellung valider Ergebnisse gilt es bei diesem Verfahren jedoch einige Dinge zu beachten.

Eile mit Weile

Wer verlässliche Ergebnisse von einem A/B-Test erhalten möchte, sollte genügend Zeit einplanen. Eine Spiele-App wird am Wochenende oder in den Rush-Hour-Zeiten, wenn Pendler auf dem Weg zur Arbeit sind, wahrscheinlich stärker frequentiert als in Zeiten, wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung im Büro sitzt. Auch bei einer Shopping-App gibt es Stoßzeiten, in denen mehr geshoppt wird als zu anderen Zeiten. Für zuverlässige Ergebnisse sollte daher die Testphase nicht zu kurz bemessen sein. Es empfiehlt sich, eine Dauer von mindestens zwei Wochen für Tests einzuplanen, um Zufallsergebnisse zu vermeiden und valide Rückschlüsse ziehen zu können.

Eins nach dem anderen

Um Irritationen zu vermeiden und um konkrete Ursache-Wirkung-Resultate feststellen zu können, sollten niemals mehrere Testvarianten zur gleichen Zeit innerhalb der App angewendet werden: Dies würde dazu führen, dass man am Ende keine eindeutigen Rückschlüsse mehr auf das jeweils zu testende Nutzerverhalten ziehen kann. Es ist also beispielsweise nicht mehr ersichtlich, ob der Nutzer der Farbe wegen den CTA geklickt hat oder wegen dessen neuer Positionierung.

Kopf einschalten

Allzu vorschnelle Schlussfolgerungen führen einen meist auf den Holzweg. Dies gilt auch für A/B-Tests. Ergebnisse sollten daher immer auf Validität und statistische Signifikanz hin analysiert werden. Nur so lassen sich falsch interpretierte Ergebnisse vermeiden, etwa wenn ein Nutzer sich lediglich aus Zufall für die eine und nicht für die andere Variante entschieden hat. Zur Unterstützung kann man auf spezielle Software-Programme zurückgreifen, die die Ergebnisse automatisch auf ihre statistische Signifikanz untersuchen und so den „Zufall“ ausschließen.

Immer neutral bleiben

Man selbst hat natürlich schon oft im Vorfeld eine Idee, welche Variante besser laufen könnte. Diese Ahnung gilt es jedoch erst einmal zu ignorieren, denn Neutralität ist eine der grundlegenden Voraussetzungen, wenn man valide Testergebnisse erhalten möchte. Nicht selten wird man vom Ergebnis überrascht und es wird beispielsweise das nach eigenem Empfinden „unschönere“ Layout vom Anwender bevorzugt. Es ist der Kunde, der im Test entscheidet, und er ist es auch, der im Webshop oder über die App konvertieren soll. Hier gilt es also, sich an das Motto zu halten: Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Wer sich dies nicht zu Herzen nimmt, kann im schlimmsten Fall sogar eine sinkende Conversion Rate riskieren.

Geduld bewahren

Nicht jeder Test bewirkt sofort gravierende Veränderungen. Tests sollten deshalb immer wieder ausgeführt werden; und zwar an den Schlüsselpositionen der „Nutzerreise“ mit jeweils verschieden Testaspekten. Mal konzentriert man sich auf die Usability der App, mal auf ihr Design, mal auf die Platzierung der Inhalte – so lässt sich jede App Schritt für Schritt bis zum Optimum gestalten. Auch viele kleine Verbesserungen führen mit ausreichend Zeit und Geduld zu sichtbaren Ergebnissen – und nur wer bei der Stange bleibt, wird langfristig belohnt und erfolgreich sein.

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Eine erfolgreiche App muss sich letztlich konsequent an den Wünschen der Zielgruppe ausrichten. Um zu erfahren, wie diese Wünsche sich genau äußern und was dafür an einer App geändert werden muss, führt kein Weg an A/B-Tests vorbei. Derjenige, der die Tests gezielt und richtig einsetzt, kann mit der App schließlich das erreichen, was das Ziel sein sollte – beispielsweise gesteigerte Kaufabschlüsse oder mehr Klicks.



Definition: A/B-Test
Ein A/B-Test vergleicht die Performance zweier oder mehrerer Varianten einer App oder Webseite hinsichtlich diverser Parameter (z.B. Conversion Rate, Usability, u.a.). Stellt man etwa fest, dass nur wenige Nutzer den „Buy“-Button klicken, kann man testen, ob eine andere Platzierung oder Gestaltung des Buttons zu mehr Erfolg führen. Durch kontinuierliches Testen und entsprechende Anpassungen wird schließlich eine schrittweise Verbesserung in Richtung der jeweiligen Zielsetzung erreicht.

Quelle: Ve Interactive DACH GmbH


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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