Erfolgreich mit Apps

Applikationslandschaft mobil machen

Interview mit Gregor Rechberger, Senior Product Manager bei Micro Focus über die neuen Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Entwicklung neuer Apps stehen.

Gregor Rechberger, Senior Product Manager bei Micro Focus

Herr Rechberger, was sind die Grundlagen für eine erfolgreiche App-Entwicklung?
Gregor Rechberger:
Zunächst einmal müssen die Eckpfeiler für eine erfolgreiche Entwicklung mobiler Business-Anwendungen definiert werden. Das kann beispielsweise anhand unternehmensindividueller KPIs erfolgen. Anschließend müssen praktische Anwendungsfälle aus Sicht von Kundenbeziehungen und Prozessen detailliert beleuchtet werden. Erst danach sollten Entscheidungen getroffen werden, die für die Entwicklung der Apps oder einer Mobile-App-Plattform unter den Gesichtspunkten Wartbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Skalierbarkeit oder Optimierung eine Rolle spielen. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit kann in dieser Konzeptphase dann auch am besten gemessen werden, welche Kosten bei der App-Entwicklung anfallen und wie schnell sich eine Investition amortisiert.

Eine zentrale Herausforderung bei der Entwicklung besteht darin, einen möglichst konsistenten Abgleich zwischen geschäftskritischen und technischen Herausforderungen zu gewährleisten. Das heißt: Wie geht ein Unternehmen mit dem Spannungsverhältnis von Herausforderungen und Anforderungen um, das im Bereich der App-Entwicklung besonders hervorsticht? Unter den Herausforderungen sind drei von besonderer Bedeutung: unterschiedliche Anwendungen, heterogene Umgebungen und rasche Veränderungen. Bezogen auf die damit korrelierenden technisch-prozeduralen Anforderungen werden die Kernpunkte für eine erfolgreiche Entwicklung geschäftsperformanter Apps noch offensichtlicher, denn zu den Anforderungen zählen die Unterstützung offener Standards, die Nutzung geeigneter Tools sowie die Wiederverwendbarkeit von Services und seiner qualitätssichernden Prozesse und Maßnahmen.

Was muss ich tun, um sicherzustellen, dass meine Apps performant laufen?
Rechberger:
Auf jeden Fall sind Funktions- und Performancetests durchzuführen, in denen die reibungslose und fehlerfreie Funktionsweise einer mobilen App auch im Hinblick auf unterschiedlichste Hardware- und Software-Konfigurationen des Endgerätes sowie verschiedenste Kommunikationsverbindungen überprüft wird. So sollte zum Beispiel die Ablauffähigkeit der Apps auf gängigen mobilen Plattformen wie Android, iOS, Symbian, Blackberry, Windows oder HTML5 gewährleistet sein. Zu den Faktoren, die das App-Verhalten bestimmen, gehört auch die Bildschirm-Auflösung der mobilen Endgeräte. Unerlässlich ist es, unterschiedlichste Auflösungen wie QVGA, WVGA, HVGA, FWVGA oder QXGA im Testverfahren zu berücksichtigen. Nicht zuletzt sollte man bei der App-Entwicklung darauf achten, dass auch der unterschiedlichen CPU-Performance der mobilen Endgeräte (Single Core, Dual Core etc.) und der maximal verfügbaren Bandbreite bei der mobilen Kommunikation eine entscheidende Bedeutung bei der problemlosen Ablauffähigkeit der Apps zukommt.

Welchen wirtschaftlichen Nutzen ziehe ich daraus?
Rechberger:
Hier sind vor allem drei Aspekte zu beachten: Erstens vereinfacht und automatisiert eine erfolgreiche mobile App-Plattform viele Arbeitsprozesse oder Funktionsbereiche und dies kann unmittelbar zu einer Entlastung der eigenen Mitarbeiter und damit Kostensenkung beitragen. Zweitens bedeutet ein weiterer Kommunikationskanal auch immer die Möglichkeit zur Generierung zusätzlicher Umsätze. Und drittens ermöglicht eine App-Plattform natürlich neben dem optimierten Kundenbeziehungsmanagement – beispielsweise im operativen CRM durch zielgenaue Marketing- und Servicemaßnahmen – immer auch das Erschließen neuer Kundenpotentiale, allein schon durch das Adressieren zusätzlicher Zielgruppen.

Wie bringe ich alles gewinnbringend an den Nutzer?
Rechberger:
Mobile Geräte sind heute aus dem normalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Endverbraucher will rund um die Uhr mit seinem mobilen Gerät auf Anwendungen zugreifen können, wie er es auch bei Nutzung seines Desktop-PCs oder Notebooks gewohnt ist – zum Beispiel beim Online-Shopping oder Mobile Banking. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen ihre Applikationslandschaft auch für die mobile Nutzung anpassen. Für ein innovatives, zukunftsorientiertes Unternehmen führt daran kein Weg vorbei – schon bedingt durch die Erwartungshaltung des Kunden.

Grundvoraussetzung für den Erfolg von Apps ist dann, dass der Kunde keine Abstriche beim Funktionsumfang oder der Performance machen muss, und das vom Desktop-Rechner gewohnte Leistungsspektrum auch vom Smartphone oder Tablet-System aus nutzen kann. Insgesamt kommt dem Aspekt „User Experience“, das heißt, ob die Erwartungen eines Benutzers an sein Endgerät und die mobilen Anwendungen einschließlich der zur Verfügung gestellten Services und Funktionen erfüllt werden, bei jeder Mobile-Plattform-Strategie eine entscheidende Bedeutung zu. Für die Entwicklung einer Plattform bedeutet das, dass man neben technischen vor allem auch inhaltliche Aspekte beachten muss: Eine App wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie eine zielgruppengerechte Mischung aus Service und Information sowie gegebenenfalls Entertainment bietet.




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