Apples neue Emojis, darunter eine grüne Wasserpistole, sorgen für Aufregung.
Mobiles Bezahlen, kritische Sicherheits-Updates, einfachere Integration von Wearables wie der Apple Watch oder dem Internet der Dinge mit dem Smartphone: Man könnte meinen, dies wären wichtige Themen, um die es bei der Entwicklung aktueller mobiler Betriebssystemversionen gehen sollte. Doch weit gefehlt. Vielmehr rückte Apple erst einmal 100 neue Emojis in den Vordergrund.
Vielleicht wird der Anbieter kommenden September, wenn – wie in den Vorjahren – die neuesten Errungenschaften aus Cupertino präsentiert werden, doch noch den einen oder anderen Trumpf aus dem Ärmel ziehen. Anfang August ging es allerdings erst einmal allein um Sportlerinnen, alleinerziehende Väter, die Regenbogenflagge und eine grüne Wasserpistole.
Letztere soll die bisherige schwarze Pistole ersetzen und ein Zeichen gegen die Waffengesetze in den USA setzen, heißt es verschiedenen Medienberichten zufolge. Dagegen stünden Emojis mit alleinerziehenden Vätern und Sportlerinnen wie Basketballerin, Gewichtheberin oder Surferin für die Gleichstellung der Geschlechter. Will sich der Anbieter damit nun politisch positionieren? Oder möchte man mit Emojis den Spiegel der Gesellschaft abbilden? Spätestens dann müssten jedoch auch regionale Unterschiede berücksichtigt werden und je nach Staat unterschiedliche Emojis zur Verfügung stehen. Denn die Regenbogenflagge kommt in Russland oder in gewissen arabischen Staaten mit Sicherheit weniger gut an.
Wenn Apple mit seinen neu kreierten Emojis Verantwortung übernehmen und sich für eine bessere Welt (und Politik) einsetzen möchte, ist das per se lobenswert. Doch dann gäbe es für die Zukunft noch sehr viele Varianten für mehr oder weniger lustige Emoticons, die es umzusetzen gelte – zum Beispiel das Friedenszeichen oder das Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung. Oder vielleicht waren das ganze Thema und das Aufhebens darum einfach dem alljährlichen Sommerloch geschuldet, das selbst vor der IT-Branche nicht halt macht.
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