Die Runtastic-App unterstützt Sportbegeisterte unter anderem bein Mountainbike-Touren.
Statt eines vermeintlichen Alleskönners zu entwerfen, ist es besser, die App auf die wesentlichen Funktionen zu beschränken, die dann allerdings reibungslos laufen sollten. Beeinflusst wird der App-Erfolg zudem von den Nutzerbewertungen in den App-Stores. Daher muss sich das Testen der App auf die dort am meisten genannten Probleme fokussieren: Crashes, Bugs, schlechte Performance und Bedienung. Durch eine aktive Einbindung der Endanwender können Funktionen dann auch nachträglich angepasst und weiterentwickelt werden. Die Veränderungen des Marktes erfordern ohnehin ein schnelles Agieren, und das bedeutet in der Anwendungsentwicklung in kleinen, leicht umsetzbaren Schritten zu denken.
Im Rahmen des sogenannten Application Performance Management (APM) sollen die Apps schon bei der Entwicklung verbessert und im Betrieb überwacht werden. Die Software zeigt, auf welche Anwendungen am häufigsten mit welchem Endgerät zugegriffen wird, welche Infrastrukturkomponenten verwendet werden und wie Anwender die Verfügbarkeit tatsächlich erleben.
Beispiel Runtastic: Das Unternehmen betreibt verschiedene native Fitness-Apps, mit denen Anwender ihre Trainingserfolge beim Joggen, Biken, Skifahren oder Klettern messen und mit anderen Nutzern teilen können. Seit Anfang 2012 nutzt Runtastic eine APM-Lösung von Compuware für den Test und Betrieb. Kürzlich erreichte Runtastic eine Beschwerde von einem Anwender über „zu hohe Geschwindigkeit“. Diese bezog sich jedoch nicht auf die Antwortzeit der App, sondern auf die Tatsache, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit, die für eine Trainingseinheit errechnet worden war, jenseits des menschlich Machbaren lag – nach einer Stunde Radfahren hatte die App eine gefahrene Distanz von 490 km errechnet. In der Folge kamen die Entwickler auf folgende potentielle Fehlerquellen:
Da eine Routenkarte aufgezeichnet wurde, schieden die GPS-Koordinaten als Fehler aus. Daher bauten die Entwickler einen Unit-Test in die App ein, der regelmäßig das Ergebnis der Streckenberechnung für eine bekannte Distanz zwischen zwei Koordinaten überprüfte. Immer wenn das Ergebnis anders ausfiel als erwartet, wurde die APM-Software eingesetzt, um den Fehler aufzuzeichnen. Auf diese Weise ließ sich herausfiltern, ob ein einziger User von dem Problem betroffen war oder ob es ein generelles Problem war.
Nach einem Wochenende hatte man genug Visits gesammelt. Es zeigte sich, dass die Fehlervorfälle gleichmäßig über verschiedene Gerätetypen verteilt waren. Die These, das Endgerät sei schuld, wurde somit verworfen. Eine ähnliche Abfrage, organisiert nach Betriebssystem, brachte jedoch Aufschluss. Geräte mit Android 4.1 oder höher hatten ein Problem mit der Streckenkalkulation. Daher musste das Runtastic-Team seine App in diesem Fall nicht nachbessern, konnte allerdings den betroffenen Nutzern zu einem Upgrade des Betriebssystems raten.
Quelle: Compuware
Bildquelle: Runtastic